News 12.12.2012, 13:19 Uhr

Android-Konsole Ouya erhält Konkurrenz

Die durch Crowd-Funding finanzierte Android-Spielkonsole Ouya ist schon vor der Veröffentlichung ein grosser Erfolg. Doch jetzt taucht mit eSfere eine unverhoffte Konkurrenz auf, die mit Ouya so einiges gemeinsam hat. Aber eben nicht alles.
Die Idee einer offenen, Android-basierten Spielkonsole stiess auf eine enorme Resonanz, als Ouya im Sommer vorgestellt wurde. Mittels Crowdfunding über die Plattform Kickstarter kamen rekordverdächtige 8,5 Millionen US-Dollar für das Projekt zusammen. Im kommenden Frühling sollen die ersten Ouya-Konsolen ausgeliefert werden.
Doch jetzt erhält Ouya unverhoffte Konkurrenz aus dem eigenen Lager. Mit eSfere wurde ein sehr ähnliches Projekt vorgestellt, das ebenfalls auf Googles Android-Betriebssystem aufbaut. Und auch technisch sind die beiden Geräte auf Augenhöhe: Beide Konsolen werden von einem Tegra-3-SoC mit Vierkernprozessor angetrieben. Zu den weiteren Spezifikationen von eSfere gehören 2 GB RAM, 16 GB interner Speicher, zwei USB-Ports, WLAN, Bluetooth, Ethernet und HDMI.
Schlüsselelement: der Controller
Was aber rechtfertigt das Bestreben der eSfere-Entwickler, die Idee hinter Ouya derart unverschämt abzukupfern? Nun, es gibt einen wesentlichen Unterschied, den das eSfere-Team als grossen Vorteil gegenüber Ouya sieht: Ihre Konsole wird mit einem reinen Touchpad-Controller ausgeliefert. Dies hat gegenüber dem an einen klassischen Game-Controller erinnernden Ouya-Gamepad den gewichtigen Vorteil, dass man damit sämtliche im Google Play Store verfügbaren Games steuern kann, ohne dass diese speziell für die Konsole angepasst werden müssten. Dies im Gegensatz zu Ouya, wo die Spieleentwickler ihre Games anpassen müssen, damit sie mit dem Controller zu steuern sind. eSfere hat also den Vorteil, dass bereits zum Start der Konsole – sollte die Finanzierung zustande kommen – Zehntausende von Spielen via Google Play verfügbar wären.
Ouya setzt auf ein klassisches Gamepad
Anders als beispielsweise das Gamepad von Nintendos neuer Wii U handelt es sich beim eSfere-Controller aber wirklich nur um ein Touchpad, und nicht um einen Touchscreen – es können also keine Inhalte darauf angezeigt werden. Für alle, die physische Knöpfe bevorzugen, wollen die Entwickler eine Reihe von Silikonknöpfen und -Steuerkreuzen mitliefern, die man dann einfach auf dem Touchpad befestigen kann.
Nicht nur, was die Games betrifft, soll man freien Zugriff auf den Android-Store erhalten, auch alle anderen Apps sollen mit eSfere frei nutzbar sein. Den Möglichkeiten sind also kaum Grenzen gesetzt – beispielsweise lässt sich via USB eine Webcam an die Konsole anschliessen, um dann über Skype Videochats auszuführen.
Finanzierung durch die Massen
Wie erwähnt will sich eSfere ebenfalls via Crowdfunding finanzieren. Die Entwickler haben sich dazu die Plattform Indiegogo ausgesucht. Ob die Spender sich ähnlich grosszügig zeigen wie bei Ouya, ist allerdings fraglich, zumal eSfere ja die identische Zielgruppe anspricht. Und wer sich grundsätzlich für eine Android-Spielkonsole interessiert, hat wohl bereits für Ouya gespendet. Zum Zeitpunkt der Artikelrecherche wurden gerademal 114 US-Dollar für eSfere gespendet – das Ziel wären 390'000 US-Dollar, wofür allerdings noch 41 Tage Zeit bleiben.
Eine weitere Parallele zu Ouya gefällig? Auch die eSfere-Entwickler sind offenbar Design-Liebhaber. Ihre kugelförmige Konsole soll in zahlreichen Farben erhältlich sein, ausserdem sollen zusätzlich Blumenvasen als Accessoires erhältlich sein (kein Witz!), die im gleichen Design wie die Konsole gehalten sind. Als weiteres Zubehör ist zudem ein externer Flash-Speicher mit 128 GB Speicherplatz und zusätzlichen USB-Slots geplant, der sich ganz einfach unten an die Konsole andocken lässt.
Video: eSfere vorgestellt (Quelle: YouTube)


Kommentare

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Desaster
12.12.2012
Für was braucht man eine Konsole, wenn man trotzdem mit ungenauer und fummeliger Touch-Steuerung spielen muss? Dann kann ich das Game ja auch gleich auf dem Smartphone zocken. Es geht nichts über einen richtigen Controller.