News 26.02.2014, 14:07 Uhr

Nokia X: Einstiegsdroge für Windows Phone

Nokia versucht, Smartphone-Nutzer über Android zu Windows Phone zu bringen. Wir haben die Modelle der X-Serie am Mobile World Congress in Barcelona angetestet.
Nokia setzt auch beim X auf grelle Farben
Wer ein klassisches Android-Gerät aus der Schmiede von Nokia erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die neuen Nokia X, X+ und XL unterscheiden sich grundlegend von anderen Androiden. Obwohl das Betriebssystem auf Android basiert, ist es in der Bedienung wie Windows Phone. Es gibt Kacheln statt einen Home-Screen und Apps von Microsoft statt Google.
Optisch sind die Geräte Nokia-typisch bunt und mit einer griffigen Plastikoberfläche überzogen. Im Gegensatz zu Nokias Lumia-Serie ist das Gehäuse jedoch einiges kantiger ausgefallen. Wirklich störend sind die Ecken jedoch nicht. Beim grösseren XL könnte es in der Hosentasche jedoch eng werden.

Nicht für Android-Nutzer

Das Nokia X läuft auf Android, sieht aber aus als Windows Phone
Als Android-Nutzer fühlt man sich von Nokias Interface nicht wirklich abgeholt. Zu gross ist die Gewohnheit des Home-Screens. Statt diesem findet man auf dem Nokia X einen Zurück-Knopf. Wie schon bei Windows Phone ist das Interface zweigeteilt. Mit einem Wisch zur Seite, wechselt man zwischen den vertikal laufenden Kacheln und den kürzlich verwendeten Apps. Das System ist eher verwirrend als praktisch.
Das grösste Manko ist jedoch der fehlende Play Store. Zwar sind in Nokias eigenem App-Store viele nützliche Apps vorhanden und auf das X angepasst. Dennoch fehlt mit Google Play die grosse Masse der Apps. Android ist nicht umsonst dank eines breiten App-Angebots erfolgreich. Dieses geht beim Nokia X verloren. Zwar können andere Android-Apps per APK-Datei installiert werden, die Hürde dürfte jedoch für den durchschnittlichen Nutzer zu hoch sein.
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Die Kanten des Nokia X sind etwas schärfer als bei den Lumias
Allerdings sind Android-Nutzer auch nicht die Zielgruppe von Nokia. Die X-Modelle sollen vorerst in aufstrebenden Märkten wie Lateinamerika, Russland und Südasien verkauft werden. Dort ist die Verbreitung von Smartphones noch deutlich niedriger. Nokia versucht, mit günstigen Geräten neue Smartphone-Nutzer für das Windows-Design zu begeistern, um diese später auf teurere Lumia-Geräte mit Windows Phone zu bringen. Gerade in Märkten, in denen Smartphones fast ausschliesslich zum vollen Preis gekauft werden, sind günstige Geräte gefragt.
Hier stellt sich jedoch die Frage: Schätzt ein Nokia-X-Nutzer die Microsoft-Dienste und das Nokia-Interface mehr als die Apps von Android? Mit einem eigenen App-Store und vorinstallierten Diensten wie Skype, OneDrive oder Here Maps versucht Nokia, die Nutzer auf die eigene Seite zu ziehen. Die erschwerte Installation von regulären Android-Apps nimmt dem Nokia X jedoch einige der Vorteile des Google-Betriebssystems.
Die Seitenansicht des Nokia X



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