Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Fluoreszenzlicht zeigt unsichtbaren Rauch

TROPOS-Forscher finden Spuren von kanadischen Waldbränden in grossen Höhen über Europa.

Im Juni 2025 wurde Rauch von kanadischen Waldbränden beobachtet.

© (Quelle: Tilo Arnhold, tropos.de)

Mit der Fluoreszenz-Lidar-Technik lässt sich laut Forschern des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) nicht nur die Herkunft von Partikeln in der Atmosphäre besser bestimmen. Das Verfahren macht auch bisher praktisch unsichtbare Partikelschichten sichtbar. Details sind in "Atmospheric Chemistry and Physics" nachzulesen.

250 Stunden ausgewertet

Die Wissenschaftler haben 250 Stunden an Lidar-Messungen über Leipzig zwischen 2022 und 2023 ausgewertet. Dabei haben die Experten mehrfach sehr dünne Rauchschichten in grossen Höhen beobachtet, die von Waldbränden in Kanada stammten, aber mit klassischen Methoden nicht zu sehen waren. Die obere Troposphäre über Europa ist offenbar stärker verschmutzt als bisher angenommen, insbesondere während der sommerlichen Waldbrandsaison, heisst es.

Die Beobachtungen lassen vermuten, dass dünne Rauchschichten die Bildung von Eiswolken begünstigen. Die Fluoreszenz-Methode biete grosse Chancen für eine detailliertere Analyse solcher Wechselwirkungen zwischen Aerosolen und Wolken. Auch aktuell zeigen die Messungen in Leipzig wieder Waldbrand-Rauch aus Kanada. Dieser ist also nicht nur auf Satellitenbildern zu sehen, sondern lässt sich jetzt mit der neuen Technik genauer erforschen.

"MARTHA" liefert Daten-Pool

"MARTHA" ist das grösste und älteste Lidar am TROPOS in Leipzig. Es sendet Laserlicht auf drei Wellenlängen (355, 532 und 1.064 Nanometer) aus und sammelt das zurückgestreute Licht mit einem grossen Hauptspiegel von 80 Zentimetern Durchmesser. Im Empfänger wird dieses an den Partikeln in der Atmosphäre zurückgestreute Laserlicht analysiert, indem es mithilfe von präzisen Optiken nach verschiedenen Wellenlängen sortiert wird.

Anhand der Polarisation (Drehung) und des unterschiedlichen Streuverhaltens bei den verschiedenen Laserwellenlängen lässt sich auf die Art der Partikel schliessen. Aber die Unterscheidung in hohen Schichten zwischen Rauch und vulkanischen Sulfaten sowie in tiefen Schichten zwischen Rauch und städtischer Verschmutzung ist nach wie vor schwierig.

Diese Lücken schliessen sich nun per Fluoreszenz-Methode. Dabei wird der Effekt genutzt, dass Moleküle nach der Laser-Bestrahlung auf längeren Wellenlängen nachleuchten können, ähnlich wie es bestimmte Stoffe im UV-Licht einer Diskothek tun. Das erste moderne Mehrkanal-Atmosphären-Lidar-System mit Fluoreszenztechnologie wurde am Lindenberg-Observatorium des Deutschen Wetterdienstes vor über einem Jahrzehnt implementiert. (pressetext.com)

Kommentare

Forschung
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Die besten PCtipp-Artikel aus der Kalenderwoche 26
In der Kalenderwoche 26 vom 22. bis zum 28. Juni 2026 standen die Artikel «Swisscom startet Warnhinweis bei verdächtigen Anrufen» und «Warum Hardware-Preise jetzt und weiter explodieren» ganz oben in der Gunst unserer Leserschaft.
2 Minuten
Edler Falter: Das Honor Magic V6 kommt nach Europa
Honor bringt sein neues Flaggschiff nach Europa: Das Magic V6 ist ein Foldable mit grossem Display und einer sehr umfangreichen Ausstattung – das hat allerdings auch seinen Preis.
3 Minuten
2. Jul 2026
Electra öffnet App für 800'000 Ladepunkte in ganz Europa
Eine Ladekarte für zahlreiche Netze: Über die eMSP-Funktion erhalten Nutzer in der Schweiz Zugang zu über 15'000 Ladepunkten - mit einer Electra-Ladekarte, Autocharge an Electra-Stationen und einem reibungslosen Start ohne App-Wechsel.
4 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

«Vorsicht: Spam Verdacht»
Swisscom startet Warnhinweis bei verdächtigen Anrufen
Swisscom lanciert für ihren Callfilter eine neue Funktion. Mit der Erweiterung des Callfilters um die Funktion «Vorsicht: Spam Verdacht» erkennen Kunden potenzielle Werbe- und Betrugsanrufe bei ihrem Smartphone auf einen Blick.
2 Minuten
22. Jun 2026
Auswirkungen von Hitze auf Akkus in E-Autos, E-Bikes und E-Scooter
Die grosse Sommerhitze hat auch Folgen für die Akkus von E‑Bikes, E‑Scootern und E-Autos.
2 Minuten
25. Jun 2026
Google bringt Android 17 auf erste Smartphones
Zuerst auf seinen eigenen Pixel-Smartphones rollt Google jetzt Android 17 aus. Die neue Version des Betriebssystems bietet unter anderem erweiterte Funktionen, mehr Sicherheit und optische Verbesserungen.
2 Minuten
18. Jun 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare