Anti-Kabelsalat
24.09.2021, 13:00 Uhr

EU fordert einheitliches Ladekabel für Elektrogeräte

Die EU-Kommission sagt dem Kabelsalat den Kampf an: Europäische Nutzer sollen in Zukunft nur noch ein Kabel zum Laden von Handys, Tablets oder Kopfhörern brauchen.
(Quelle: Solen Feyissa/Unsplash)
Die EU-Kommission hat am Donnerstag einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, nach dem Kabel zum Laden von Elektrogeräten vereinheitlicht werden sollen. Gängiger Standard soll der USB-C-Anschluss werden, den schon heute viele Firmen wie Samsung und Motorola verbauen. Vor allem für Apple mit seinem hauseigenen Lightning-Anschluss wäre die Vereinheitlichung ein Ärgernis.
«Die europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher haben sich lange genug über inkompatible Ladegeräte, die sich in ihren Schubladen anhäufen, geärgert», sagte EU-Kommissionsvize Margrethe Vestager. Zugleich profitiere die Umwelt von einer Vereinheitlichung der Ladebuchsen, weil deutlich weniger Elektroschrott entstehe. Verbraucher sollen durch den Vorschlag der EU-Kommission 250 Millionen Euro im Jahr sparen.
Mit ihrem Vorstoss setzt die Behörde der freiwilligen Kooperation mit der Industrie nach jahrelangem Zögern ein Ende. Schon 2009 einigten sich 14 Handy-Hersteller – unter ihnen Apple – auf Druck der EU-Kommission in einer Selbstverpflichtung auf einen einheitlichen Standard für Netzteile.
Bei den Buchsen in Smartphones und Tablet-Computern blieben von einst mehreren Dutzend Typen noch drei übrig: Das inzwischen veraltete Micro-USB, das neuere USB-C und die dünneren Lightning-Anschlüsse von Apple.
Die USB-C-Buchsen sollen dem Kommissionsvorschlag zufolge in Smartphones, Tablets, Kameras, Kopfhörern, tragbaren Lautsprechern und Hand-Konsolen Standard werden. Ausserdem schlägt die Behörde vor, dass Konsumenten neue Geräte in Zukunft ohne Ladegerät kaufen können müssen, denn schliesslich liegen in den meisten Haushalten ohnehin Netzteile herum. Auch soll die Schnelllade-Technologie in allen Geräten vereinheitlicht werden.
Bis all dies Realität ist, dürfte es noch dauern. Zunächst müssen EU-Parlament und EU-Staaten darüber verhandeln. Anschliessend müssen die neuen Regeln in nationales Recht umgewandelt werden, ehe den Herstellern eine Übergangszeit von zwei Jahren gewährt werden soll.

Autor(in) dpa



Kommentare

Avatar
miramunt
24.09.2021
Ich kann die Idee hinter diesem Beschluss schon sehen. Doch stellen wir uns einmal vor, dieser Beschluss wäre vor einigen Jahren gefallen und Micro-USB wäre das 'alleinig seelig machende' Kabel geworden? Dann würden wir uns noch jahrelang mit den lausigen Uebertragunsraten herunquälen dürfen. Denn was einmal etwas in ein einem Gesetz steht, dann dauert es (auf das Computerzeitalter bezogen) eine 'Ewigkeit' bis das wieder geändert wird. Deshalb kann ich Apples Einwand gut verstehen, dass so ein Beschluss die Innovation stark hemmt. Gut gemeint ist jedoch oft nicht gut gemacht...

Avatar
karnickel
25.09.2021
...Micro-USB wäre das 'alleinig seelig machende' Kabel... @miramunt Schon klar, dass alle drei bis fünf Jahre ein neuer Stecker kommt und die EU diesen dann immer wieder übernimmt. Einfach bloss, um keine Apple-Stecker haben zu müssen. Micro-USB ist genauso wie in diesem Artikel für USB-C beschrieben eine solche EU-Empfehlung. Kann nun sein, dass die EU dies stärker reguliert. Sprich dass es nun vielleicht sogar kontrolliert wird. Ich sehe zwei andere Probleme...

Avatar
Jürgen N.
26.09.2021
Mein A52 ist jedenfalls in gut 3 Stunden voll. Der Akku erwärmt sich dabei spürbar also fliesst genug Saft. Natürlich am Ladestecker, nicht am PC.