News 08.12.2015, 08:40 Uhr

Callcenter-Anrufe und Garantien: die Ärgerrangliste des Konsumentenschutzes

Schweizer Verbraucher haben sich im letzten Jahr am meisten über unerwünschte Werbeanrufe und «selbstverschuldete Schäden» an Handys und Kameras geärgert.
Über 7400 Anfragen hat die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) per Mail, Post und Telefon im 2015 empfangen. Das sind nach Angaben der SKS «satte 24 Prozent» mehr als im Vorjahr (6015 Anfragen). Über ein Drittel der Beratungen der SKS (36 Prozent) drehten sich um lästige Werbeanrufe. Die Callcenter-Beschwerden haben auf jeden Fall nicht abgenommen. Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent angestiegen. Gleich nach Rang 2 («Unerlaubte Inkassoforderungen») positioniert sich auf Platz 3 das Ärgernis über abgelehnte Garantieforderungen, insbesondere bei Elektronikgeräten. Wegen angeblicher Selbstverschuldung gingen viele Anbieter nicht auf Garantieforderungen ein.

Rang 1: unerwünschte Werbeanrufe

Bei den unerwünschten Werbeanrufen unterscheidet der Konsumentenschutz zwischen zwei häufigen Szenarien: Einerseits widersetzen sich nach wie vor zu viele Callcenters dem Sterneintrag und verstossen dabei gegen den unlauteren Wettbewerb. Andererseits unterjubeln die Anrufer in einem anderen Fall Kunden öfters einen ungewollten Vertrag zu einer Dienstleistung. Lange Streitigkeiten inklusive Inkassoforderungen und Betreibungen seien dann meist vorprogrammiert.  
Dies überrascht nicht: Allein 11'500 Beschwerden zum Thema «unerwünschte Werbeanrufe» zählte das Seco im letzten Jahr. Das Problem: Viele Callcenter haben sich ins Ausland verlagert und machen via Einwahlcomputern von Schweizer Fernmeldenummern Gebrauch, die nicht zwingend einen Sitz in der Schweiz voraussetzen. 

Rang 3: Garantieforderungen

Was die Garantieforderungen bei Handys und Fotokameras anbelangt, handle es sich vor allem um Schadenfälle, die durch Aufschlag auf dem Boden oder durch Wasser entstanden seien. Der Konsument wird dann aufgefordert, das Gegenteil der Selbstverschuldung zu beweisen. Allerdings würden viele Konsumenten aus Kostengründen vor einer Expertise zurückscheuen. 
Die SKS erwägt, sich weiterhin mit dem Thema der geplanten Obsoleszenz, der absichtlichen Verringerung der Lebensdauer eines Gerätes, zu widmen. In der Schweiz zeigte sich das Swico, der Verband der ICT-Anbieter in der Schweiz damals «erstaunt über die Forderungen der SKS». Das deutsche Umweltbundesamt hat indes Ende Juni über ein kennzeichnendes Label entschieden. 
Die ganze «Ärgerrangliste» der SKS vom Jahr 2015 finden Sie unter diesem Link.

Autor(in) Simon Gröflin


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