Vergleich: MacBook Air vs. MacBook Pro (2019)

Batterie, Verschlüsselung und Touch Bar

Batterie

Angaben zur Batterielaufzeit sind immer müssig, weil es keine verbindlichen Resultate und Messverfahren gibt. Beide Geräte begleiten den textverarbeitenden Nomaden durch den Tag, auch eine Präsentation liegt problemlos drin. Kniffeliger wird es natürlich, wenn unterwegs Filme geschnitten und 3000 RAW-Dateien vom letzten Hochzeits-Shooting optimiert werden müssen.
Beim MacBook Air verspricht Apple «bis zu 12 Std. drahtloses Surfen» und «bis zu 13 Std. Wiedergabe von iTunes-Filmen». Beim MacBook Pro sind es «bis zu 10 Std. drahtloses Surfen» und «bis zu 10 Std. Wiedergabe von iTunes Filmen». Das könnte etwa hinkommen – aber nur die tapfersten von uns verlassen das Haus zu einer wichtigen Besprechung, ohne ein Netzteil einzupacken.

Sicherheit, Verschlüsselung und der T2-Chip

Auch hier herrscht erfreulicherweise Gleichstand. Beide Modellreihen sind mit Apples eigenem T2-Chip bestückt – und der spielt gerade bei Mobilgeräten eine grosse Rolle. Der T2 sorgt dafür, dass jedes Bit im Mac verschlüsselt ist – sei es im Arbeitsspeicher oder im SSD. Wenn das Kennwort nicht bekannt ist, bleiben die Daten in den MacBook unzugänglich. Damit bleibt zumindest der Seelenfrieden gewahrt, wenn das Gerät abhandenkommt. Und weil der T2 die Ver- und Entschlüsselung auf Hardware-Ebene unterstützt, ist bei der Arbeit kein Leistungsverlust spürbar.
Der T2 sorgt unter anderem dafür, dass der Fingerscanner «Toch ID» (ganz rechts oben) den bestmöglichen Schutz bieten kann, indem alles verschlüsselt wird
Quelle: PCtipp / ze
Mehr noch: In wenigen Wochen erscheint macOS «Catalina» und bringt eine ähnliche Aktivierungssperre mit, wie sie die iOS-Geräte schon seit Jahren kennen: Ohne das Kennwort für die Apple ID bleiben nicht nur die Daten weggesperrt – das Gerät ist für den Dieb ausserdem völlig nutzlos, weil es sich nicht zurücksetzen oder reaktivieren lässt.
Der T2 sorgt aber auch dafür, dass der Startvorgang lückenlos durch Zertifikate und kryptografische Schlüssel abgesichert wird. Es ist also nicht möglich, dass sich eine Spionage- oder Schadsoftware in den Startvorgang einklinkt und das System unterwandert. Bei beiden Geräten erlaubt der Fingerscanner Touch ID eine bequeme Entsperrung des Rechners – aber auch für das Bezahlen via Apple Pay, indem einfach der Finger auf den Scanner gelegt wird. Dabei sorgt die «Secure Enclave» dafür, dass keine vertraulichen oder biometrischen Daten nach aussen entfleuchen.
Der T2 bringt noch weitere positive Eigenschaften mit. So verbessert er zum Beispiel die Signalverarbeitung bei Videos. Das führt bei Face-Time-Chats zu gefälligen Farben, einer besseren Belichtung und einem optimierten Tone Mapping. Den grössten Leistungssprung dürften jedoch die Videografen spüren, wenn fertige Videos ins HEVC-Format (H.265) konvertiert werden. Dieser rechenintensive Vorgang wird durch den T2 massiv beschleunigt, sodass selbst das MacBook Air einen ausgewachsenen iMac ohne T2 in die Schranken weist.
Zwischenbilanz. Der T2-Chip ist in beiden Baureihen präsent und bereichert das System um wichtige Eigenschaften bei der Sicherheit und der Medienverarbeitung.

Touch Bar

Die Touch Bar ist vermutlich jenes Element, das beim MacBook Pro für die meisten Diskussionen sorgt. Während beim MacBook Air über der Tastatur die klassischen Hardware-Funktionstasten zu finden sind, befindet sich dort beim MacBook Pro ein Multitouch-Display, das seine Funktion je nach Programm verändert. Wenn zum Beispiel Videos geschnitten werden, zeigt die Touch Bar die Zeitleiste, durch die gewischt werden kann. Wird der Taschenrechner aufgerufen, tauchen die vier Grundoperationen auf. Und so weiter. Die Funktionen lassen sich aber auch vom Benutzer beliebig anpassen.
Die Touch-Bar ändert ihre Funktion mit der jeweiligen Anwendung
Quelle: Apple, Inc.
Zugegeben: Ich bin mit der Touch Bar nie richtig warm geworden. Das liegt zum grössten Teil daran, dass der Fokus während der Arbeit schnell verloren geht. Beim Arbeiten mit der Maus befindet sich auf dem Display alles an einem Ort: der Mauszeiger, das zu manipulierende Objekt sowie meine ganze Aufmerksamkeit. Bei der Touch-Bar hingegen schweift der Blick immer wieder auf dieses Mini-Display ab, während die Aktion auf dem grossen Display darüber ausgeführt wird – und daran konnte ich mich nie ganz gewöhnen. Allerdings zeigt die TouchBar auf Wunsch auch die klassischen Funktionstasten und die Verwendung ist sowieso freiwillig.
Tipp: Der Touch Bar fehlt auch eine physische Escape-Taste. Wenn Ihnen diese wichtig ist, verwenden Sie die kostenlose Software «Karabiner Elements», um zum Beispiel die eher nutzlose Capslock-Taste zur Escape-Taste zu machen. Mehr dazu finden Sie hier.
Allerdings müssen die kritischen Anmerkungen von vorhin gleich wieder relativiert werden: Ich kann der Touch Bar nicht viel abgewinnen, wenn sie mit den Werksfunktionen verwendet wird. Die kleine bunte Leiste lässt sich jedoch enorm aufmöbeln, wenn «BetterTouchTool» verwendet wird. Diese übernützliche Software erlaubt es, nahezu beliebige Aktionen und Makros auszuführen, indem auf dem Trackpad frei definierte Gesten ausgeführt oder virtuelle Tasten angetippt werden – und dann wendet sich die Ausgangslage sofort zum Besseren.
BetterTouchTool sorgt dafür, dass die Touch-Bar ihr volles Potenzial entfalten kann
Quelle: Screenshot / ze
Allein eine Übersicht über BetterTouchTool würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen. Das ändert nichts daran, dass es sich hier um einen Pflichtdownload handelt, auch wenn sie gar kein MacBook Pro verwenden. Die Demo funktioniert 45 Tage lang ohne Einschränkung und wird danach für einmalige 7.50 US-Dollar zur Vollversion. Mehr dazu finden Sie hier.
Zwischenbilanz. Die Touch Bar führt nicht sofort zu Stürmen der Begeisterung. Doch mit dem passenden Hilfsprogramm wächst sie über sich hinaus und wird zu einem interessanten Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem MacBook Air. Versuchen Sie BetterTouchTool unbedingt vor dem Kauf aus; die Software funktioniert mit jedem Eingabegerät. So werden Sie schnell herausfinden, welcher Mehrwert auf Sie wartet.
Nachste Seite: Fazit (Ich weiss nicht, was soll es bedeuten …)



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