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FBI will iPhones entsperren: Apple sagt weiter Nein

Das FBI sucht erneut die Hilfe von Apple: Die US-Behörde will an die Daten der iPhones eines toten Attentäters kommen. Der Konzern gibt eine klare Antwort.

von dpa 09.01.2020

Apple zeigt sich zu einem neuen Kräftemessen mit der US-Regierung bereit, um die sichere Verschlüsselung von Diensten und Geräten zu verteidigen. «Hintertüren in Verschlüsselung einzubauen» sei keine Lösung, sagte Datenschutzchefin Jane Horvath auf der Technikmesse CES.

Das ist eine bekannte Position von Apple. Ihre Wiederholung hat aber besonderes Gewicht, weil erst wenige Stunden zuvor bekannt wurde, dass das FBI von dem Konzern erneut verlangt, bei der Entsperrung von iPhones eines Attentäters zu helfen.

Es geht dabei um Geräte des Mannes, der im vergangenen Jahr drei Menschen auf einem Marinestützpunkt getötet hatte. Das FBI schöpfte seine Möglichkeiten, sich Zugang zu den beiden Telefonen zu beschaffen, erfolglos aus, schrieb die «New York Times» unter Berufung auf informierte Personen. Inhalte auf iPhones werden verschlüsselt und sind meistens nicht ohne Passcode zugänglich. Apple betont, dass man Behörden auf richterliche Anweisung die vorhandenen Informationen aushändige.

Klage gegen Apple bereits 2015

Die US-Behörden hatten 2015 sogar gegen Apple geklagt, um den Konzern zu zwingen, Methoden zum Knacken der iPhone-Codesperre zu entwickeln. Am Ende kam das FBI jedoch nach eigenen Angaben mithilfe eines externen Dienstleisters in das Telefon rein und liess die Klage fallen. Apple hatte damals unter anderem argumentiert, Hintertüren für Behörden könnten auch missbraucht werden. Horvath betonte jetzt, unter anderem Gesundheits- und Zahlungsdaten auf den Geräten machten eine robuste Verschlüsselung unverzichtbar.

Horvath sprach auf der CES bei einer Podiumsdiskussion, an der auch ihre Facebook-Kollegin Erin Egan teilnahm. Egan wies dabei Vorwürfe zurück, das Online-Netzwerk sammele zu viele Daten oder betreibe mit seinem Werbemodell «Überwachungskapitalismus». «Ich denke, die Privatsphäre der Menschen bei Facebook ist heute geschützt», sagte sie. Facebook bringe den Nutzern mit seinem werbefinanzierten Geschäftsmodell zugleich einen Mehrwert. Das Online-Netzwerk habe zwar ein anderes Geschäftsmodell als Apple – aber bei beiden sei die Privatsphäre geschützt.

Ihr widersprach Rebecca Slaughter, Mitglied der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde FTC. Nach immer neuen Datenpannen und -skandalen sei es unmöglich, zu dem Schluss zu kommen, dass Online-Unternehmen genug beim Datenschutz unternähmen oder dass die Privatsphäre der Nutzer geschützt sei, kritisierte sie. Die FTC ist in den USA auch für die Datenschutzaufsicht zuständig – und hatte im vergangenen Sommer unter anderem wegen des Skandals um Cambridge Analytica eine Strafe von 5 Milliarden US-Dollar gegen Facebook verhängt.


    Kommentare

    • karnickel 11.01.2020, 10.02 Uhr

      Der Teil des Berichts zu Apple verwirrt ein bisschen. Okay, vielleicht konnten die Daten nicht erreicht werden, weil dieser Attentäter gegenüber einem anderen auf Grund einer neueren iOS-Version nicht geknackt werden können. Da war doch dieses grossmäulige Unternehmen, dass sagte, für sehr viel Geld jedes iPhone knacken zu können. Zum Abschnitt über Facebook muss ich den U.S. Behörden langsam Respekt zollen. Tatsächlich zu sagen, dass Facebook zu wenig für den Schutz der Daten seiner Kunden u[...]

    • hirsch1 11.01.2020, 17.05 Uhr

      Es sieht also so aus, dass Apple lieber ein Verbrechen schützt als die Justiz zu unterstützen.

    • gucky62 12.01.2020, 00.24 Uhr

      Es sieht also so aus, dass Apple lieber ein Verbrechen schützt als die Justiz zu unterstützen. Das kann und sollte man IMHO anders sehen. Der Zweck heilig nun einmal nicht alle Mittel! Eine Verschlüsselung zu schwächen und ein Backdoor, egal für wenn einzubauen hat noch nie zum Erfolg geführt. Irgendwann werden auch Verbrecher diese Backdoors knacken, bzw. deren Geheimnis wird öffentlich gemacht. Sie WanaCry usw. Daher kann man Apple in Ihrer Haltung nur unterstützen. Wobei Apple selbst nic[...]

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