News 13.01.2016, 11:13 Uhr

Wenn es im Hosensack vibriert und das Smartphone zu Hause auf dem Küchentisch liegt

Dann leiden Sie wahrscheinlich am Handy-Phantom-Vibrations-Phänomen. Doch warum? Wissenschaftler scheinen zwei Antworten gefunden zu haben.
Auch mir passiert das: Auf dem Weg ins nahegelegene Fitness-Center nehm ich das Smartphone nicht immer mit. Und auf einmal vibrierts in meiner linken Hosentasche. Der leere Griff danach verdutzt mich immer wieder. Offenbar bin ich kein Einzelfall. Zumindest nach Theorien, die US-amerikanische Forscher des Georgia Institute of Technology (GT) aufstellen.
Die eine Theorie rührt daher, dass wir im Zeitalter der digitalen Kommunikation ständig damit rechnen, eingehende Nachrichten, Push-Meldungen oder WhatsApps zu erhalten. Da sich die Haut respektive die Nerven das aufliegende Handy gewohnt sind, registrieren wir mit der Zeit feinste Muskelzuckungen oder Stoffreibungen an der Haut wie Push-Meldungen.
Dr. Robert Rosenberger beschreibt das Phänomen als «Halluzination» und führt diese auf die ständige nervale Anspannung der vernetzten Neuzeit zurück. Das taktile Wahrnehmungssystem des Körpers befände sich dabei in einem ständigen Bereitschaftsmodus. Man will ja keine wichtige E-Mail verpassen.
Laut Experten werden Smartphones zudem immer mehr zum Bestandteil des Körpers. Etwa so, wie wenn man eine Brille auf der Nase trägt. Wie Rosenberger in einem Interview gegenüber der BBC erklärt, hätten in einer Studie rund 90 Prozent der Probanden angegeben, schon einmal ein solches Phänomen erlebt zu haben.
Daran sieht man einmal wieder, welcher Einfluss Smartphones auf uns haben. Ich bin schon gespannt, wann es mich zum ersten Mal in der Nacht am linken Handgelenk kribbelt, hab ich mir doch kürzlich meine erste Smartwatch zugelegt.

Autor(in) Simon Gröflin


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