Kommentar 25.01.2008, 20:01 Uhr

Das Freitagsbit: Skandal!

Die WWKolumne – Ha. Reingefallen. Hier gibt es keine Skandale. Diese Kolumne ist skandalfrei.
Sie sind auf ein Fangwort reingefallen. Einen Offline-Honigtopf sozusagen. Ist ein Phänomen, das immer häufiger auftritt. Ich bin schon oft in solch einen süssen Topf getreten, den Bruder des Fettnapfs und hab mir klebrige Sohlen geholt. Erst neulich im Markt, der nichts für Blöde ist. Man muss in dieser Riesenhalle schon sehr klug sein, um nicht das falsche Produkt zu kaufen.
Wie neulich, als ich vor dem Regal mit Netzwerkgeräten stand. Zwei Linksys-Router stachen mir ins Auge. Einer für 110, der andere für 99 Franken. Strahlend griff ich nach dem teureren Gerät. Englisch die Verpackung. Doch an der Kasse machte ich kehrt, studierte die Packung des billigeren Routers noch einmal. Und musste feststellen: Dasselbe Gerät nur in deutscher Verpackung. Ich weise die Rotjacke im nächsten Gang darauf hin. Die zuckt nur mit den Schultern: «Nicht mein Problem, ich mache die Preise nicht.»
Ich weiss jetzt, dass deutsche Verpackungstexter billiger arbeiten als die Amerikanischen. Und ich fühl mich einmal mehr für Dumm verkauft. Hotline-Mitarbeiter ackern stupide Datenbankeinträge ab, ohne auf das Anliegen der Kunden einzugehen. Die letzte S-Bahn nach Hause ist derart proppenvoll, dass ich ein Taxi nehmen muss. Zur Entschuldigung kriegt man von Kundendienst nur ein müdes Lächeln. Betrüger dürfen im Internet ungeniert spammen und Menschen aufs Kreuz legen – niemanden interessierts.
Dafür regen wir uns auf, wenn ein Polizist des Bundesrates Parkuhr füttert, anstatt ihn zu büssen.
Das ist ja sowas von skandalös!


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