Tipps & Tricks 09.04.2015, 09:20 Uhr

Fotos für OS X und iOS: Was es (nicht) kann

Die neue Bildverwaltung ist für alle gedacht – aber sie ist längst nicht für jeden geeignet.
Fotos soll schaffen, was seine Vorgänger bislang nicht auf die Reihe brachten: eine möglichst nahtlose Synchronisierung zwischen iOS-Geräten und Macs. Windows-Anwender bleiben aussen vor. Als Drehscheibe agiert – wer hätte das gedacht – Apples iCloud-Dienst. Im Folgenden beantworten wir alle Fragen, die gestandenen Aperture- und iPhoto-Anwendern auf dem Herzen liegen.
Neu und modern: Fotos
Quelle: Apple, Inc.

Wie komme ich an Fotos?

Die Anwendung Fotos ist Bestandteil von OS X 10.10.3 «Yosemite», das gestern veröffentlicht wurde. Wenn Sie sich vor der Verwendung zuerst über den Leistungsumfang informieren möchten, empfiehlt sich sich diese interaktive Produktseite von Apple.

Läuft Fotos auch mit OS X 10.9 oder älter?

Nein.

Was passiert mit den Fotos auf dem iOS-Gerät?

Wenn Sie Ihr iOS-Gerät mit der iCloud synchronisieren, werden alle Fotos ersetzt, die Sie zuvor über iTunes synchronisiert haben. Die Fotos und Videos, die Sie mit dem iOS-Gerät aufgenommen haben, werden jedoch nicht gelöscht, sondern in die Fotos-Mediathek übertragen. Auf die Synchronisierung kommen wir noch ausführlich zu sprechen.

Wird die bestehende Mediathek übernommen?

Ja. Die Mediatheken von iPhoto und Aperture teilen sich dasselbe Format und lassen sich automatisch in Fotos übernehmen. Allerdings sollten Sie sich vergewissern, dass Sie die neusten Versionen installiert haben und anschliessend die iPhoto- oder Aperture-Bibliothek noch einmal öffnen. Damit verwenden Sie garantiert das neuste Dateiformat, das mit Fotos harmoniert.

Werden meine Fotos sofort in die iCloud übertragen?

Nein. Beim ersten Start von Fotos werden Sie gefragt, ob die iCloud-Mediathek aktiviert werden soll. Es ist eine gute Idee, sich schrittweise an das Thema heranzutasten und damit noch zu warten. Die Synchronisierung lässt sich jederzeit nachholen.
Die bestehende Mediathek wird nicht angetastet.

Und wenn mir Fotos nicht gefällt?

Die Original-Mediathek bleibt erhalten und kann weiterverwendet werden, wenn Fotos nicht Ihr Ding ist. Beide Umgebungen sind komplett getrennt: Weitere Änderungen, die in Aperture oder iPhoto gemacht werden, erscheinen nicht in Fotos und umgekehrt. Der Hinweis beim nächsten Öffnen einer alten Mediathek ist schwer zu übersehen.
Gutgemeinte Warnung

Kann ich mehrere Fotos-Mediatheken verwalten?

Ja. Ziehen Sie einfach eine andere iPhoto-Mediathek auf das Symbol der Fotos-Anwendung, damit auch diese konvertiert wird. Allerdings kann nur eine Mediathek die «Systemfotomediathek» (Uff!) sein, die sich über iCloud zwischen den Geräten abgleichen lässt. Welche Mediathek das ist, legen Sie in den Einstellungen von Fotos fest.
Es kann nur eine geben …

Kann ich mehrere Mediatheken vereinen?

Nein, und zwar weder in Fotos noch in iPhoto. Doch Aperture kann Mediatheken vereinen, indem Sie im Menü Ablage unter Importieren den Befehl Mediathek anwählen. Vereinen Sie deshalb Ihre Mediatheken wenn möglich in Aperture, bevor Sie das gesammelte Werk in Fotos importieren.
Wenn Sie hingegen Fotos aus iPhoto zusammenführen möchten, dann müssen Sie zuerst eine der bestehenden Mediatheken exportieren. Öffnen Sie diese in iPhoto. Klicken Sie in der linken Spalte auf Ereignisse und wählen Sie mit dem Kürzel Befehl-A alle Ereignisse aus.
Alle Projekte werden exportiert.
Wählen Sie im Menü Ablage den Befehl Exportieren und nehmen Sie die folgenden Einstellungen vor, um die ganze Sammlung geordnet aus der Mediathek zu extrahieren. Dabei werden Ereignisse im Finder zu gleichnamigen Ordnern:
Mit diesen Einstellungen retten Sie die Originale, verlieren aber die Änderungen.
Jetzt können Sie diese Struktur in die Mediathek von Fotos importieren.
Nächste Seite: Was beim Import (nicht) verloren geht


Kommentare

Avatar
stebra
11.04.2015
Schön, aber nicht für "alte" / eingescannte Fotos gedacht Als ich mich vor etwa 2 Jahren für Apple entschied, so dachte ich, mit iPhoto auf Mac und iPhoto auf iPad - da kann man überall auf die Fotos zugreifen. Aber iPhoto auf Mac und iOS waren 2 vollständig eigene Welten. Als nun "Fotos" angekündigt wurde, war ich begeistert - inzwischen aber auch von anderen Ankündigungen gewarnt: Meist blieb nicht viel brauchbares übrig, was da so gross angekündigt wurde. Z.B. Familienfreigabe - gemeinsame Verwaltung von Adressen? Oder jetzt eine Fotodatenbank für alle? Hier fängt wohl das ganze Übel an: Es gibt nur eine SYSTEM-Foto-Datenbank (und damit auf iCloud teilbar) - und v.a. scheint es nicht vorgesehen zu sein, verschiedene Datenbanken zusammenzuführen. Ich hatte alle meine Fotos über die letzten Jahre digitalisiert und in einer hierarchischen Ordnerstruktur systematisch abgelegt. Ich beugte mich iPhoto und stellte alles um in eine flache Ordnerstruktur und konnte damit die Ereignisse erstellen. Je länger je mehr musste ich feststellen, dass für die Fotoverwaltung das Aufnahmedatum eine wichtige Grösse ist. Das Digitalisierdatum hinterliess aber ein Chaos. Immerhin ist es in iPhoto relativ einfach möglich, batchweise das Datum zu ändern und gerade auch den Ereignisnamen als Beschreibung einzufügen. So habe ich 2 iPhoto-Datenbanken: Neue Fotos digitalen Ursprungs und alte Fotos, nachträglich digitalisiert. An beiden bin ich noch an der systematischen Bearbeitung und finde auch immer wieder alte Papierbilder, die ich noch jetzt einscanne. Jetzt also kommt Fotos. Ich kann nur eine Datenbank importieren. Also dachte ich, dass ich die alten Fotos jeweils nach der Bearbeitung aus iPhoto exportiere und dann in Fotos importiere. Doch die in iPhoto erstellte Beschreibung wird von Fotos nicht überall erkannt. Offensichtlich kommt es darauf an, wie bzw. mit was für Hilfsmitteln ich digitalisiert habe - aber wie gesagt, in iPhoto ist die Beschreibung absolut auf die gleiche Art am gleichen Ort eingefügt worden und ist auch dort weiterhin sichtbar! Nachträgliche Batch-Bearbeitung betreffend Beschreibung und Aufnahmedatum ist in Fotos nicht möglich! Nicht einmal die Geo-Daten kann ich noch einfügen. Quintessenz: Zuerst muss ich also alles in iPhoto bereinigt haben, dann mit einem 3.-Hersteller-Hilfsmittel die Datenbanken zusammenführen und kann erst dann zu Fotos migrieren! Wenn ich heute mit meinem iPhone neu mit Fotos beginnen würde, ist das Ganze sicher eine tolle Sache, aber sobald Altlasten und Fremdprodukte eingebunden werden sollen, sind Zugeständnisse nötig. Oder weiss jemand einen Rat, wie ich meine gesamte Fotosammlung (ca. 4000 Ereignisse und 40'000 Fotos inkl. Videos) elegant auf Mac Mini, MacBook, iPad und iPhone verwalten kann?