Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

KI-Tools verhindern das Lernen am Arbeitsplatz

Berufseinsteiger erledigen an ihrem ersten Arbeitsplatz wegen Künstlicher Intelligenz (KI) immer weniger Routineaufgaben und erwerben auch nicht mehr nebenbei spezielle Qualifikationen durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kollegen.
© (Quelle: EMGenie)

Auf dieses Problem macht Vivek Soundararajan von der University of Bath aufmerksam.

Puffer gegen die Verdrängung

Laut Soundararajan ist die Einsteigerbeschäftigung in den USA in KI-exponierten Bereichen wie Software-Entwicklung und Kunden-Service zwischen Ende 2022 und Juli 2025 um etwa 20 Prozent zurückgegangen. Die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer in denselben Branchen sei hingegen angestiegen. Dieses Muster sei nachvollziehbar.

"KI ist besonders gut bei administrativen Aufgaben wie der Dateneingabe oder der Ablage (Paper als PDF). Sie hat jedoch Schwierigkeiten mit Nuancen, Urteilsvermögen und vielen anderen Fähigkeiten, die sich nur schwer kodifizieren lassen. Erfahrung und die Aneignung dieser Fähigkeiten bilden also einen Puffer gegen die Verdrängung durch KI. Wenn Berufseinsteiger jedoch nie die Chance bekommen, diese Erfahrung zu sammeln, kann sich dieser Puffer nicht bilden", warnt Soundararajan.

Der Experte sieht einen Teufelskreis. Denn erledigt die KI die Arbeit von Nachwuchskräften besser als die Nachwuchskräfte selbst, könnten ältere Arbeitnehmer ganz aufhören, Aufgaben an junge Leute zu delegieren. Der Forscher bezeichnet dies als "Ausbildungsdefizit". Die Nachwuchskräfte würden demnach nie etwas dazulernen. Und in absehbarer Zukunft stünden Unternehmen ohne Fachkräfte da.

Neue Vereinbarung nötig

"Weil die alte Vereinbarung zwischen Nachwuchskräften und erfahrenen Mitarbeitern nicht mehr gilt, heisst das nicht, dass keine neue getroffen werden kann", so der Arbeitswissenschaftler. Junge Arbeitnehmer müssten nun das lernen, was KI in Bezug auf Wissen, Urteilsvermögen und Beziehungen nicht ersetzen könne. Sie müssten nach Aufgaben suchen (und diese auch erhalten), die menschliche Interaktion erfordern, anstatt nur bildschirmbasierte Tätigkeiten auszuführen.

Ältere Arbeitnehmer könnten umgekehrt von jüngeren Kollegen viel über KI und Technologie lernen. Das Konzept des Mentorings lasse sich zweispurig organisieren, indem Junioren neue Tools vermitteln, während Senioren Anleitung und Unterricht in Bezug auf Nuancen und Urteilsvermögen bieten. Zudem müssten Arbeitgeber jungen Mitarbeitern weiterhin Aufgaben übertragen, auch wenn KI die Arbeit schneller zu erledigen im Stande sei.

"Der Schutz des Nachwuchses an qualifizierten und wertvollen Mitarbeitern liegt im Interesse aller", schreibt. Soundararajan abschliessend. Einige Fachkenntnisse würden im Zeitalter der KI an Bedeutung verlieren. Aber Fachwissen bedeute nicht nur das Speichern von Informationen. Es gehe auch um ein ausgeprägtes Urteilsvermögen, das in komplexen Situationen zum Einsatz komme. Und das bleibe wertvoll. (pressetext.com)

Kommentare

Künstliche Intelligenz Gesellschaft Forschung KI & Trends
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Die besten PCtipp-Artikel aus der Kalenderwoche 21
In der Kalenderwoche 21 vom 18. bis zum 24. Mai 2026 standen die Artikel «Schweizer Geoportal zeigt die Schweiz aus 1000 Perspektiven» und «Mähroboter Mova LiDAX Ultra 1000 im PCtipp-Test» ganz oben in der Gunst unserer Leserschaft.
2 Minuten
29. Mai 2026
FRITZ!Repeater 2700 ist jetzt als Mesh Set erhältlich
Mit dem FRITZ!Mesh Set 2700 erweitert FRITZ! sein Mesh-Portfolio um ein Premium-Set, das vor allem grosse Wohnumgebungen mit schnellem Wi-Fi 7 versorgen kann.
3 Minuten
29. Mai 2026
Xiaomi bringt die 17T-Serie in der Oberklasse
Mit dem 17T und dem 17T Pro erweitert der chinesische Hersteller seine T-Serie um zwei neue Oberklasse-Modelle. Leica-Optik, grosse Akkus und lange Update-Versprechen stehen im Mittelpunkt.
3 Minuten
28. Mai 2026

Das könnte Sie auch interessieren

NFC-Angriffe auf Android verdreifacht
Cyberkriminelle nutzen zunehmend NFC-Technologie, um Bankdaten von Android-Nutzern zu stehlen. Die Angriffszahlen sind in wenigen Monaten dramatisch gestiegen.
2 Minuten
28. Mai 2026
Schweizer Geoportal zeigt die Schweiz aus 1000 Perspektiven
Das vom Bundesamt für Landestopografie swisstopo betriebene Geoportal umfasst seit Mai 2026 schon 1000 Datensätze zu unterschiedlichsten Themen wie Gesellschaft, Umwelt, Energie bis hin zu historischen Karten, Landschaftsmodellen und Luftbildern.
3 Minuten
19. Mai 2026
Radios können Gesuche einreichen
BAKOM publiziert UKW-Frequenzen
Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM hat am 28. Mai 2026 die Frequenzpakete für die Verbreitung von UKW publiziert.
2 Minuten
29. Mai 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare