Contact Tracing: Schweizer befürchten stärkere Überwachung

Bedenken trotz hoher Akzeptanz

Das sind die Gründe, die für die Befragten gegen die Nutzung einer Contact-Tracing-App sprechen
Quelle: ZHAW
«Trotz der hohen grundsätzlichen Akzeptanz gibt es in der Bevölkerung offenbar einige Bedenken – selbst gegenüber einer Contact-Tracing-App, die keine Standort- und Bewegungsdaten erfasst», wird Nico Ebert, Dozent am Institut für Wirtschaftsinformatik der ZHAW, in der Mitteilung zitiert.
Nebst der Überwachungsgefahr befürchteten rund 40 Prozent der befragten Personen auch, dass die App nicht richtig funktioniert und beispielsweise Fehlalarme auslöst. Etwa 30 Prozent sorgen sich, dass ihr Smartphone leichter gehackt wird. Gemäss Michael Widmer, Dozent am Zentrum für Sozialrecht der ZHAW, ist es deshalb wichtig, bei der Einführung einer Contact-Tracing-App auf diese Sorgen einzugehen. Ihm zufolge muss deshalb Transparenz geschaffen werden zur genauen Funktionsweise der App und zu Massnahmen zur Wahrung des Datenschutzes.

Grosse Bereitschaft, Fälle zu melden

Schliesslich erklärten sich im Rahmen der ZHAW-Studie fast 9 von 10 Befragte dazu bereit, eine allfällige eigene Infektion auf jeden Fall oder wahrscheinlich in der App zu melden. Wie die Daten zeigen, würde eine grosse Mehrheit auch der Aufforderung der App folgen, eigene Kontakte stärker zu reduzieren oder sich in häusliche Quarantäne zu begeben – sofern ein erhöhtes persönliches Infektionsrisiko vorliegt. 
Quelle: ZHAW
Als Gründe für die Nutzung der App nannten die Befragten vor allem das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Allgemeinheit (73 Prozent) und den Schutz von Familie und Freunden (67 Prozent). Die Hälfte möchte ausserdem zur Reduktion von Todesfällen unter älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen beitragen.
Laut Mitteilung der Hochschule sind die Resultate vergleichbar mit jenen aus anderen europäischen Ländern. «Zumindest in Bezug auf das beabsichtigte Nutzungsverhalten der Menschen wäre somit eine Voraussetzung gegeben, damit die App ihren Zweck erfüllen kann», sagt Ebert. Allerdings, ergänzt er, lasse sich von den heutigen Absichten nicht zwingend auf die spätere tatsächliche Nutzung schliessen.



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