News 22.04.2014, 09:31 Uhr

Wenn das Schnurlostelefon das Handy stört

Über hundertmal muss das Bakom (das Bundesamt für Kommunikation) pro Jahr wegen Störsignalen im Mobilfunknetz einschreiten. Oft sind Schnurlostelefone die Sünder
Gegen hundertmal muss das Bundesamt für Kommunikation (das Bakom) pro Jahr wegen Störsignalen in den Mobilfunknetzen eingreifen. Vor vier Jahren beobachtete das Bakom zum ersten Mal eine Zunahme solcher Störsignale. Hervorgerufen werden sie von den sogenannten DECT-Telefonen. Die Problematik liegt allerdings nicht im Alter der Geräte, wie uns das Bakom auf Anfrage bestätigt.
Selbst neuste DECT-Geräte können solche Störsignale verursachen. Werden entsprechende Störungen im Mobilfunknetz gemessen – häufig durch die betroffenen Mobilfunkbetreiber – rückt das Bakom aus, um das problematische Gerät zu suchen. Wurde die Störung gepeilt, versucht die Bundestelle, die betreffenden Personen zu kontaktieren. Parallel betreibt das Bakom auch eine Marktaufsicht und nimmt Stichproben vor.

Frequenzsalate der Weltregionen

Ursache der Störsignale ist ein «Frequenzsalat» in der Luft, weil Länder wie Nord- und Südamerika oder Asien andere Frequenzbänder nutzen. Frequenzen fungieren, vereinfacht gesagt, wie unsichtbare Brücken, um Daten von A nach B zu transportieren. Auf diesen Brücken ist der Platz jedoch beschränkt. Deshalb nutzt man so viele Brücken wie möglich und teilt ihnen einen bestimmten Verwendungszweck zu. Handys zum Beispiel nutzen eine andere Brücke als DECT-Telefone. So kommen sich die Nutzer nicht gegenseitig in die Quere.
Wenn ein DECT-Gerät nun eine falsche Brücke (das heisst eine falsche Frequenz) nutzt, kann es zum Beispiel zu einer Störung im Bereich des Mobilfunks (UMTS) kommen. Die Kommunikation über das Mobilfunknetz kann dann nicht mehr ungehindert fliessen. Europäischen Telefonen ist zum Beispiel, dank des europäischen DECT-Standards, das 1,8-GHz-Frequenzband vorbehalten. In anderen Ländern wie Asien und Amerika erfolgte der Eroberungsfeldzug der Schnurlostelefone zu einer anderen Zeit, was die unterschiedlichen weltweiten DECT-Frequenzbänder erklärt.
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Autor(in) Simon Gröflin



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