News 30.09.2015, 08:24 Uhr

Test: Umstieg auf OS X El Capitan lohnt sich

Das neue Mac-Betriebssystem ist da! Alles, was Sie über «El Capitan» wissen müssen und vor der Installation beachten sollten, erfahren Sie hier.
Ab heute steht das neue Mac OS X 10.11 «El Capitan» zum Download bereit. Damit Sie nicht lange nach den besten neuen Features suchen müssen, verschaffen wir Ihnen im Folgenden einen Überblick.

Besseres Fenster-Management

Mit einer Drei-Finger-Wischgeste nach oben oder per F3-Taste verteilt «Mission Control» jetzt alle Fenster auf einer Ebene. Was uns besonders gefällt: Man erkennt nun aufgrund der Anordnung besser, welche Programme man soeben geöffnet hat. Wenn der Desktop voll wird, kann ein Fenster an den oberen Rand des Bildschirms gezogen werden, um einen weiteren leeren Desktop zu erstellen. Einzelne Fenster lassen sich jetzt schnell in leere Desktops verschieben. Wirklich gut: Nun kann man zuoberst bequem zwischen den einzelnen «Schreibtischen» hin- und herjonglieren.
Wirklich cool: das überarbeitete Mission Control mit den «Schreibtischen» (oben)

Split View

Wer oft mit mehreren Apps hantiert, kann nun mit der Funktion «Split View» zwei Vollbild-Apps nebeneinandner anordnen. Die Programme teilen sich dann den Bildschirm hälftig. Das geht am einfachsten, indem man eine fähige Applikation über den grünen Knopf in den Vollbildmodus versetzt. Anschliessend begibt man sich per F3-Taste oder Drei-Finger-Wisch nach oben ins Mission Control. Per Drag-and-Drop zieht man anschliessend eine zweite Anwendung in den obigen Desktop. Hat es geklappt, teilen sich die beiden Anwendungen die Bildfläche.
Split View mit zwei Mac-Apps (hier VMware Fusion und Safari)

Verbesserte Spotlight-Suche

Apples übergreifende Desktop-Suche «Spotlight» wird intelligenter. Ähnlich wie Siri interpretiert die überarbeitete Mac-Suche jetzt ganze Sätze. Mit natürlichen Fragen kann man nun auch Wettervorhersagen und Sportergebnisse abrufen. Als effizient erweist sich die neue Spotlight-Suche vor allem im Finder oder im E-Mail-Client. Frag ich z.B. Spotlight nach einer «E-Mail von Klaus Zellweger im Oktober 2014», sucht der Finder danach. Tippt man im Finder einen Satz wie «Dokument, an dem ich gestern gearbeitet habe» ein, wird tatsächlich das Suchfeld nach bestimmten Dateien eingegrenzt.
Vor allem im Finder überzeugt die neue Spotlight-Suche
Zur Erinnerung: Spotlight rufen Sie am einfachsten mit der Tastenkombination Leertaste+cmd auf. Neuerdings kann man das Suchfenster auch beliebig hin- und herschieben.
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Neue Safari- und Mail-Funktionen

Safari: Seiten «pinnen»

Unter Windows hat Safari faktisch an Bedeutung verloren, nicht so im Apple-Betriebssystem: Es scheint ein immer wieder gepflegtes Kind von Apple zu sein. So gibts auch im Safari immerhin zwei neue Funktionen, die recht nützlich sind: Schiebt man geöffnete Tabs nach links, schafft man Platz in der Tab-Reihe. Noch besser: Die zusammengestauchte Tabs bleiben dort abgespeichert und öffnen sich wieder, wenn Safari neu gestartet wird.
Schiebt man wichtige Tabs nach links, bleiben diese beim nächsten Safari-Neustart sogar gespeichert
Praktisch auch: In der URL-Leiste findet man unter anderem ein neues Lautstärkesymbol vor, sobald auf einer Webseite Audio abgespielt wird. Die mühselige Suche nach einem nervigen Audio-Tab entfällt. Alternativ kann man über das neue Symbol direkt zu dem Tab navigieren, in welchem Audio abgespielt wird.

Mail-App mit Wischgesten

Zur Mail App gesellen sich ebenfalls ein paar Neuerungen. Mit zwei Fingern nach rechts gewischt, lässt sich eine Mail nun direkt als ungelesen markieren. Mit einem Wisch nach links befördert man die Mail direkt in den Abfalleimer.
Per Zwei-Finger-Wischgesten lassen sich Mails als ungelesen kennzeichnen oder in den Papierkorb schieben

Multimedialer Notizzettel

Die Notizen-App vom Mac OS wurde grosszügig überarbeitet. Es lassen sich neuerdings auch Fotos, PDFs oder Videos per Drag-and-Drop in die eigenen Notizen ablegen.

Welche Geräte unterstützen «El Capitan»

Bezüglich Systemvoraussetzungen verhält es sich bei Mac OS X 10.11 El Capitan eigentlich genau wie im letzten Jahr. Das neue Mac OS stellt somit keine höheren Anforderungen an die Hardware - im Gegeinteil: «El Capitan» soll sogar ältere Mac-Flotten wieder segelbereit machen.
  • Mac: Mitte 2007 oder neuer
  • MacBook: 13-Zoll-Alu-Modell, Ende 2008; oder 13-Zoll-Modell Anfang 2009 und neuere Modelle
  • MacBook Pro: 13-Zoll-Modell, Mitte 2009 oder neuer; 15-Zoll- und 17-Zoll-Modelle seit Juni 2007 oder neuer
  • MacBook Air: Ende 2008 oder neuer — also: «MacBookAir 2,1» oder neuer

Preis und Verfügbarkeit

OS X El Capitan ist heute als kostenloses Update im Mac App Store verfügbar.

PCtipp meint

Mac OS X El Capitan bringt unter dem Strich viele kleinere Verbesserungen mit sich. Das beste neue Feature ist das überarbeitete «Mission Control». Noch nie war es so einfach, zwischen mehreren Programmen und Desktops zu wechseln. Ansonsten hält sich die Funktionsvielfalt diesmal sehr in Grenzen. Dafür hat Apple am Kernel des Betriebssystems geschraubt, und das merkt man. Speziell in Grafikprogrammen macht sich eine bessere Auslastung von GPU und CPU deutlich bemerkbar. Sogar ein älteres 13-Zoll-MacBook Pro mit Jahrgang 2011 kam im Test problemlos mit der ersten Beta Preview zurecht.
Hinweis: Bis jetzt sind keine grösseren Kompatibilitätsprobleme mit populärer Software bekannt. Wir raten aber dennoch zu einer Überprüfung wichtiger Programme, etwa bei bezahlter Software. Eine nützliche Hilfestellung bietet beispielsweise das Portal http://roaringapps.com.

Autor(in) Simon Gröflin



Kommentare
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gucky62
01.10.2015
Naja, lohnt ist wohl relativ. Leider hat Apple mal wieder einige mühsame Fehler eingebaut. Das QMS sollte mal etwas Improvment erfahren. Der Apple Mail Client wurde leider eher verschlimmbessert. Mit dem SMTP Servern hat der Client so seine Probleme. Vor allem wenn man mehrere verwendet. Auch werden einige Konfigurationen durch das Upgrade einfach geändert, was recht mühsam ist. Die Logik mit den Mailservern ist mir bisher noch nicht eröffnet worden, was einfach mühsam ist, da es vorher gut funktionierte. Mal sehen was sonst noch kommt. WLAN hat auch schon etwas rumgezickt. Muss sich aber zuerst mal noch bestätigen, ob da Apfel wieder Probleme eingebaut hat. Aber zuerst mal noch einige Erfahrung mit der neuen OS Version sammeln. Gruss Daniel

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Nebuk
01.10.2015
Unter Windows hat Safari faktisch an Bedeutung verloren Liegt daran, dass Apple schon lange keine Updates mehr auf anderen Systemen dafür bereitstellt. Denn dort rottet er so vor sich hin. Einzig auf einem Mac bietet Apple Aktualisierungen und Weiterentwicklungen. Schiebt man geöffnete Tabs nach links, schafft man Platz in der Tab-Reihe. So wie unter Google Chrome mit der Funktion "Tab anheften" Die zusammengestauchte Tabs bleiben dort abgespeichert und öffnen sich wieder, wenn Safari neu gestartet wird. So wie unter Google Chrome mit der Funktion "Beim Start" > "Zuletzt angesehene Seiten öffnen" In der URL-Leiste findet man unter anderem ein neues Lautstärkesymbol vor, sobald auf einer Webseite Audio abgespielt wird. Die mühselige Suche nach einem nervigen Audio-Tab entfällt. Tolle und für mich eine sehr hilfreiche Funktion, würde mir bei anderen Browsern auch gefallen :) Eine Frage, wird mit dem Slider jeweils die ganze Lautstärke vom System oder dem ganzen Browser geregelt oder wirklich nur jene vom aktuellen einen Tab?