«Der Schweiz fehlen nur 500 Informatiker»

Studienersteller wehrt sich

Nils Braun von Econlab verteidigt seine Studie
Nicht auf sich sitzen lassen will die Kritik Nils Braun von Econlab, der für ICTswitzerland die Studie erstellt hat. Bei seiner Studie würden nicht Internetstellen zusammengezählt, die Methode sei wesentlich profunder: «Die Daten stützen sich primär auf öffentliche Statistiken wie die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung.» Er ist darum überzeugt, dass seine Daten stimmen. Trotzdem warnt er davor, sie zu wörtlich zu nehmen. «Die Kritiker werden im Jahr 2020 viele offene IT-Stellen finden, jedoch nicht deren 25'000. Der Markt ist nicht statisch, sondern passt sich an.»
Generalisten braucht es nach wie vor
Kritiker monieren jedoch genau das und sagen, dass die Wirtschaft eben nicht linear verlaufen wird, sondern durch die Industrialisierung der Branche in der IT immer weniger Jobs gebraucht werden. Die Prognosen seien darum falsch. Braun versteht dies, kontert aber: «Es gibt einen Mengen- und einen Qualitätseffekt. Google beispielsweise hat kaum Angestellte mit einer Berufsbildung als höchstem Abschluss. Aber Google ist nur ein ganz kleiner Teil der Schweiz.» Stattdessen würde viele Firmen ausserhalb der Kernbranche IT, auch ausserhalb von Banken- und Dienstleistungsunternehmen, Informatiker brauchen. Dort würden teilweise Generalisten ausreichen, die werden beispielsweise zur IT-Beschaffung gebraucht. Braun glaubt darum nicht, dass in Zukunft hauptsächlich nur noch Spezialisten gesucht werden.
Behält Braun recht, wird die Annahme der Initiative grössere Auswirkungen auf die Branche haben. Behält Riesenmann recht, ist die Initiative praktisch irrelevant. Wessen Voraussagen eintreffen, darüber darf gestritten werden. Die Diskussion hat gerade erst begonnen.

Fabian Vogt
Autor(in) Fabian Vogt



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