News 09.08.2012, 09:40 Uhr

Die Google-Suche der Zukunft

In einem Blog-Eintrag hat sich der Boss der Google-Suche zur Zukunft derselben geäussert und drei Schritte vorgestellt, welche die Suche nachhaltig verändern sollen.
Die Zukunft der Google-Suche ist… vernetzt. Das geht aus einem Blog-Eintrag von Amit Singhal, seines Zeichens Senior Vice President von Google Search, hervor. Als Kind hat sich Singhal, ein Star-Trek-Fan, vorgestellt, wie man eines Tages einem Starship Computer eine beliebige Frage stellen können und dieser die richtige Antwort liefern wird. Heute, so der Boss der Google-Suche, sei man diesem Traum näher als er sich in seinem Arbeitsleben je vorstellen konnte.
Knowledge Graph: Die Wissensdatenbank
Aktuell arbeitet Google an drei Schritten, um die Suchmaschine, nach wie vor das Herzstück des Milliardenunternehmens, besser und intelligenter zu machen. Der erste Schritt ist das konsequente Verknüpfen von Informationen. In den USA ist der «Knowledge Graph» bereits im Einsatz – eine Datenbank mit über 500 Millionen Einträgen zu Personen, Orten und Dingen, die alle untereinander vernetzt sind.
Rio ist nicht gleich Rio: Google weiss Bescheid.
Als Resultat ist Google in der Lage, beispielsweise zu erkennen, welche Dinge man mit dem Begriff «Rio» assoziieren könnte: Die Stadt in Brasilien, der Film, oder das Casino in Las Vegas. Tippt man also «Rio» in das Google-Suchfeld ein, werden einem automatisch die entsprechenden Vorschläge gemacht, damit man präzisieren kann, nach welchem Begriff man suchen möchte. Eine weitere Funktion, an der Google im Moment bastelt, sind Listen. Sucht man beispielsweise nach Leuchttürmen in Kalifornien, soll direkt unterhalb des Suchfelds eine horizontale Liste mit verschiedenen Leuchttürmen im US-Bundesstaat angezeigt werden. Der Knowledge Graph mit seinen verknüpften Informationen macht es möglich.
Was kann man in Paris alles anstellen? Die neue Listenfunktion von Google macht Vorschläge.
Damit nicht nur US-Bürger davon profitieren, beginnt Google jetzt damit, den Knowledge Graph in allen englischsprachigen Ländern der Welt zu aktivieren. Wir Schweizer müssen aber wohl noch länger darauf warten – schliesslich müsste Google dazu erste eine eigene deutschsprachige Datenbank anlegen.
Google durchsucht auch Mails
Welche Flüge stehen an? Google fragt Gmail.
Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Suchmaschine der Zukunft ist laut Singhal die Einbindung des Gmail-Accounts in die Suche. Künftig soll Google also auch in der eigenen Mailbox nach Treffern für einen bestimmten Suchbegriff Ausschau halten. Die Suchtreffer werden in einem separaten Bereich angezeigt und können bei Bedarf expandiert werden. Google will ausserdem spezielle Funktionen für die Mailsuche implementieren. Sucht man etwa nach «My flights», soll die Suche anhand seiner Gmail-Inbox automatisch E-Mails mit Informationen zu bevorstehenden Flügen heraussuchen und diese übersichtlich darstellen. Die Gmail-Suche wird derzeit als Experiment mit ausgewählten Nutzern durchgeführt, wer will, kann sich unter diesem Link anmelden.
Sprachsuche
Die dritte Neuerung, die Google vorantreibt, ist die Sprachsuche. Für Android ist diese bereits seit ein paar Wochen verfügbar (in Englisch), für iOS soll sie bald folgen. Die Sprachsuche ermöglicht es, Suchanfragen in natürlicher Sprache zu formulieren. Wenn Google eine Antwort darauf hat, wird die Antwort ebenfalls akustisch wiedergegeben, neben ergänzenden Informationen auf dem Bildschirm. Google zieht für die intelligente Sprachsuche, die erstmals zusammen mit der neuen Android-Version Jelly Bean an der Google I/O vorgestellt wurde, ebenfalls die verknüpften Informationen aus dem Knowledge Graph mit ein.
Amit Singhal sieht in all diesen Neuerungen zwar kleine Schritte, die zusammen aber einen wichtigen Beitrag zur Suchmaschine der Zukunft leisten.


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