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Avast verkauft Userdaten an Firmen

Wenn Sie einen Avast-Virenscanner nutzen, sind Ihre Surfdaten nun bei Google, Microsoft und Co.

von Florian Bodoky 28.01.2020

Der kostenlos verfügbare Virenscanner Avast Antivirus erfreut sich grosser Beliebtheit – bietet er doch für den 0815-User ausreichend Schutz und das zum Nulltarif. Wie man aber immer wieder feststellen muss: Nichts gibts WIRKLICH umsonst. Auch keine Software.

Das Antiviren-Tool hat nämlich die PC-User beim Surfen überwacht und die Browser-Daten samt und sonders an Dritte weitergegeben, wie Watson, PCMag und Motherboard (Vice) berichten. Übeltäter ist die Avast-Tochter Jumpshot. Wie vermeldet wird, hat Avast unter dem Vorwand, die Privatsphäre zu schützen, die Daten gesammelt, um sie zu «entidentifizieren». Dabei seien die individuellen Daten durch eine eindeutige ID pro Gerät ersetzt worden. Dann wurden sie weitergegeben – unter anderem an Google, Microsoft, McKinsey und Pepsi. Und zwar alles: Suchvorgänge, GPS- und Google-Maps-Koordinaten, besuchte LinkedIn-Seiten, YouTube-Videos und – ja – auch die Verläufe auf Websites zur Erwachsenenunterhaltung.

Zwar wurden keine persönlichen Daten wie etwa Namen weitergegeben, allerdings seien solche Daten aufgrund der schieren Datenmenge teilweise rekonstruierbar, wie Fachleute gegenüber Motherbord sagen.

Von dem Vorfall betroffen sind alle User, die einen Avast-Virenscanner installiert haben – gemäss Avast selbst sind das ca. 435 Millionen User weltweit. Die Stellungnahmen der Unternehmen sind bis jetzt bestenfalls mager. Und es scheint nicht so, als würde dies ein Ende finden. Watson meldet, dass Avast seit letzter Woche lediglich die Zustimmung für die Datenauswertung bei seinen Kundinnen und Kunden einholt – mit der üblichen Textwüste und einem Stimme-zu-Button.

Tags: Avast

    Kommentare

    • beatnik48 28.01.2020, 14.36 Uhr

      Ein zusätzliches Problem ist, dass man diesen Übeltäter nicht mehr los wird. Auch mit dem AVAST-Tool entfernt taucht es im Hintergrund immer wieder auf.

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