Uno-Plattform 19.10.2020, 08:48 Uhr

Windows-Rechner unter Linux - so lautet das Verdikt

Die Uno-Plattform hat den Open-Source-Windows-Rechner auf Linux portiert. Hintergrund: Man wollte zeigen, dass die Open-Source-Gemeinschaft ein Stück Windows effektiv auf Linux bringen kann.
(Quelle: christitzeimaging.com / shutterstock.com )
So sieht der Uno Calculator unter Linux aus.
Quelle: https://snapcraft.io/uno-calculator
Als anschauliches Beispiel für die plattformübergreifende Reichweite, welche die Uno Platform C#- und Windows-Entwicklern bieten kann, wurde bereits vor einiger Zeit der Windows Calculator auf iOS, Android, macOS und Web/WebAssembly portiert. Zusammen mit dem Canonical-Team wurde er jetzt auch auf Linux portiert und läuft nicht nur auf Ubuntu, sondern auch auf folgenden Plattformen: Red Hat Enterprise Linux, Linux Mint, Debian, Fedora, openSUSE, Manjaro, Kubuntu, KDE Neon, Elementary OS, CentOS und Arch Linux. Der Uno-Calculator läuft jetzt also vom Linux-Desktop bis hin zu einem Raspberry Pi.
Statt "nur" auf den etwa 1,5 Milliarden Windows-Geräten kann der Rechner nun auf insgesamt 7,5 Milliarden PCs nativ ausgeführt werden - und auf allen Geräten auf denen ein moderner Webbrowser läuft, beispielsweise in einem Tesla.
Die Uno-Plattform erlaubt das Erstellen pixelgenauer C#- und XAML-Anwendungen aus einer einzigen Quelle, die über WebAssembly nativ auf Windows, iOS, Android, MacOS, Linux und Web laufen. Die Uno-Plattform ist Open Source (Apache 2.0) und auf GitHub verfügbar.
Auf der UnoConf 2020 wurde eine Vorschau auf die Unterstützung der Uno-Plattform für Linux durch ein Skia-Backend vorgestellt, das als Teil der kommenden Version 3.1 allgemein verfügbar werden soll. Da es bei der Uno-Plattform darum geht, Code plattformübergreifend wiederzuverwenden, ging es bei der Portierung des Rechners hauptsächlich darum, den C++-Teil des Rechners mit GCC zu kompilieren und einen neuen .NET 5 "Projektkopf" hinzuzufügen. Dieser neue Kopf verwendet den Rest des Rechner-Quellbaums, der den gesamten C#- und XAML-Code enthält, der bereits auf den anderen Plattformen läuft.
Wer die Uno-Plattform ausprobieren möchte, kann das anhand dieser Anleitung mit Visual Studio tun. Nach rund zehn Minuten soll damit eine erste Single Page App fertig sein.

Bernhard Lauer
Autor(in) Bernhard Lauer


Kommentare

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karnickel
20.10.2020
Schön zu lesen. Nur - ich selber habe doch auch meine Lieblings-Windows-Programme unter Linux im Einsatz. WINE ist dabei die Funktionsbibliothek, welche die Windows-Aufrufe für Linux abstrahiert. Damit das ganze unter Linux nicht ganz so kryptisch eingerichtet werden muss, verwende ich PlayonLinux als grafische Oberfläche. Letzteres ist glaub für Neueinsteiger nicht das Optimum. Bei mir läuft es halt so. Man darf sich nicht die Illusion machen, damit unter Linux Spezielles machen zu können. Bei mir sind es hauptsächlich ein paar Tools, die ich so von Windows übernommen habe. So brauche ich zwischen den Systemen nicht immer umdenken. - Es soll ja Leute geben, welche auf diese Weise sogar ältere Office laufenlassen. Dies würde mir selber allerdings zu weit gehen.