Gaming-Hardware
06.03.2026, 10:30 Uhr
Test: flüsterleise Gaming-Peripherie
Gaming-Tastaturen und -Mäuse haben viele gute Eigenschaften – die Lautstärke gehört meist nicht dazu. Der deutsche Hardwarehersteller be quiet! will das ändern. Wir haben die Leisetreter getestet und verlosen ausserdem zwei attraktive Bundles.
Der deutsche Hersteller be quiet! ist unter Gamern kein Unbekannter. Das Credo des Unternehmens steht im Firmennamen: Sei still!
Die deutsche Firma baut schon seit über 20 Jahren besonders leise High-End-Komponenten für Gaming-PCs. Nun erweitert sie ihr Portfolio um Gaming-Tastaturen und -Mäuse. Diese folgen dem gleichen Leitgedanken: hochwertig, leistungsstark und leise.
Mit insgesamt vier Geräten will der Hersteller den Peripheriemarkt aufmischen: zwei Tastaturen und zwei Mäuse. Ob die neuen Produkte dieses Ziel erreichen, verrät unser Test.
Mechanisch und leise
Bei den Tastaturen setzen die Deutschen auf mechanische Tasten und nicht auf Magnetschalter. Viele Profi-Gamer greifen inzwischen zu magnetischen Switches, da sie besonders viele Einstellungs- und Anpassungsmöglichkeiten bieten.
Lassen wir diesen Einwand aber einmal beiseite und betrachten die Tastaturen unbefangen. Es handelt sich um die Dark Mount und die Light Mount.
Beide Tastaturen setzen auf ein minimalistisches Design: schwarz, beleuchtete Tasten, kein Schnickschnack. Die Verarbeitung ist hochwertig. Die Oberseite besteht aus gebürstetem Aluminium, auf der Rückseite findet sich hingegen auch Kunststoff, was die Tastaturen nicht ganz so schwer macht wie die Tanker aus dem Hause Keychron.
Ein ARGB-Diffusor sorgt für eine gleichmässige Beleuchtung der PBT-Doubleshot-Keycaps. Diese sind angeraut, was ein sehr angenehmes und präzises Tippen ermöglicht.
Beide Tastaturen sind mit linearen Silent-Switches oder taktilen Silent-Switches erhältlich. Ich habe beide Varianten ausprobiert.
Die linearen Switches sind leichtgängiger, weicher und etwas leiser. Sie ermöglichen besonders schnelles Tippen und eignen sich daher gut für schnelle Games.
Die taktilen Silent-Switches benötigen etwas mehr Kraft und besitzen einen deutlich spürbaren Druckpunkt. Wer nicht nur zockt, sondern auch viel schreibt, dürfte damit glücklich werden.
Im Vergleich zu anderen mechanischen Keyboards sind beide Varianten sehr leise und sogar bürotauglich. Zu Hause benutze ich eine Keychron-Tastatur mit wunderschönem, cremigem Klickgeräusch. An das leise, dumpfe «Tonk» der be-quiet!-Tasten musste ich mich zunächst gewöhnen.
Wer allerdings oft mit Headset spielt, wird damit die Ohren seiner Mitspieler schonen.
Alle Switches und Stabilisatoren sind übrigens bereits vorgeschmiert und können ausgetauscht werden. Das nötige Werkzeug liegt beiden Tastaturen bei.
Für Schweizer Gamer gibt es allerdings einen grossen Wermutstropfen: Beide Tastaturen sind nicht im Schweizer Layout erhältlich. Getestet habe ich daher die Varianten mit deutschem Tastaturlayout.
Zubehör und Ergonomie
Auch das Zubehör ist durchdacht. Die mitgelieferten Kabel sind geflochten, weich, flexibel und hochwertig verarbeitet. Die Verbindung erfolgt ausschliesslich per Kabel, eine Funkübertragung wird nicht unterstützt.
Mitgeliefert wird ausserdem eine Handballenauflage, die sich magnetisch anbringen lässt und stabil hält. Die Variante der Light Mount ist etwas weicher und bequemer.
Bei der Dark Mount gibt es sogar zwei Auflagen – eine für die Tastatur und eine für den Nummernblock. Hier stört allerdings der Spalt zwischen beiden Elementen etwas.
Ergonomisch sinnvoll sind die Auflagen in beiden Fällen, denn die Tastaturen lassen sich in der Höhe verstellen: Die Light Mount über klappbare Füsse, die Dark Mount über magnetisch anbringbare Aufsätze.
Die Dark Mount geht noch einen Schritt weiter als die Light Mount. Wie erwähnt verfügt sie über ein Media-Dock und einen abnehmbaren Nummernblock. Dieser lässt sich links oder rechts anbringen.
Er besitzt zudem mehrere Funktionstasten mit kleinen Displays, die sich über die Software anpassen lassen. Sie lassen sich allerdings etwas strenger und weniger angenehm drücken als die mechanischen Schalter.
Das Media-Dock lässt sich an zwei unterschiedlichen Positionen oberhalb der Tastatur anbringen. Es ermöglicht die Steuerung von Videos und Musik. Es umfasst ein Display für die Uhrzeit, eine Stoppuhr und Weiteres. Auch das lässt sich via Software anpassen. Das Lautstärkerad bei der Light Mount gefällt mir besser als das im Media-Dock. Es lässt sich leichter und angenehmer drehen.
Software – Licht und Schatten
Es gibt sowohl eine lokale Anwendung für Windows als auch eine Variante, die in chromium-basierten Webbrowsern läuft. Letztere ist allerdings etwas abgespeckt und teils mit englischsprachigen Menüs. Wer die volle Kontrolle wünscht, greift zur lokalen Software.
Anpassen lassen sich unter anderem die Beleuchtung und die Tastenbelegung. Jede Taste kann mit Funktionen oder Makros neu belegt werden, bei der Dark Mount gibt es auch vielfältige Einstellungsoptionen für das Media-Dock und den Nummernblock. Die Menüs der Software sind klar und verständlich.
Ganz ohne Patzer kommt die Software jedoch nicht aus: So wird die Uhr auf dem Media-Dock der Dark Mount nur aktualisiert, wenn die lokale Software installiert ist. Nutzt man die Browservariante, muss die Tastatur gekoppelt werden, um die Zeit zu synchronisieren.
Ausserdem erscheint bei erneuter Verbindung eine Abfrage. Hier muss unbedingt «Einstellungen übernehmen» gewählt werden, sonst werden alle Anpassungen zurückgesetzt. Am besten wird hier zusätzlich ein Haken bei «Meine Auswahl merken» gesetzt, sonst erscheint jedes Mal dieser verhängnisvolle Dialog.
Fazit: gelungener Einstand
Beide Tastaturen von be quiet! überzeugen durch hochwertige Verarbeitung, präzise Schalter und sehr leise Anschläge. Hier klackert und klappert nichts, das Tippgefühl ist weich und angenehm.
Persönlich würde ich mich für die linearen Switches entscheiden, da die taktilen etwas mehr Kraft erfordern.
Der abnehmbare Nummernblock und das Media-Dock der Dark Mount sind zwar clever gestaltet und lassen sich stabil befestigen, der praktische Mehrwert bleibt jedoch überschaubar. Deshalb gefällt mir die entschlackte Light Mount besser. Hier gibt es kein überflüssiges Fett am Fleisch.
Hinzu kommt der Preis: Die Light Mount kostet rund 100 Franken weniger als die Dark Mount. Bei galaxus.ch gibt es die Light Mount für etwa 127 Franken, während die Dark Mount rund 227 Franken kostet.
Der grösste Negativpunkt bleibt das fehlende Schweizer Layout.
Die Dark Mount erhält 4 Sterne («gut»), die Light Mount 4,5 Sterne («sehr gut»).
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