Betriebssystem-Tipps 08.01.2026, 10:15 Uhr

Linux unter Windows

Wer das freie Betriebssystem immer schon mal kennenlernen wollte, der findet mit dem von Microsoft kostenlos bereitgestellten «Windows-Subsystem für Linux» eine komplette Linux-Umgebung direkt auf seinem PC, die sich leicht aktivieren lässt.
(Quelle: ChatGPT)
Bild 1: Der frühere Microsoft-Chef Steve Ballmer bezeichnete Linux noch als «Krebsgeschwür».
Quelle: Wikipedia, CC BY 2.0
Microsoft und Linux? Das ist eine wechselhafte Geschichte. Vor beinahe 25 Jahren bezeichnete der damalige Microsoft-Chef Steve Ballmer in einem Interview mit der US-Tageszeitung Chicago Sun-Times das freie Betriebssystem noch als «Krebsgeschwür, das in Bezug auf geistiges Eigentum alles befällt, was es berührt», Bild 1. Im Jahr 2014 fiel dann auf einer Cloud-Konferenz in San Francisco ein gänzlich anderer Satz. Der frisch gekürte Microsoft-CEO Satya Nadella sagte: «Microsoft liebt Linux» und leitete damit eine radikale Umkehr ein.
Der Wind weht seitdem aus einer anderen Richtung. Allmählich setzte sich Linux nicht nur in der Cloud, sondern auch auf Smartphones durch. Um nicht einen Teil der wichtigen Software-Entwickler an das freie Betriebssystem zu verlieren, gab Nadella die Entwicklung von WSL in Auftrag: ein «Windows Subsystem für Linux».
WSL ist Bestandteil von Windows 10 und des Nachfolgers Windows 11. Jeder Nutzer kann damit komplette Linux-Distributionen aus dem Microsoft-Store herunterladen und direkt neben normalen Windows-Anwendungen ausführen. Anfangs bot WSL nur einen Zugriff auf die Kommandozeile, Bild 2. Zudem nutzten die ersten Versionen noch keinen echten Linux-Kernel, sondern nur eine Kompatibilitätsschicht, die Systemaufrufe weiterleitete. Grafische Linux-Programme liessen sich damit nur umständlich ausführen.
Bild 2: Die ersten WSL-Versionen waren weitgehend auf Kommandozeilen-Tools beschränkt
Quelle: PCtipp.ch
Das 2022 eingeführte WSLg erlaubt nicht nur die direkte Nutzung von grafischen Linux-Programmen, sondern verwendet auch einen echten Linux-Kernel, der in einer versteckten virtuellen Maschine läuft. Im Folgenden verwenden wir weiterhin die Abkürzung WSL ohne g, da sie sich eingebürgert hat.



Kommentare
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Tweety
vor 19 Stunden
Tönt interessant. Was ist der Unterschied zu einem Linux Mint oder so? Und könnte man so eine Maschine, auf die kein Win10 mehr geht, ohne grosse Aufwand einfach nutzen? Oder stell ich mir das jetzt komplett falsch vor? Ich erwarte, dass ich noch surfen kann, irgend ein Schreib- und Bildprogramm allenfalls installieren kann. Sofern das natürlich für Linux geht.

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realmatrix
vor 18 Stunden
Ich habe dies vor eine halben Jahr einmal ausprobiert. Vielleicht ist jetzt auch wieder einiges gegangen. Aber soviel ich weiss, ist da nicht viel mit grafischer Oberfläche (Desktop). Mann kann über die Konsole Linux Programme installieren, welche dann unter Windows laufen. Ist aber mehr etwas für Entwickler als für den Otto Normalverbraucher. Wenn man Linux unter Windows nutzen will, dann macht eine Virtuelle Maschine mehr Sinn (z.B: Virtual Box von Oracle). Ich nutze so mein Win 10 System. Mache eigentlich alles im virtuellen System ausser gaming. Alles andere läuft schon unter Linux. @Tweety: Installier dir lieber ein Linux Mint neben deinem Windows, wenn du auf Windows nicht verzichten kannst. Falls schon, schmeiss Win 10 gleich ganz runter. Achtung, vorher alle Daten sichern. Mit Mint bist du gut bedient, aber auch Zorin OS tut die Dienste und sieht noch etwas moderner aus. Fürs Schreiben, Libre Office. Für Mails Thunderbird. Für Bildbearbeitung Gimp oder Inkscape. Fürs Surfen Firefox. Für den 0815 Anwender gibt es keine Probleme mehr mit Linux zu arbeiten. Auch die meisten Games funktionieren. Der Vorteil, du kannst all diese Programme auch auf Windows testen. Linux Mint oder Zorin kannst du auf den USB Stick machen und testen ond zu installieren. Falls du Hilfe brauchst, kannst du dich gerne per PN melden. Viel Erfolg mit unabhäniger Software!

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Gide
vor 16 Stunden
Dem Kommentar von realmatrix kann ich zustimmen.

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PE-TER60
vor 14 Stunden
@realmatrix: Hervorragend abgefasster Bericht. Hatte alles wie beschrieben so durchgeführt. Linux Mint 22 habe ich auf einer separaten (!) Festplatte installiert.

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Tweety
vor 12 Stunden
@realmatrix Herzichen Dank für dein Feedback. Dann werde ich es gelegentlich mit so einem Mint auf einem Stick probieren :-D

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realmatrix
vor 11 Stunden
Danke für das Lob. Schön, wenn andere es auch mit Linux versuchen. Ich hatte das Projekt vor Jahren mal verworfen. Habe aber vor einem Jahr gestaunt, wie einfach das ganze nun geworden ist. Es braucht nur ein wenig Überwindung und Interesse. Dafür freut man sich umso mehr, wenn mans geschafft hat.