News 03.02.2012, 13:38 Uhr

Schwarzfahrer organisieren sich online

Die Deutsche Bahn kämpft gegen Schwarzfahrer. Diese organisieren sich auf Facebook in Gruppen, um sich gegenseitig vor Billettkontrollen zu warnen. Ist das Problem auch in der Schweiz bekannt?
Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) will höhere Strafen für Schwarzfahrer. Aktuell können Fahrgäste ohne gültiges Billet in Deutschland maximal mit 40 Euro bestraft werden – im Vergleich zu den 100 Franken, die das Vergehen in der Schweiz kostet, ein Schnäppchen. Deshalb will der VDV die Strafen auf 60 Euro, im Wiederholungsfall gar auf 120 Euro erhöhen.
Sorgen bereitet den deutschen Verkehrsbetrieben auch ein neues Phänomen: Schwarzfahrer organisieren sich nämlich auf Facebook in Gruppen, um sich gegenseitig vor Billettkontrollen zu warnen.
«Jetzt ist es also schon so weit, dass potenzielle Schwarzfahrer sich online öffentlich helfen und organisieren. So wird das Fahren ohne gültigen Fahrausweis in der öffentlichen Wahrnehmung verharmlost. Dem muss der Gesetzgeber durch entsprechende Regelungen entgegenwirken», so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.
Auch in der Schweiz?
Ist das Problem der organisierten Schwarzfahrer auch in der Schweiz bekannt? Ein kurzer Blick auf Facebook zeigt: Es gibt zwar auch hier vereinzelte Gruppen, etwa «Anti Billett-Kontrolle» mit immerhin 61 Mitgliedern. Diese scheinen jedoch nicht wirklich aktiv zu sein und es gibt auch keine Hinweise auf Warnungen vor Kontrollen. Möglicherweise organisieren sich die professionellen Schwarzfahrer aber auch in privaten Gruppen, die nicht öffentlich einsehbar sind.
Die SBB wollten sich auf Anfrage nicht zum Thema äussern.


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