News 26.07.2017, 09:28 Uhr

Wird WhatsApp demnächst kostenpflichtig?

Facebook will offenbar Geld für den 19-Milliarden-Deal mit WhatsApp und prüft deshalb neue Geschäftskonzepte. Was heisst das für Privatnutzer?
Mit über 1,2 Milliarde Nutzern ist WhatsApp der am meisten verwendete Messenger der Welt. Gekauft hat Facebook den grünen Kurznachrichtendienst damals (2014) für stolze 19 Milliarden US-Dollar. Bloss wirft die Facebook-Tochter bis jetzt kein Geld ab. Das könnte sich bald ändern. In einer Stellenausschreibung sucht das Unternehmen laut Recode deshalb nach Produktmanagern, um bestimmte Funktionen zu vermarkten. Gesucht wird unter anderem nach einem Communications Manager für Indien.  
Allerdings hatte WhatsApp-Gründer Jan Koum vor einigen Jahren angekündigt, dass WhatsApp für Verbraucher weiterhin kostenlos bleiben wird. Vorher hat man noch 1 Franken pro Jahr bezahlt. Das dürfte wohl für Privatnutzer auch weiterhin so bleiben – schon damals hiess es, man wolle mit der Aufhebung der jährlichen Gebühr auf neue Geschäftsmodelle setzen.
Mit den Neubesetzungen im Vermarktungsbereich erhofft sich WhatsApp wahrscheinlich in Brasilien und Indien auch finanzstarke Märkte. Dass WhatsApp auf das Anzeigengeschäft setzen wird, ist eher ausgeschlossen. Dagegen hat sich Koum schon mehrmals ausgesprochen, weil das zu grösserem Nutzerschwund führen könnte. Als eher wahrscheinlich gilt, dass ein Monetarisierungskonzept für einzelne Unternehmen wie Banken geprüft wird. Bekanntlich sind auch textbasierte Messenger-Roboter (Chatbots) immer mehr am Kommen. Es wäre nicht auszuschliessen, dass WhatsApp zusammen mit Facebook auch spezielle (kostenpflichtige) Funktionen für Unternehmen bereitstellen könnte.

Autor(in) Simon Gröflin

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