Kommentar 16.05.2022, 08:00 Uhr

ZKB-Mobile-Update: tief durchatmen

Anfang Mai lancierte die ZKB ihre neue ZKB-Mobile-App im neuen Kleid. Und zog damit den Zorn der Kundinnen und Kunden auf sich. Ein Kommentar.
ZKB Neue Hard
(Quelle: Zürcher Kantonalbank)
Da ich ein Konto bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) besitze, konnte ich die mobile ZKB-App ausprobieren. Das neue Design ist klar und schlicht gewählt, dennoch ist es moderner und frischer als das alte. Ich finde die App nicht wirklich unübersichtlich, wie das die Nutzergemeinde in Googles Play Store schreibt. Auf dem Homescreen findet sich das Hauptkonto und darunter die Buttons Scannen, Übertrag und Mitteilung. Auch Nachrichten sowie Auch relevant für Sie sind hier zu finden. Ob hier künftig wirklich Relevantes erscheint, muss sich weisen. Sollte da künftig Werbung ausgespielt werden, wäre das natürlich sehr ärgerlich.
So sieht der Home-Screen der neuen ZKB-App aus. Dies wurde mit einer Kamera aufgenommen, da die Banking-App keine Screenshots zulässt
Quelle: cma/PCtipp.ch
Will man seine neusten Bewegungen sehen, benötigt es übrigens auf dem Home-Screen nur ein Tippen auf das Hauptkonto. Dann werden direkt die letzten Gutschriften und Belastungen des Hauptkontos aufgelistet. Wer mehrere Konten besitzt, muss manuell eine Registerkarte weiter gehen (Vermögen). Ein Tab weiter ist Zahlungen zu finden.
PCtipp-Redaktorin Claudia Maag
Quelle: NMGZ/PCtipp
Einer der im Play Store zu Recht kritisierten Punkte ist, dass man keine Saldovorschau mehr sieht. Die ZKB krebst nun zurück und teilt auf Anfrage mit, dass ab Mitte Juni die Saldovorschau wieder verfügbar sein werde. Das ist ein unnötiger Patzer, den man hätte vermeiden können. Das nervige Problem beim Cookie-Banner (man sah den Button nicht) wurde laut ZKB «erkannt und bereits gelöst».
Verärgert sind auch Kunden, die bisher Vertragsnummer und Passwort via Google-Passwort-Manager gespeichert und automatisch ausgefüllt haben. Unter Android funktioniert der Google-Passwort-Manager hierfür derzeit nicht. Man arbeite daran, diesen baldmöglichst wieder anzubieten, heisst es auf Anfrage. Bis dahin: Den Benutzernamen (Vertragsnummer) kann man immerhin via Services/Einstellungen speichern. Das Passwort muss man aber immer wieder eintippen. Dank zügigem automatischen Ausloggen geschieht das leider oft. Als Alternative gibt es – wie bisher – das biometrische Login. Das ist zwar eine zeitgemässe und sichere Login-Lösung, doch längst nicht alle wollen Biometrie verwenden.
Hingegen kann ich die Kritik am Rechnungen-Scan nicht bestätigen. Das funktioniert bei mir einwandfrei. Auch wurde ich bei einem zweiminütigen Selbstversuch beim Erfassen/Tippen einer Mitteilung (Android-Version) nicht «rausgeworfen». Das Schreiben geht allerdings sehr langsam voran und oft springt der Cursor zum Anfang der Nachricht. 
Auf Anfrage bei der ZKB heisst es, die Rückmeldungen seien stark zurückgegangen. Die App laufe stabil bei gleich intensiver Nutzung wie vor dem Update. Als langjährige ZKB-Kundin habe ich ehrlich gesagt vom App-Update nichts Revolutionäres erwartet. Doch es wird rasch klar, dass man nicht an jene Kunden gedacht hat, die ihre Bankgeschäfte ausschliesslich über eine mobile App regeln wollen. Offenbar hat man die Jungen vergessen. Von einer seriösen Traditionsbank hätte man ein sorgfältigeres Vorgehen bei etwas so Wichtigem wie einem App-Update erwarten dürfen.



Kommentare

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Klaus-Dieter
16.05.2022
Hallo Frau Maag. Ihre "Liebeserklärung" an die ZKB betr. neuer Software in allen Ehren. Es gibt aber noch andere Schwachstellen. Bei noch stets vorhandenen orangenen Zahlkarten ist immer noch Fingerakrobatik auf dem Handy notwendig wegen fehlender Angaben wie zB Name des Empfängers etc. Neu muss man beim Scannen des QR-Codes zuerst das Handy vertikal zum Code halten und dann in die Horizontale schwenken. Bei der alten Version konnte ich das Handy direkt horizontal benutzen. Noch ein Wort zur PC/Notebook- Version: Es sollte doch mittlerweile für eine reiche Bank wie die ZKB möglich sein, QR-Codes bei PC/Notebook direkt über deren Webcams einlesen zu können. Oder bestehen da etwa Geschäftsbeziehungen mit ZB Crealogix etc. (mit deren meiner Ansicht nach horrenden Preisen) ?