News 12.06.2001, 11:30 Uhr

GunsForKids.com: Waffen für die Schule?

GunsForKids sorgt für Aufregung in der Internetgemeinde – zumindest bei jenen, die das Angebot nur überfliegen.
Ein Maschinengewehr? Oder lieber eine handliche Pistole? Warum nicht gerade ein Minenwerfer! Unter www.gunsforkids.com [1] werden sämtliche Waffen angeboten, die Kindern den Alltag leichter machen könnten, wie zu lesen ist.
Die Site ist einfach aufgebaut. Linkerhand werden Nachrichten von Kaufenden gezeigt, im Hauptteil der Site stehen verschiedene Waffen im Angebot. So schreibt etwa der Schüler Scott: "Jeden Tag wurde ich geplagt in der Schule. Nachdem ich diese Seite gefunden und ein paar Einkäufe getätigt habe, wurde ich anders behandelt, als ich Montags zur Schule ging. Danke, ihr seid die Besten!"
Bei der Beschreibung der zu bestellenden Artikel sind die Autoren von gunsforkids.com auch nicht heikel. So steht beim Wehrmacht-Flammenwerfer: "Steig auf einen Cafeteria-Tisch mit einem Tank voll dickem, stinkendem Dieselöl auf deinem Rücken und beobachte die Reaktion der Klassenkameraden und Lehrer. Bewege Dich draussen nach rechts und links um die SWAT-Teams und die gepanzerten Polizeifahrzeuge auszunehmen…"
Die Waffen lassen sich wie bei jedem Online-Laden in einen Warenkorb legen und ein Bestellformular kann ausgefüllt werden. Verlangt werden der Name der Eltern und deren Kreditkartennummer. Es ist nicht einmal Möglich, eine falsche Nummer anzugeben, weil sie online überprüft wird. Ganz sicher ist hingegen, dass die Waffen nicht tatsächlich geliefert werden. Es müssen nämlich gar keine Adressangaben für die Lieferung gemacht werden.
Was genau das Ziel der Site ist, kommt nicht zum Vorschein. Wenn Sie die Diskussion über den Verkauf von Waffen im Internet anregen will, hat sie dies vermutlich bereits erreicht. Im Netz findet sich ein Artikel, der in der Aufmachung des TV-Senders NBC daher kommt und die Site bespricht. Ob er autentisch ist, ist nicht ersichtlich. Es wird dort aber auch spekuliert, dass jemand ganz einfach versucht, an Kreditkartendaten heranzukommen.
Diese Site ist ein Beispiel dafür, wie einfach im Web eine grosse Anzahl von Besuchenden angezogen werden kann. Die kontroverse Thematik und das auf den ersten Blick authentisch wirkende Angebot sind - obwohl geschmacklos - offensichtlich anziehend.


Autor(in) Beat Rüdt


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