Google 13.10.2021, 08:00 Uhr

Tausende Fake-Rezensionen bei Google Maps entdeckt

Der Kauf von gefälschten Bewertungen auf Google Maps ist noch gang und gäbe, wie eine SRF-Datenrecherche zeigt.
(Quelle: Google)
Im deutschsprachigen Raum sind Fake-Bewertungen auf der Navigations-App Google Maps noch immer keine Seltenheit. Über 500'000 Bewertungen von 300'000 Profilen bei 30'000 Unternehmen in der Schweiz und im deutschsprachigen Raum hat SRF nach eigenen Angaben gesammelt.

Alle profitieren - ausser den Kunden

Bei der Datenanalyse seien mehrere Netzwerke mit Tausenden von verdächtigen Profilen entdeckt worden, «die bei Hunderten von Firmen mutmasslich gefälschte Bewertungen hinterlassen haben und mit hoher Wahrscheinlichkeit von professionellen Anbietern von Fake-Bewertungen im In- und Ausland betrieben werden», schreibt SRF in einem Online-Artikel. Die Daten erlaubten erstmals Einblicke «in ein zwielichtiges Geschäftsmodell, von dem alle profitieren. Alle, ausser die Kundinnen und Kunden.»
Dem Bericht zufolge hat SRF mit Dutzenden von Käufern gesprochen. Viele wollten einfach ihr Rating verbessern. Erfahrungsberichte auf Google Maps, beispielsweise beim Coiffeur oder einer Ernährungsberaterin, haben teils grossen Einfluss auf Kundinnen und Kunden. Auch der Suchalgorithmus bei Google wird davon beeinflusst.
Mehrere der enttarnten Netzwerke werden laut SRF «mit hoher Wahrscheinlichkeit von professionellen Anbietern von Fake-Bewertungen betrieben». Sie hätten ihren Sitz in der Schweiz, in Deutschland, Polen oder auf den Seychellen und würden für persönliche, deutschsprachige 5-Sterne-Rezensionen von hochwertigen Profilen meist zwischen fünf und fünfzehn Franken verlangen.
Weshalb unternimmt Google nicht mehr dagegen? Im Online-Bericht von SRF sagt ein Unternehmenssprecher, Google würde erheblich in die Verifikation der Information investieren: «Wir überprüfen Beiträge genauestens und rund um die Uhr auf betrügerische Bewertungen, dies basierend auf unseren Richtlinien.» Dafür setze man auf eine Kombination aus Mensch und Technologie. Wenn festgestellt werde, dass Menschen in die Irre geführt würden, würden umgehend Massnahmen ergriffen. Das könne von der Entfernung von Inhalten bis hin zur Löschung des Google-Kontos reichen.



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