So bleiben Sie (ein bisschen) anonym

Der Tor-Browser und E-Mails sicher versenden

Der Tor-Browser

Noch sicherer als die erwähnten Anonymisierungsdienste und Proxy-Umleitungen sind Programme, die auf das TorProject setzen. Bei dieser Anonymisierungstechnik läuft die Verbindung nicht nur über einen einzigen Proxy-Server, sondern gleich über mehrere. Es gibt diverse Programme, die dieses Netzwerk nutzen. Zu den komfortabelsten gehört das Tor Browser Bundle.
Die Download-Datei muss nicht installiert werden, sondern lässt sich per Doppelklick direkt ausführen. Dadurch kann sie auch auf einem USB-Stick genutzt werden. Das Tor Browser Bundle umfasst eine modifizierte Firefox-Version, sodass Sie keinen installierten Browser verwenden müssen. Surfspuren werden keine abgelegt.
Sehr gut: Nicht nur die Verbindung über das Tor-Netzwerk hilft bei der Anonymisierung. Der Browser ist so optimiert, dass Webseiten viele Informationen wie installierte Plug-Ins oder Schriftarten gar nicht auslesen können. So lässt sich Ihr PC anhand dieser Daten nicht mehr identifizieren. Die Nutzung des Tor Browser Bundles ist komplett kostenlos.
Einziger Wermutstropfen: Die Verbindung ist durch die Umleitungen über mehrere Proxy-Server häufig etwas langsam.

E-Mails sicher versenden

E-Mails hin und her zu senden ist zumeist genauso sicher wie die Briefchen, die man sich unter der Schulbank hindurch zukommen liess. Zwischen Sender und Empfänger kann jede Zwischenstation mal einen Blick reinwerfen. Zumindest bei gängigen E-Mail-Providern, die keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten wie zum Beispiel der Schweizer Anbieter ProtonMail.
Wer – nachvollziehbarerweise – seine bisherige E-Mail-Adresse behalten möchte, verschlüsselt seine elektronische Post mit einem Verschlüsselungsprogramm wie Pretty Easy Privacy oder Pretty Good Privacy. Dies ist allerdings keine einfache Angelegenheit.

Nie vollkommen anonym

Mit den erwähnten Diensten lässt sich zwar verhindern, dass Webseitenbetreiber Sie identifizieren und Statistiken anlegen oder Benutzer am selben Computer wissen, welche Webseiten Sie besucht haben. Eine vollkommene Anonymität bieten diese Dienste jedoch nicht. Mit speziellen Mitteln und mithilfe des Internetproviders können einzelne Anwender dennoch zurückverfolgt werden. Dieser grosse Aufwand lohnt sich für Behörden jedoch nur, wenn die Anonymisierungsdienste zum Beispiel für illegale Zwecke missbraucht werden.

Links:

ProtonVPN im Test


Autor(in) Simon Gröflin



Kommentare

Es sind keine Kommentare vorhanden.