Kinderpornos bei Napster?

Die Internet-Musikbörsen Napster und Gnutella stehen im Verdacht, Kinderpornografie zu verbreiten. Das Bayerische Landeskriminalamt hat Ermittlungen eingeleitet.

von Bruno Habegger 10.01.2001

Ein Sprecher des LKA bestätigte Medienberichte, nach denen wegen Kinderpornografie bei Napster und Gnutella ermittelt werde. Einzelheiten wollte der Sprecher allerdings nicht preis geben. Erst vor wenigen Wochen hatte der niedersächsische Verfassungsschutz berichtet, Napster habe sich zur zentralen Plattform zum Austausch rechtsextremer Musik entwickelt.

Nicht nur illegal kopierte Filme und Softwarepakete, sondern auch Bilder und Videos mit eindeutig kinderpornografischem Inhalt seien über Napster und Gnutella zum Herunterladen per Mausklick angeboten worden. Noch einfacher sei es, über den so genannten Filesharing-Service MyNapster an solche Daten herankommen.

Nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes können über die Tauschbörse zum Beispiel Rechtsextremisten Musiktitel verbreiten, in denen zu Mord und Rassenhass aufgerufen wird. Der Bertelsmann-Konzern, der erst im Oktober eine strategische Allianz mit Napster eingegangen war, verurteilte den Missbrauch der Musikbörse zur Verbreitung von Hass und Gewalt.


    Kommentare

    Keine Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.