News 13.01.2014, 09:16 Uhr

3234 Informatiker auf Stellensuche

Die aktuellsten Seco-Zahlen sind für die Informatikbranche mit Vorsicht zu geniessen. Einerseits gibt es deutlich mehr arbeitslose Informatiker als im Vorjahr. Im Vergleich mit anderen Branchen schneidet die Informatik aber gut ab.
Fast 150'000 Personen waren Ende Dezember 2013 bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben. Darunter auch 3234 Informatiker, teilt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit. Das sind 5,2 Prozent mehr arbeitslose Informatiker als noch im November und sogar 11,4 Prozent mehr als im Dezember 2012. Warum das so ist, weiss das Seco nicht.
Eine Erklärung könnten die Entlassungen auf dem Zürcher Bankenplatz sein, wie das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich schreibt. In Zürich waren Ende 2012 796 Informatiker arbeitslos, Ende 2013 waren es 892 (+12,1 Prozent). Nur die Berufsgruppe «Reinigung, Hygiene, Körperpflege» verzeichnete in Zürich einen noch grösseren absoluten Anstieg an Arbeitslosen.
Vergleicht man die Informatik aber mit anderen Branchen, steht sie wesentlich besser da. Während im Dezember 2013 2,2 Prozent aller Informatiker arbeitslos waren, lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote in der Schweiz bei 3,5 Prozent. Zum Vergleich: «kaufmännische administrative Berufe» verzeichneten eine Arbeitslosigkeit von 12,2 Prozent, das Baugewerbe 12,6 Prozent (wobei dieses im Winter traditionell schlecht abschneidet).

Fabian Vogt
Autor(in) Fabian Vogt


Kommentare

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Telaran
14.01.2014
Es gibt ja sehr viele offene Stellen im IT Bereich, aber die sind meist sehr spezifisch betr. Tool-Kenntnissen und Fach-Know-How. Zudem sind die Löhne wegen Offshoring und Migrationsdruck (v.a. aus dem "Norden") stark am fallen ... Das deckt sich mit meinen Erkenntnissen der letzten 16 Monaten (bin nicht Arbeitslos, musste jedoch zwei mal auf die Stellensuche gehen). Wobei ich fairerweise sagen muss, dass meine Erfahrung eher im Programmierer-Segment(Applikationsentwicklung PL/SQL + .Net) herkommt, wo weniger Spielraum für Differenzen (KnowHow, Fähigkeiten, Erfahrung) besteht. Ich persönlich sehe aber die Tendenz, dass eine viel zahl von Firmen auch weniger Interesse haben die Mitarbeiter zu binden (Lohn, Dienstleistungen oder ähnliches) und zu fördern (Möglichkeiten zur Weiterbildung oder KnowHow Aufbau). Die zusätzliche Entwicklung mit Kosten/Zeitdruck bei Projekten (keine Zeit jemand einzuarbeiten) und auch der Migrationsdruck (wir kriegen jemand aus <Land einfügen> der das selbe für 30% weniger macht) tun ihren Rest zum Dilemma. Deswegen haben wir das Paradoxon mit "72'500 informatiker gesucht" und "3234 Informatiker Arbeitslos". Das tragische an der Sache: Das RAV ist selten fähig eine praktikable Lösung für Informatiker zu finden (was will ein Informatiker mit einem Kurs über schreiben von Bewerbungen in Word?)

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amanda
14.01.2014
Frostige Zeiten Wir Informatiker sind ja seit Jahren mit Herzblut dabei sämtliche Abläufe und Aufgaben unserer Arbeitgeber zu verbessern und weiter zu entwickeln, bis zur Perfektion. Das diese Entwicklung nicht nur bei uns Informatiker zu „Burn-out“ und „Infarkt“ führt sondern auch bei Mitarbeiter, die dadurch wie Schachfiguren immer wieder neue Aufgaben zugeteilt erhalten ist klar. Das System ist heute so ausgereift das halt auch unsere Oberste Etage weiss wo es am „günstigsten“ ist... oder man lagert aus. Ich staune auch immer wieder über „Anforderungsprofile“ der IT-Stellen. Gewünscht eine „Vollmilchsau die Eier legt“ dabei mindestens 6 Sprachen spricht und flexibel ist. Vom Reisen nicht abgeneigt. Akademiker ab Stufe „Support“ von Vorteil. Möglichst viel Erfahrung. Alter - 30 Jahre. Lohn analog KV. Also zieht Euch warm an, und achtet auf Eure Gesundheit.

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Juerg Schwarz
14.01.2014
eine „Vollmilchsau die Eier legt“ . Wollmilchsau - Das Teil heisst "Eierlegende Wollmilchsau"