Test: Apple AirTags

Der Traum aller Stalker?

Drehen sich die Diskussionen im Internet um die neuen Möglichkeiten? Den U1-Chip? In welchen Geräten diese Technologie künftig zum Einsatz kommt? Ja; aber vor allem wird darüber debattiert, ob und wie sich die AirTags dazu missbrauchen lassen, um andere Personen gegen ihren Willen zu verfolgen. Ganz offensichtlich sehen wir in unseren Mitmenschen viel Potenzial für Missetaten.
Ein fast schon klassisches Beispiel: Junge trifft Mädchen in Club. Er liebt sie sofort und für immer. Sie ihn eher nicht. Aber das ist bestimmt nur ein Missverständnis. Also steckt er heimlich ein AirTag in ihre Tasche und findet noch am gleichen Abend heraus, wo sie wohnt. Der Salat ist angerichtet.
Natürlich schiebt Apple einen Riegel vor, aber robust sieht anders aus. Eine Spielregel besagt, dass sich ein AirTag meldet, wenn es sich bewegt und längere Zeit vom Besitzer getrennt ist. Das «bewegt» ist wichtig, weil sich ein AirTag nicht bemerkbar macht, wenn es zuhause nur rumliegt, während sein Besitzer auf Reisen ist.
Zurück zum Thema. Zuerst muss das AirTag vom zugehörigen iPhone getrennt werden; denn solange die Verbindung besteht, scheint alles in Ordnung zu sein. In einem Lokal ist das nicht so schnell der Fall, solange sich der Besitzer in der Nähe aufhält. Kommt es später tatsächlich zum Unterbruch der Verbindung, meldet das iPhone der verfolgten Person, dass sich ein herrenloses AirTag in der unmittelbaren Nähe befindet. Wird kein iPhone verwendet, macht sich das AirTag mit Tönen bemerkbar. Laut Apple ist das nach drei Tagen der Fall.
Nach geschlagenen drei Tagen. Na dann …
Gemäss Apple läuft die ganze Verbindung verschlüsselt und anonym ab. Nicht einmal Apple weiss, wo sich ein AirTag befindet oder welche Geräte bei der Suche involviert waren. Hingegen ist das Unternehmen sehr wohl in der Lage, ein AirTag aufgrund der Seriennummer seiner Apple ID zuweisen. Marschiert das Opfer mit der piepsenden weissen Pille zur Polizei, kann diese die Identität des Besitzers bei Apple nachfragen. Wie das abläuft und was es dazu braucht, hängt von den Gesetzen des jeweiligen Landes ab.
Schlussendlich ist solcher Missbrauch jedoch nicht zu verhindern; aber wer es darauf anlegt, kann alles zweckentfremden. Apple sollte jedoch in meinen Augen den Zeitraum deutlich herabsetzen, innerhalb dem sich ein AirTag zu erkennen gibt.



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