Test: Sony RX100 IV

Foto & Video

Fotografische Möglichkeiten

Es ist beeindruckend, wie viele Funktionen in diese kleine Kamera gepackt wurden – nur ein GPS-Modul für die Aufzeichnung des Standorts sucht man leider vergebens. Die Belichtungsprogramme werden über das Rad auf der Oberseite gesteuert. Programm-, Zeit- und Blendenautomatik sowie manuelle Einstellungen (PSAM) sind natürlich möglich.
Die aufgeräumte Oberseite
Quelle: PCtipp
App-Store. Darüber hinaus bietet die RX100 IV zahlreiche Motivprogramme und Spezialeffekte, wie sie heute bei keiner Familienkamera fehlen dürfen. Mehr noch: Über das WLAN-Modul lassen sich weitere Apps und Motivprogramme aus Sonys App-Store herunterladen, wobei nicht alle kostenlos sind.
Ein eigener App-Store für eine Kamera
Quelle: PCtipp
Panoramen. Panoramen werden erstellt, indem die Kamera über die Szene geführt wird, während sie im Serienfeuer Bilder schiesst und sie anschliessend zu einem Breitbild zusammensetzt. In den meisten Fällen sind die Resultate hervorragend, lies: ohne sichtbare Übergänge.
ISO-Automatik. Die Empfindlichkeit wird entweder manuell eingegeben oder der Automatik überlassen, wobei die längste akzeptable Verschlusszeit bestimmt wird. In der Stellung «Standard» geht die Automatik sogar so weit, dass die aktuelle Brennweite in die Berechnung einbezogen wird.
ND-Filter. Der eingebaute Graufilter (ND-Filter) schluckt drei Belichtungsstufen, um auch im hellen Sonnenlicht Aufnahmen mit einer offenen Blende zu ermöglichen. Dieser Filter lässt sich ein- und ausschalten oder automatisch aktivieren, wenn die Kamera an die Grenzen stösst. Da jedoch der digitale Verschluss auf 1/32'000-Sekunde verkürzen kann, ist der ND-Filter eher für die Langzeitbelichtung von Landschaften interessant.
Das waren die wichtigsten fotografischen Funktionen, aber da ist noch viel mehr. Über diesen Link gelangen Sie zum deutschsprachigen Handbuch als PDF-Datei, das die Details erläutert.

Videos

Für die Freunde des bewegten Bildes dürfte die Videofunktion den grössten Reiz ausüben – denn, was hier geboten wird, hat es in sich. Dazu gehört auch die dedizierte Videotaste: Sie ist bequem zu erreichen und doch so platziert, dass sie nicht aus Versehen betätigt wird. Allerdings sind für die Aktivierung leichte Verrenkungen nötig, was praktisch bei jedem Clip zu Verwackelungen am Anfang und am Ende führt, die später herausgeschnitten werden müssen.
Full-HD-Video. Die typischen Familienstreifen werden heute mit 25 fps oder 50 fps aufgezeichnet (PAL) oder mit 30 fps respektive 60 fps (NTSC). Um den Videostandard zu ändern, muss nicht nur die Kamera neu gestartet, sondern auch die Speicherkarte formatiert werden – und nur der Himmel weiss, warum. Man sollte also vor der Abreise in die Ferien entscheiden, welches Format gewünscht wird. Falls man sich für NTSC entscheidet, nervt die Kamera bei jedem Einschalten so lange mit dem Hinweis «Filmt in NTSC», bis eine Taste gedrückt wird.
Ja, ja, ja! Du elende Nervensäge …
Quelle: PCtipp
4K-Video. Wenn die Infrastruktur zu Hause stimmt, zeichnet die Kamera sogar 4K-Videos mit sehr hohen 100 Mbit pro Sekunde auf. Ein Clip dauert maximal 5 Minuten. Anschliessend muss die RX100 IV eine Pause einlegen – vermutlich, damit der Sensor abkühlen kann. Für 4K-Aufnahmen in der besten Qualität wird ausserdem eine schnelle SDXC-Karte benötigt. Eine solche kostet mit einer Kapazität von 128 GB aktuell etwa 110 Franken. Wird eine andere Karte verwendet, reduziert sich die Bitrate automatisch auf 50 Mbit, selbst wenn die Geschwindigkeit eigentlich reichen würde.
Bei 4K-Videoaufnahmen arbeitet der Bildstabilisator nicht ganz so effizient. Sonys «SteadyShot»-Technologie baut auf die gleichzeitige Verwendung einer digitalen und einer optischen Stabilisierung. Bei 4K-Aufnahmen ist jedoch nur der optische Stabilisator aktiv, was immer wieder zu sichtbaren Unterschieden führt.
Super-Zeitlupe. Und dann ist da noch die spektakuläre Super-Zeitlupe mit bis zu 1000 Bildern pro Sekunde in Full-HD-Auflösung. Allerdings ist diese Aussage in jeder Hinsicht relativ. Ja, die RX100 IV zeichnet in Full HD auf, doch diese Bilder wurden hochskaliert. Wie gut die Qualität tatsächlich ist, hängt von der verwendeten Anzahl Bilder ab – je mehr Bilder, desto stärker müssen diese skaliert werden. Auch die Zeitlupe variiert: Wenn Filme mit 1000 fps aufgenommen und anschliessend mit 60 fps abgespielt werden, ergibt sich daraus ein 16-fache Zeitlupe. Wird das Material hingegen mit 24 fps wiedergegeben, resultiert daraus eine 40-fache Zeitlupe. Immer dieser Entscheidungen …

Unterlassungssünden

Die Videofunktionen der RX100 IV sind spektakulär. Leider verwässern zwei Einschränkungen den hochwertigen Anspruch. So werden Filme zwingend mit dem eingebauten Stereomikrofon aufgezeichnet; ein Anschluss für ein externes Mikrofon fehlt. Ausserdem vermissen wir bei Videos das Touch-Display, mit dem die Schärfe verlagert werden kann.
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