News 23.09.2008, 08:26 Uhr

SlotMusic: Rettung der Musikindustrie?

Der Flash-Speicher-Spezialist SanDisk und die vier grossen Plattenfirmen EMI, Sony, Universal und Warner haben gemeinsam ein physisches Musikformat vorgestellt. Damit werfen die Unterhaltungsgiganten den wohl letzten Rettungsanker aus, um die schwindenden CD-Verkaufszahlen mit einem physischen Medienformat aufzufangen.
Das Musikformat SlotMusic besteht aus microSD-Karten, auf denen MP3s vorinstalliert sind, die ohne Digital Rights Management (DRM) daherkommen. Die Wiedergabequalität der Lieder soll dabei bis zu 320 KB/s betragen. Mit dem neuen Format soll der Musikgenuss auch ohne PC und Internet ermöglicht werden.
Musikliebhaber müssen dafür lediglich die SlotMusic-Karte in ein microSD-fähiges Handy oder einen MP3-Player stecken. Ausserdem wird das neue Musikformat mit einem USB-Adapter ausgeliefert. Damit können sie auch direkt auf Windows-, Linux- und Mac-Rechnern genutzt werden, womit sich der potenzielle Kundenkreis zusätzlich erweitert. Die SlotMusic-Karten besitzen eine Speicherkapazität von 1 GB. Neben Liedern können darauf auch Videos, Bilder und andere kreative Inhalte abgespeichert werden. Anwender sollen aber auch eigene Daten hinzufügen können.
Das Format wird zunächst in den USA bei Anbietern wie Best Buy sowie Wal-Mart erhältlich sein, Europa soll später folgen. Dem amerikanischen «Wall Street Journal» zufolge werden Musikalben bei SlotMusic rund 15 Dollar kosten.


Kommentare

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Giovanni Schoweiss
23.09.2008
[...] mal sehen, ob dies wieder ein nischenprodukt wird :) Ganz klar: Ja. Zu glauben, man könne musik immer noch als «hardware» verkaufen ist doch sehr utopisch. Du kannst Dir doch auf eine SD-karte kopieren was Du willst und hören möchtest. Die m-industrie verschwendet nur ressourcen anstatt sich mal ordentlich mit dem online-handel ausseinander zu setzen.:rolleyes:

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Bonanza
23.09.2008
Mit wehenden Fahnen... Oh mann. Glauben die ernsthaft, dass das was wird? Für 15 Taler kaufe ich mir keine Alben mehr, selbst wenn sie auf einer 1GB Karte sind. Für 17Fr (Digitec) bekomme ich nämlich schon eine 2 GB Karte... Mehr als 8Fr bezahle ich nur noch höchst selten für eine CD. Ebenso inakteptabel sind die üblichen Downloadgebühren für ein Album. Mehr als 4Fr bezahle ich bestimmt nicht für ein paar Bits und Bytes. Aber vermutlich wird das Album auf einer 128kB Karte verkauft, sprich man könnte auch gleich weiter mit den CDs hantieren. Einziger Vorteil gegenüber der CD wäre bei der M.A.F.I.A., denn eine MicroSD geht doch recht schnell verloren. Staubsaugen im Auto, und -flutsch- ist die Musiksammlung entsorgt :) IMHO kann die MI nur noch überleben, wenn sie DL-Alben für 4Fr und einzelne Tracks für 40Rp verkauft. Obergrenze.

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BlackIceDefender
23.09.2008
Ich frage mich, wie eine Verdi Oper sich als mp3 komrimiert anhoert. Oh Scherbel Mio! Den Markt wird es noch lange geben. Und solche Werke kosten immer noch 30 Franken und mehr, wenn sie sauber aufgenommen wurden. Bei Barnes & Noble scheint das gut zu laufen. Finden man in jeder besseren Mall. Aber die Datenmenge auf eine sd-karte zu packen waer schon gut. fuer die nocheinmal miniaturisierten text-buechlein kauf ich mir dann halt ein vergroesserungsglas. oder gogles auf google.