Intel zeigt einen PC in SD-Kartengrösse

Intel stellte schon im September 2013 in San Francisco seine ultrakleinen Quark-Chips vor. Nun zeigt Intel an der CES in Las Vegas, wie sich der Chip ins Bild des omnipräsenten Computing einfügen soll.

von Simon Gröflin 08.01.2014
Verglichen mit der Leistung von Desktop-CPUs kommt der SD-Karten-grosse Edison etwa an die Leistung eines Pentiums ran Verglichen mit der Leistung von Desktop-CPUs kommt der SD-Karten-grosse Edison etwa an die Leistung eines Pentiums ran Zoom Am Intel Developer Forum 2013 im September letzten Jahres haben Intel-CEO Brian Krzanich und Renee James erstmals den Quark-Chip erwähnt. Spürbar verstummte der Beifall damals in der Messehalle, wohl deshalb, weil noch niemand den für Embedded Systems (wie Sensoren, Messgeräte) vorgesehenen Chip genauer einordnen konnte. Der Intel-CEO demonstrierte nun in Las Vegas einen ultrakleinen Quark-gepowerten Mini-Computer von der Grösse einer SD-Karte: den «Edison»-Rechner. Bei der CPU handelt es sich um ein sogenanntes SoC (System on a Chip) mit zwei Kernen. Ein winziges WLAN- und Bluetooth-Low-Power-Modul ist ebenfalls im Mini-PC untergebracht. Als Betriebssystem ist ein Linux installiert, das über einen eigenen App-Store aktualisiert werden könne.

Intelligentere Sensoren

Intel anvisiert mit dem Mini-Computer nicht nur eine breite Bastel-Community – Intel geht es dabei um die Zukunftsdefinition der Wearables. Nach Krzanich will im Moment noch niemand Wearables aktiv nutzen, weil ein nettes Gadget wie eine Smartwatch meistens mit einem anderen Gerät (in diesem Fall mit dem Smartphone) gekoppelt wird. So demonstrierte Krzanich das Zusammenspiel mit diversen Sensoren. Intels Ohrhörer mit einem eingebauten Sensor soll den Herzrhythmus anhand des Blutpulses im Ohr messen – ohne einen zweiten Sensor auf dem Brustbereich. Im Moment bezieht der Ohrpulsmesser den Strom allerdings noch aus einer Kopfhörerbuchse eines Smartphones.

Smartere Smartwatches

Mit Intels neuem Chip sollen Smartwatches noch smarter werden. So könnten Smartwatches in naher Zukunft dank integrierter Mobilfunktechnologie und GPS-Sensoren so intelligent sein, dass Eltern auf ihrer Uhr nachschauen könnten, wann das Kind ungefähr bei der Schule ankommen wird und welche Route genommen wird. Die Uhr könnte dann beispielsweise einen Alarm von sich geben, wenn sich das Kind verspätet oder von der Route abweicht. Als weitere Referenzgeräte wurden Gegenstände des Alltags genannt: Wird ein Baby unruhig, könnte Edison die Milchflasche erhitzen. In einer Plastikschildkröte könnte der Chip protokollieren, ob das Baby ruhig atmet, und ob die Hauttemperatur normal ist, um die Signale per Bluetooth an die aufblinkenden Kaffeetassen-LEDs der Eltern zu senden.

Intel will die schlauen Köpfe

Ausserdem lancierte Intel den «Make it Wearable Challenge»-Wettbewerb, um die Kreativitätsprozesse voranzutreiben. Bis anhin war nämlich noch nicht ganz klar, ob Intel nur eng mit auserwählten Industriepartnern an spezifischen Messgeräten werkeln will, so zumindest unser Eindruck vom letzten Developer Forum. Damit steht nun ausser Frage, dass Intel die schlausten Köpfe der Open Source Community finden will. Tüftigen Entwicklern, die neue Anwendungsbereiche entdecken, winkt ein Preisgeld von (gesamthaft) 1,3 Millionen US-Dollar.

Auf den Markt kommen soll Edison noch im Sommer 2014.


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