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Ordnungsbussen mit QR-Code statt Einzahlungsschein

Im Kanton St. Gallen enthalten Bussen ab März nur noch einen QR-Code. Nur wer diesen scannt, erfährt den Grund für die Busse und die Höhe des Betrags.

von Claudia Maag 19.02.2020

Im Kanton St. Gallen erhalten Personen, die kurz ihr Auto stehen lassen oder auf einem Parkplatz kein Parkticket lösen, ab März eine Busse mit QR-Code, wie die «Südostschweiz» berichtet.

Bussenzettel mit QR-Code Bussenzettel mit QR-Code Zoom© www.sg.ch

Bisher werden Bussen mit Quittungen in Papierform abgegeben. Wer nicht online zahlt, kann den beiliegenden Einzahlungsschein verwenden – doch dieser wird künftig fehlen. Auch den Grund für die Busse sieht man nicht mehr auf den ersten Blick. Erst wenn man den QR-Code scannt, erfährt man den Grund für die Busse sowie den zu bezahlenden Betrag.

Die meisten Menschen haben immer ein Smartphone dabei mit einem in der Kamera integrierten QR-Code-Scanner oder haben eine QR-Code-Scanner-App auf dem Handy installiert. Der Vorteil ist, dass man den QR-Code scannen kann und direkt auf das Online-Bussenportal weitergeleitet wird. Online kann man die Busse per Kreditkarte, Post-E-Finance, Postcard oder Twint gleich bezahlen.

Ist jemand nicht mit der Busse einverstanden, muss er wie bisher Einwendung erheben. Im Kanton St. Gallen muss dazu ein Formular heruntergeladen und auf dem Postweg an die KaPo St. Gallen geschickt werden.

Wann finden Sie den QR-Code-Bussenzettel unterm Scheibenwischer?

Getestet wurde der QR-Code-basierte Bussenzettel seit November 2019 in der Stadt Wil, wie die Kantonspolizei St. Gallen in einer Mitteilung schreibt. Seit Ende Januar 2020 wird er bereits in der ganzen Region Fürstenland-Neckertal eingesetzt. Seit 17. Februar 2020 wird er in den Regionen Linthgebiet-Toggenburg sowie Werdenberg-Sarganserland eingeführt. Als Letztes kommt ab 9. März 2020 noch die Region Bodensee-Rheintal hinzu.

Das Bussenportal wurde laut Webseite mit Android-Geräten und iPhones getestet.

Welche Alternativen zum QR-Code gibt es?

Das Onlineportal kann laut Webseite des Kantons St. Gallens auch über den Desktop unter bussen.kapo.sg.ch aufgerufen werden. Hierzu benötigen Sie auch die Bussennummer, die Sie nur durch Scannen des QR-Codes erfahren.

Doch was ist mit Personen, die über kein Smartphone verfügen? Sie wissen nicht einmal, warum sie die Busse erhalten haben. Diese Personen müssen auf den Polizeiposten gehen. Dort erhalten sie mündliche Auskunft.

Wer dies nicht kann oder will, dem bleibt nur, die Busse nicht zu zahlen. Verstreicht die Zahlungsfrist von 30 Tagen, erhält man eine Übertretungsanzeige mit Einzahlungsschein per Post. Bei der Übertretungsanzeige handelt es sich um ein Formular, das man z.B. auch erhält, wenn man von einer Radarfalle geblitzt wird. Auf der Übertretungsanzeige sind die Bussennummer, das Kontrollschild sowie die Höhe der Busse zu finden.

Erst wenn die Zahlungsfrist dieses Einzahlungsscheins verstreicht, wird das ordentliche Verfahren eingeleitet und Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Wer innert der 30-tägigen Frist nicht zahlt, erhält eine Übertretungsanzeige mit Einzahlungsschein per Post Wer innert der 30-tägigen Frist nicht zahlt, erhält eine Übertretungsanzeige mit Einzahlungsschein per Post Zoom© www.sg.ch

Weitere Fragen und Antworten finden Sie auf der Webseite zur neuen Ordnungsbusse.


    Kommentare

    • renfer 19.02.2020, 14.10 Uhr

      für alte und behinderte Personen wird dies sehr kompliziert. - schöne neue Digitalwelt, welche keine Rücksicht auf alte Leute mehr nimmt. Vermutlich wird die Zukunft dazu führen, dass alle alte Leute sich vor einem Krematorium zu melden haben, um entsorgt zu werden!

    • heugümper 19.02.2020, 14.40 Uhr

      Das ist schlicht und einfach eine Frechheit. Als 70jähriger Senior der kein Handy will und der auf dem Lande wohnt, wo sich die Polizei schon längst zurückgezogen hat. Kann ich mich mit QR code beim Krematorium anmelden? Nun Eigentlich nicht mehr mein Problem. Schöne neue Welt!

    • marrud 19.02.2020, 14.43 Uhr

      Typisch auch, eine Einsprache muss ausgedruckt und per Post geschickt werden, da geht's dann plötzlich nicht per Mail. Wahrscheinlich haben die Polizisten kein Internet oder können es nicht bedienen... Was aber, wenn man alternativ auf die Übertretungsanzeige wartet, ist dann die Einsprachefrist bereits abgelaufen und kostet die extra?

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