News 19.08.2010, 07:36 Uhr

1000 Mal schnellere Chips

Lyric Semiconductor stellt eine CPU-Architektur vor, die nicht mehr nur mit den Werten 0 und 1, sondern mit Zwischenwerten rechnet. Diese soll gegenüber x86er-Prozessoren von AMD oder Intel bis zu 1000 Mal schneller sein.
Mit Wahrscheinlichkeits-Berechnungen zu neuen Leistungsspitzen: Chip von Lyric
Der Spin-off des Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit dem Namen Lyric Semiconductor zeigt eine neue Art, wie CPUs arbeiten können. Als erste Umsetzung kommt die Lyric Error Correction (LEC) für Flash-Speicher auf den Markt. Damit werden nötige Fehlerkorrekturen deutlich energieeffizienter, so der Hersteller. Ab 2013 soll mit GP5 (General-Purpose Programmable Probability Processing Platform) eine Allzweck-Prozessorplattform folgen. Diese verspricht einen enormen Leistungssprung bei Anwendungen aller Art.
Ein Grundprinzip von Computern ist, dass Daten binär in einer Abfolge von Nullen und Einsen gespeichert werden. Lyric hat nun nach eigenen Angaben einen neuartigen Logikschaltkreis entwickelt, in dem Transistoren eher wie Dimmer als wie Ein-Aus-Schalter fungieren. Dadurch wird es möglich, nicht einfach nur die Bitwerte 0 und 1 zu verarbeiten. Vielmehr rechnet der Schaltkreis auch mit dazwischen liegenden Werten. Die Lyric-Prozessoren sind zudem darauf ausgelegt, viele derartige Rechnungen parallel auszuführen.
Damit verspricht das Unternehmen eine deutlich gesteigerte Prozessorleistung, besonders bei Anwendungen, bei denen es um Wahrscheinlichkeiten geht. In solchen Fällen sind derzeitige Chips relativ ineffizient, da sie für solche Berechnungen unglaublich viele Einzelschritte benötigen. Das Spektrum potenzieller Einsatzgebiete für die neue Architektur ist gross und reicht von Suchanfragen über Spam-Filter bis hin zu finanzmathematischen Modellen und Gensequenzierung.

Zunächst will Lyric seine Technik bei Flash-Speichern ...

Zunächst will Lyric seine Technik bei Flash-Speichern zum Einsatz bringen. Denn etwa jedes Tausendste Bit wird dort falsch ausgelesen, was aufwendige Fehlerkorrekturen nötig macht. Mit zunehmender Speicherdichte dürfte sich dieses Problem noch verschärfen. Die LEC setzt nun auf das Rechnen mit Wahrscheinlichkeiten, um die erforderlichen Prozessormodule 30 Mal kleiner und 12 Mal energieeffizienter zu machen. Diese Technik kann laut Unternehmen innerhalb von zwölf Monaten in Produkte umgesetzt werden.
Bis der GP5 verfügbar ist, wird es noch etwas länger dauern. Erste Produktproben der Plattform mit eigener Programmiersprache sollen ab 2013 ausgeliefert werden. Mit seinen Chips und Programmiermethoden will Lyric dann für Rechenaufgaben wie eben Websuche und Gensequenzierung bis zu 1000 Mal mehr Leistung bieten als x86er-Prozessoren.

Autor(in) David Lee




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