News 05.12.2008, 08:00 Uhr

Rätoromanisch: Office 2007

Die Benutzeroberflächen von Office 2007 und Windows Vista sowie die Wörterbücher der Büro-Software werden ins Rätoromanische übersetzt. Dazu unterschrieben der Kanton Graubünden, der Verein Lia Rumantscha und Microsoft am Mittwoch in Chur einen Kooperationsvertrag.
In dem Projekt wacht der Kanton über die Verwendung der romanischen Sprache. «Kantons- oder Bundesgelder werden nicht verwendet», sagte der Bündner Regierungsrat Claudio Lardi, zuständig für Erziehung und Kultur. Die Übersetzung leiste der Sprach- und Kulturverein Lia Rumantscha unter der Leitung von Anna-Alice Dazzi. Microsoft liefere die Technik und stelle ab Herbst 2009 die Sprachergänzungen für die Bürosuite und das Betriebssystem kostenfrei zum Download bereit.
«Der Zugang zu ICT ist eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche und wirtschaftliche Integration. Mit Office und Vista Rumantsch möchten wir einen Beitrag leisten, die Sprachenvielfalt der Schweiz zu erhalten und linguistische aber auch kulturelle Barrieren abzubauen», sagt Peter Waser, General Manager von Microsoft Schweiz.
Keine Exklusiv-Leistung für Microsoft
Bei der Übersetzung der Oberflächenbeschriftungen und Wörterbücher von Office 2007 könne nach Aussage von Projektleiterin Dazzi auf den Fundus von circa 2000 Termini aus dem Office 2003 zurückgegriffen werden. Das alte Microsoft-Büropaket steht bereits in einer romanischen Version zur Verfügung. Die Lia Rumantscha habe ein eigenes Sprachregister für Computerbegriffe aufgebaut, das nun geprüft und erweitert werde.
Von den Übersetzungsarbeiten profitieren nicht nur die Microsoft-Produkte, sagte Ivo Berther, Beauftragter für die Sprachenförderung beim Kanton Graubünden. Das Sprachregister könne auch für andere Projekte verwendet werden. Berther bestätigte auf Nachfrage, dass auch über eine romanische Version von OpenOffice.org nachgedacht werde.
Vista-Übersetzung noch unklar
Die Benutzeroberfläche von Office 2007 werde indes nicht vollständig übersetzt. Vielmehr werde Microsofts Clip-Technik (Captions Language Interface Pack) verwendet, mit deren Hilfe eine englische Sprachversion von Office darübergelegt wird. Die romanischen Übersetzungen der Begriffe auf der Standardoberfläche erscheinen in einem kleinen Fenster, wenn der Benutzer den Mauszeiger über die Beschriftungen bewegt. Änderungen im Programmcode sind damit nicht notwendig.
Ob die Clip-Technik auch bei Windows Vista genutzt wird, konnte Microsofts Schweiz-Chef auf Anfrage noch nicht sagen.


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