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26.02.2024, 06:45 Uhr

KI-Filme verbessern Gesundheit von Kindern

Englischsprachige Lehrfilme werden dank KI automatisch übersetzt. Das ist vor allem für Entwicklungsländer gedacht.
(Quelle: Pexels)
Die gesundheitliche Betreuung von Kindern in weniger entwickelten Ländern lässt sich mit 45 neuen muttersprachlichen Videos entscheidend verbessern. Die Filme, die auf Smartphones laufen, hat ein Team von Kinderärzten am Mass General Brigham hergestellt, dem grössten Krankenhausforschungsunternehmen der USA. 45 Videos herzustellen ist schon eine gewaltige Aufgabe. Sie dann auch noch in mehrere Sprachen zu übersetzen, übersteigt gefühlsmässig die Möglichkeiten der Filmemacher - ist mittels Künstlicher Intelligenz (KI) aber kein Problem.

Bessere globale Gesundheit

"Es ist wirklich aufregend, KI zu nutzen, um diesen videobasierten Lehrplan auf so effiziente Weise in mehrere Sprachen zu übersetzen. Die Möglichkeit, die Reichweite unseres Lehrplans, der sich auf die multidisziplinäre Pflege konzentriert, zu erweitern, entspricht unserer langjährigen Mission, Inklusivität und Kommunikation in der globalen Gesundheit zu fördern", sagt Intensivmedizinerin Phoebe Yager.
Mit der weiteren Verfeinerung von KI-Übersetzungs-Software hätten solche Tools das Potenzial, die Art und Weise der medizinischen Ausbildung grundlegend zu verändern. Christopher Hartnick, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde bei Kindern: "Globale Gesundheit wird durch Sprachprobleme in der ganzen Welt behindert. Generative KI bietet eine Möglichkeit, diese Hürde zu meistern."

Erste Versionen in Spanisch

Die Filme sind jeweils drei bis acht Minuten lang. Sie sollen medizinisches Personal auf der ganzen Welt über Themen der pädiatrischen Versorgung aufklären, die die Teamarbeit, die Verbesserung der zwischenmenschlichen Kommunikation, chirurgische Verfahren nach dem Motto "So mache ich es" sowie gezielte Anleitungen für die Anästhesie, die Pflege auf der Intensivstation, die Stationspflege und den Übergang vom Krankenhaus nach Hause betreffen.
Die Videos wurden auf Englisch aufgenommen und dann mithilfe des generativen KI-Sprachmodells GPT-4 von OpenAI ins Spanische übersetzt, wobei lateinamerikanische Variationen berücksichtigt worden sind. Die Videos wurden dann mit synthetischen Sprachavataren von Muttersprachlern angereichert.
Bisher wurden die Videos in Guatemala, unter anderem an 150 Krankenschwestern, und in Kolumbien verteilt und stiessen dort auf positive Resonanz. Die Forscher planen, die Patientenergebnisse in Bezug auf Komplikationen und Sterblichkeit in Krankenhäusern zu verfolgen und zu prüfen, ob diese Videos eine positive Wirkung haben. Sie beabsichtigen auch, die Videos in andere Sprachen zu übersetzen.(pressetext.com)


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