News 07.03.2013, 13:38 Uhr

Nokia setzt auf Kartendienste

Der finnische Handyhersteller Nokia will zum weltweit führenden Kartenanbieter auf mobilen Geräten und im Internet werden. Es wird wohl zu Partnerschaften mit Herstellern von Android-Geräten kommen.
Nokias Here-Dienste für Auto, Fussgänger und ÖV
Am Donnerstag stellte Nokias Vizepräsident, Michael Halbherr, die Pläne des Unternehmens mit seinem Kartendienst «Here» vor. Diese sind ambitioniert: Laut Halbherr will Nokia weltweit zum wichtigsten Anbieter von Kartenmaterial avancieren. Dafür sei zwingend, dass «Here» plattformunabhängig genutzt werden kann. Bisher ist das bei den beiden wichtigsten mobilen Betriebssystemen Android und iOS nur eingeschränkt möglich. Grund dafür ist das sogenannte Map Operating System (MOS), das Hardware-Hersteller in ihre Geräte implementieren müssen, um die volle Funktionalität von «Here» zu unterstützen. Dafür sei Nokia im Gespräch mit mehreren Herstellern. Um wen es sich dabei handelt und bis wann Gespräche finalisiert sein sollen, wollte Halbherr nicht verraten. Nur so viel: «Here» gibt's nebst zahlreichen Nokia-Geräten auch auf Samsungs Windows Phone und soll künftig bei Firefox OS eine Rolle spielen.
Nokia Transit bietet in einigen Städten Echtzeitinformationen zum ÖV
Auf Mobilgeräten ist derzeit noch das Kartenmaterial von Google vorherrschend. Nokia sieht sich durch «Here Transit» – einem Kartensystem mit integrierten ÖV-Verbindungen im Vorteil. Derzeit integriert der Anbieter 700 Städte in 50 Ländern. Allerdings in unterschiedlichen Levels: Während in einigen Städten bloss die ÖV-Strecken integriert sind, bieten andere Fahrplaninformationen und ausgewählte davon sogar Live-Infos mit aktuellen Daten zu Verspätungen von Bussen, Trams und U-Bahnen. Zudem lassen sich zumindest auf Windows-Phone-Geräten häufig genutzte Verbindungen als Verknüpfung auf dem Homescreen ablegen und mit einem Fingertipp wieder aufrufen. Hierzulande sind Bern, Genf und Zürich in «Here Transit» integriert. Allerdings bietet Nokia in der Schweiz noch in keiner Stadt Echtzeitdaten an. Konkurrent Google zeigt auf seinen Karten Echtzeitinformationen zum öffentlichen Verkehr in ausgewählten Städten schon seit Sommer 2011 an.

Autor(in) Reto Vogt


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