News 14.02.2013, 11:47 Uhr

Wo die Schweiz am schnellsten surft

Das Bakom hat eine interaktive Karte vorgestellt, die zeigt, wie die Schweiz mit modernen Telecom-Netzen versorgt ist. Die Ergebnisse: HDTV hui, Glasfaser pfui.
Mit dem Breitbandatlas hat das Bundesamt für Kommunikation eine interaktive Karte vorgestellt, auf welcher Bevölkerung, Behörden und Netzbetreiber sehen, welchen Regionen und Gemeinden mit welchen Telco-Netzen und -Diensten versorgt sind.
Dabei kann nach TV-Verfügbarkeit, Download-Geschwindigkeit, Upload-Geschwindigkeit, Anschlussfasern und Telekomanbieter gesucht werden.
So sieht man beispielsweise, dass mittlerweile praktisch überall HDTV-Verfügbarkeit besteht und dass der Glasfaserausbau mit Ausnahme grosser Agglomerationen quasi inexistent ist.
Nicht überraschend sind die Ergebnisse, welche die Down- und Upload-Geschwindigkeiten betreffen. Während Zürich, Bern, Luzern, St. Gallen, Basel, Lausanne oder Genf teilweise theoretisch 100 Mbit/s für den Upload zur Verfügung stehen, muss sich der Grossteil der Schweiz mit 10Mbit/s begnügen. Dafür kann quasi die ganze Schweiz mit 100 Mbit/s downloaden, ausser einzelne Bergregionen, die nur 20 Mbit/s zur Verfügung haben. Zudem sieht man, welche Telcos in welchen Regionen wie verbreitet sind. Auch da gibt es keine Überraschung: Swisscom ist überall.
Die Karte soll laut dem Bakom folgende Funktionen erfüllen:
Der Breitbandatlas...
stellt die Datenautobahnen übersichtlich dar und zeigt die Wettbewerbssituation der Breitbandangebote auf
zeigt, welche Netzbetreiber, Technologien und Dienste an einem Standort verfügbar sind
hilft lokalen und regionalen Behörden sowie Netzbetreibern, Infrastrukturprojekte zu planen
macht die Versorgungslage transparent
enthält eine Zoomfunktion mit einer Genauigkeit bis auf 250x250 Meter hinunter
bietet weiterführende Informationen mit Links auf die Webseiten der Netzbetreiber
Die Daten wurden in Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern Energie Wasser Bern, IWB, Quickline und Partnernetzen, Sunrise, Swisscom, Cablecom und über hundert regionalen und lokalen Kabelnetzbetreibern (koordiniert via Swisscable) erhoben.
Nebst dem Breitbandatlas gibt es auf dem Internetportal hochbreitband.ch Grundlagen und Hintergrundinformationen zum Ausbau mit sehr schnellen Datennetzen (Hochbreitband), angereichert mit Beispielen und wissenschaftliche Studien. Damit Gemeinden, die ebenfalls Ausbauprojekte planen, Ansprechpartner für Beratungen haben, können sich entsprechende Firmen ab heute auf dem Internetportal registrieren.

Fabian Vogt
Autor(in) Fabian Vogt


Kommentare

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Reto Vogt
04.03.2013
Vorbild Deutschland Der Breitbandatlas zeigt die digitale Spaltung der Schweiz schonungslos auf. Während Städter mit schnellem Internet in allen Variationen (VDSL, Glasfaser oder LTE) versorgt werden, surft die Landbevölkerung übertrieben formuliert immer noch im Schneckentempo. Wie dieser Graben zugeschüttet wird, zeigt Deutschland: Die Regierung zwang die Anbieter bei der Lizenzvergabe der vierten Mobilfunkgeneration LTE dazu, damit zunächst ländliche Gebiete erschliessen, bevor die wirtschaftlich attraktiveren Städte in Angriff genommen werden durften. Mit entsprechendem Tempo machen sich die Anbieter an die Arbeit und schliessen ihre Ausbauverpflichtungen voraussichtlich schon in diesem Jahr ab.

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gucky62
04.03.2013
Naja man kann aber auch nicht beides haben. Im Grünen, preiswert wohnen und aber eine leistungsfähige und kostengünstige Infrastruktur haben. Ausser man zahlt die Mehrkosten dieser Infrastruktur auch. In der Stadt wohnen hat Vor- und Nachteile, wie dasselbe auf dem Land. Das Problem ist in D natürlich noch etwas umfangreicher, da die Fläche doch etwas grösser ist. Diesen Unterschied wird es zwangsläufig immer bis zu einem gewissen Grad geben, ob nun im OeV, oder in der Internet-Bandbreite. Am Schluss muss sich die Infrastruktur auch irgendwie rentieren. Gruss Daniel