News 30.08.2017, 13:19 Uhr

DAB+ im Aufwind

Ab 2020 wird das alte UKW-Radio schrittweise abgeschaltet. Obwohl vorwiegend zu Hause Radio gehört wird, sind neue Autoradios gefragter denn je.
Digitales Radio stösst in der Schweiz weiterhin auf grosses Interesse. Dank des Treibers DAB+ würden die Radioprogramme bereits zu 57 Prozent digital konsumiert, wie das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) in Berufung auf eine Trendanalyse des Forschungsprojekts DigiMig (digitale Migration der Radionutzung Schweiz) schreibt. Ab 2020 wird UKW-Radio schrittweise zugunsten von DAB+ abgeschaltet. Die noch verbleibenden UKW-Programme hat die SRG bereits im November 2016 umgestellt.

57 digitale Radiominuten pro Tag

Bis Ende Juni 2017 wurden insgesamt 3,25 Millionen DAB+-Radiogeräte verkauft. Die digitale Radionutzung habe dem Bakom zufolge seit Herbst 2015 sogar um 8 Prozent zugenommen. So hörten Schweizerinnen und Schweizer im Frühjahr 2017 von 100 Radiominuten am Tag durchschnittlich 57 Minuten auf digitalem Weg. Auffällig: Rund 750'000 Fahrzeuge sind schon mit DAB+ bestückt. Diese Zahl habe sich sogar innerhalb eines Jahres fast verdoppelt, schreibt das Bakom. Ein Grund dürfte aber sein, dass in rund zwei Dritteln aller Neuwagen DAB+ schon «gratis» verbaut ist.
Der Löwenanteil der generellen Radionutzung findet nach wie vor zu Hause statt

Neuanschaffungen für den Heimgebrauch

Einen klaren Trend beobachtet Onlinehändler Digitec noch nicht. «Dennoch zeigt sich, dass wenn Radios ersetzt oder neu angeschafft werden, dies in aller Regel mit einem DAB+-fähigen Gerät geschieht», sagt Digitec-Mediensprecher Alex Hämmerli auf Anfrage. Immerhin: Seit Januar 2016 schwanke der Verkauf von DAB+-fähigen Radios zwischen 84 und 90 Prozent. Vor allem im Heimgebrauch zeige sich, dass die meisten Kunden bei einer Neuanschaffung auf DAB+ wechseln, so Hämmerli. Einen klaren Trend verzeichne man dagegen bei Autoradios. Waren es im Januar 2016 noch 55 Prozent DAB+-fähige Geräte, seien es inzwischen schon fast 70 Prozent.  
Das Bakom scheut seit Februar 2017 auch keinen Aufwand vor einer gross angelegten Informationskampagne, so etwa auch auf www.dabplus.ch unter dem Slogan «Radio zieht um». Seit Pfingsten wird die Werbekampagne auf vielen Kanälen wie im Radio, Fernsehen und auf Plakaten verbreitet.

Autor(in) Simon Gröflin



Kommentare

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montag
29.08.2017
So schlimm wird es nicht sein. Es gibt schon heute eine Vielzahl von DAB+ -Adapter mit denen via UKW-Radio die DAB+ -Sender gehört werden können.

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hanswurst1
30.08.2017
So schlimm wird es nicht sein. Es gibt schon heute eine Vielzahl von DAB+ -Adapter mit denen via UKW-Radio die DAB+ -Sender gehört werden können. Total falsch, das gibt es nicht [/jedi-mind-trick]. Dieses archaische Medium muss endlich sterben.

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karnickel
02.09.2017
Also ich muss Goeoenkzwei Recht geben. Ein paar Nerds wie wir werden vielleicht eine Wäschehänge ins Auto installieren, um via USB oder Klinke DAB+ ins alte Autoradio einzuspeisen. Aber der gute Rest schiebt sich eine CD rein und hört im Tunnel dann keine Information über RDS-TA mehr - sprich keine Rettungsanweisungen. Es sei denn, man liesse dort UKW weiter laufen. Mit anderen Worten: Aus Sicherheitsüberlegungen die Abschaltung 2020 vielleicht zu überdenken.