Replay-TV 05.05.2020, 08:58 Uhr

Der Streit um Replay-TV geht weiter

Seit Jahren tobt ein Streit um Verluste bei Werbeeinnahmen - wegen der Replay-Funktion bei TV-Anbietern. Nun sollen die Konsumenten eine Entschädigung zahlen.
Der Streit um die Replay-Funktion geht weiter
(Quelle: Pixabay)
Bereits seit über 2 Jahren wird wegen der beliebten Replay-TV-Funktion beim modernen Fernsehen gestritten. Die Möglichkeit also, z.B. Werbung zu überspringen oder überspulen. Diese Funktion gehört seit Langem zum A&O von TV-Provider wie etwa der Swisscom oder UPC.
Die Interessensgemeinschaft Radio und Fernsehen (IRF) kritisiert, dass den Fernsehanstalten deswegen sehr viel Geld, welches durch die Werbung generiert würde, verloren ginge und forderte deshalb in der Vergangenheit verschiedene Massnahmen. Dies reichte von Einschränkungen des Replay auf gwissen Sendern oder zu gewissen Zeiten, ein generelles Abschaffen der Funktion oder eine Entschädigungszahlung der Unternehmen an die Fernsehanstalten.Dafür sind die Sender sogar in der Landesregierung vorstellig geworden.
Das die Replay-Funktion allerdings bestehen bleiben soll, darin war sich die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates einig:

«Die Kommission betont, dass Replay-TV möglich bleiben soll. Sie ist aber der Meinung, dass die Finanzierung der Sendeunternehmen über die Werbung sowohl ein medienrechtliches wie auch ein urheberrechtliches Problem darstellt. Sie spricht sich deshalb mit 12 zu 9 Stimmen bei 3 Enthaltungen für einen neuen Artikel im Urheberrechtsgesetz aus, wonach die Sendeunternehmen direkt mit den Kabelunternehmen über die Möglichkeit zum Überspringen von Werbung verhandeln können. Eine Minderheit will auf diesen Zusatz verzichten, da die Finanzierung der Sendeunternehmen über die Werbung eine gesamtheitliche Betrachtung und vertiefte Untersuchungen der Faktenlage voraussetze.»
Verschiedene Massnahmen stehen im Raum
Mittlerweile haben sich die Tarifverhandlungen zwischen TV Sendern und TV-Providern intensiviert. Unter Anderem fordert die SRG eine höhere Entschädigung der Anbieter, als diese bisher bezahlte. Eine Erhöhung um Faktor 7,5, wie das Portal Watson einen Insider zitiert. Dies würde sich in den Ausgaben der Anbieter erheblich niederschlagen, was wiederum wohl auf die Kunden abgewälzt würde. Man spricht hier von rund 10 zusätzlichen Franken monatlich. Diese Forderung liegt auch in den Corona-bedingten Werbeverlusten begründet. Diese sind im März um 15 Prozent gesunken. Allerdings seien auch alternative Werbeformate ein Thema. Beispielsweise: Ein einzelner "Zwangsspot" - dafür dürfe dann der restliche Werbeblock übersprungen werden. Die Antwort seitens der Anbieter auf diesen Vorschlag steht allerdings noch aus.



Kommentare
Avatar
Schreiberling
06.05.2020
Die TV Anbieter machen einen Denkfehler: Wenn ich die Werbung schauen muss, dann gehe ich in die Küche, ins Bad oder schaue auf mein Handy, während die Werbung läuft. Wenn ich die Werbung überspulen kann, dann bleibe ich auf dem Sofa und sehe jede Werbung, wenn auch nur für ein paar Sekunden. Und ich kenne niemanden in meinem Umfeld, der das anders macht. Ich bekomme also mehr von der Werbung mit, als wenn ich dazu gezwungen werde, diese anzuschauen. Das Problem ist wohl eher, dass ich wegen des Programmes den Sender seltener einschalte ... und wenn ich die oftmals grottenschlechten Spots zwangsweise sehen muss, ganz darauf verzichten werde.

Avatar
elefant50
06.05.2020
Bin genau gleicher Meinung wie Schreiberling.

Avatar
The Dude
06.05.2020
Man kann die Werbung auch mit der Taste Skip (30 Sek. Sprung) überspringen. Da die Werbeblöcke je Sender meist die selbe Länge haben kann man sich merken wie viel man „skipen“ muss. ;) Mit dieser Variante sieht man fast keine Werbesports mehr. Es geht auch gerne vergessen, dass man auch schon zu Zeiten von VHS die Aufnahme „überspulen“ konnte. Replay ist im Grunde ja auch nur eine Aufnahme welch man gemacht hat.

Avatar
flacocuchento
07.05.2020
Ich bin absolut dagegen noch mehr zu bezahlen müssen. :( Wenn das kommt, dann kann UPC ihre TV-Box bei mir abholen.

Avatar
maschwi
07.05.2020
etwas mehr bezahlen wenn es im Rahmen ist wäre für mich ok; aber wenn nicht mehr möglich wäre die Werbung zu überspringen würde ich künden und mir eine Sat Anlage aufstellen. Dann sehe ich halt nur noch das was grad kommt, ich kann aber immer noch einige Sendungen mit einem Recorder aufnehmen. Oder auf Basis Abo ohne Aufnahmen zurückgehen. Grüsse Martin

Avatar
karnickel
09.05.2020
Es gibt weitere Aspekte. Ich zum Beispiel zeichne vieles was vom Kabel kommt auf, um es mir später mit eigener Definition von Pausen und Vorspulaktionen zurechtzulegen. Werbung ist mir also schon seit VHS-Zeiten egal. Wenn nun also neue Medien für die Bereitstellung der Inhalte mit oder ohne Werbung genutzt werden können frage ich mich einfach, wo da überhaupt ein Wettbewerb ins Spiel kommen soll. Ist es für das Erstellen der Inhalte oder für alle Unternehmen, die Werbung für ihr Geschäft nutzen möchten. Ich sehe die Radio-/Fernsehgebühren nicht als Mittel zur Förderung der Werbebranche und lese das auch nirgendwo so in den Verordnungen. Dort findet man nur Stellen, die den Werbemarkt regulieren. Darum auch Artikel in PCTipp wie der hier diskutierte. Warum sollte ich nun also genau CHF 365.-, Entschuldigung CHF 451.- bezahlen und mir dafür alle 90min sieben Minuten Werbung anschauen, hust vorspulen? Und weshalb sollte ich mir eine Settop-Box, ein Net-Abo usw. zulegen, um das Vorspulen verhindern zu wollen? Bin ich der Kunde oder die Branche?

Avatar
Jreen
10.05.2020
Mich ärgert diese aufgezwungene Werbung jedesmal. Vor allem weil die gleiche immer wieder abläuft. Die Freiheit zu skippen oder weiter zu spulen schätze ich über alle Massen. Bezahlen will ich dafür nicht. Ältere Menschen an dieser Werbung mitzahlen zu lassen, bspw. via Serafe, obwohl sie selten oder nie fernsehen aber ein TV-Gerät besitzen, geht m. E. gar nicht. Eine andere Werbeplattform anbieten als i. TV oder feste Werbezeiten böte denjenigen Menschen Infomöglichkeiten, welche diese wünschen.

Avatar
eislexus
10.05.2020
Die Frage ist daoch nicht, will ich mir das antun und Jahrzente,gefühlt, immer den gleichen Mist von Werbung anschauen, sondern WER verdient den da soviel an der Werbung? Bei SRF kostet 10 Sekunden 5000.- !!! Als rechnet Euch selber aus, was SRF in 15 Minuten, die die Werbun dauert, verdient! Wie lange muss sich das Volk noch gefallen lassen, dass Coop diese absolut doofe TschTsch Werbung bringen kann? Aber solange die Anstalten SOOOOO viel damit verdienen, solange wird sich daran nichts ändern! Das Volk hat es bei der Abstimmung zu den Fernsehgebühren in der Hand gehabt, dies so zu lenken wie es das VOLK haben will! Aber es wurde leider verpennt! Ein Beispiel : Die Sendung "Wer wird Millionär" mit Günther Jauch : 10 minuten gelaber, 4 minuten Fragenbeantworten, 15 Minuten Werbung! Und dafür bekommt Herr Jauch 200'000 Euro pro Sendung! Das müsst Ihr auch beachten. Die Idole der Zuschauer müssen bei Laune gehalten werden, sonst wandern Sie zum nächsten Sender, der das bezahlt. Einfach dann mit 17 Minuten Werbung dazwischen. Happy Fernsehen!! ;-)

Avatar
wmandi
10.05.2020
Die Möglichkeit, Werbung überspulen zu können, ist der einzige Grund, weshalb ich überhaupt noch ein TV-Abo habe. Geht diese Möglichkeit verloren oder wird sie kostenpflichtig, werde ich definitiv mein TV-Abo künden und mich mit Netflix, Disney+ und sky unterhalten. Ich bin sicher, wenn viele Leute gleich denken, kann das kaum im Sinne der TV-Anbieter sein...

Avatar
noise
10.05.2020
Es ist sehr interessant, dass die SRG von TV/Radio gebühren lebt und bietet sehr schlechtes Programm. Bei Werbung weiss Sie nicht, wann einen Punkt zu setzen ist und so werden die werbeblocke zu Endlosen Martyrium. Ich schaue Prinzipiell KEINEN SRG Programm. 3+, 4+, 5+ und viele andere bringen SEHR GUTEN Program ohne dass Sie jammern würden wegen dem Replay. SRG sollte sich wegen ihrer Dreistigkeit und dem Gier Schemen! Für 1 Minute Werbung kassiert die SRG 30'000.- CHF und in einem 10 Minuten Werbeblock abgreift die SRG 300'000.- CHF. Und in einer Sendung von 1 Stunde Dauer wiederholt Sie in 5 Werbeblöcken â 10 Minuten, verdient die ach die so Arme SRG nur 150'000.- CHF.