News 04.01.2012, 12:31 Uhr

Tarifrechner deluxe: dschungelkompass.ch

Der Informatikstudent Oliver Zadori hat einen Tarifvergleichsrechner für die Handy-Nutzung erstellt, der viel genauere Resultate als vergleichbare Portale wie Comparis liefern soll.
Oliver Zadori war der Meinung, dass es immer schwieriger wird, im Mobilfunk-Tarifdschungel zwischen Abo-Anbietern, Sparoptionen und Prepaid-Modellen noch den Durchblick zu wahren. Gerade auch, weil es immer mehr kleine und günstige Anbieter gibt, die den bewährten Playern Konkurrenz machen. Deshalb hat sich der Informationstechnikstudent zum Ziel gesetzt, während seines Studiums den genausten Tarifrechner der Schweiz zu programmieren. Und dieses hoch gesteckte Ziel glaubt Zadori jetzt, nach über 500 Stunden Arbeit, erreicht zu haben.
Präziser und transparenter
Der Tarifrechner ist unter dschungelkompass.ch abrufbar. Im Unterschied zu anderen Schweizer Vergleichsportalen wie Comparis.ch oder abo-checker.ch fällt gleich auf, dass sich hier das persönliche Nutzerverhalten sehr viel genauer erfassen lässt. Bei dschungelkompass.ch kann man etwa nicht nur angeben, wie viele Minuten pro Monat man telefoniert, sondern auch, wie oft man prozentual in bestimmte Netze telefoniert oder auf wie viele Anrufe sich die Minuten verteilen. Der Tarifrechner berücksichtigt gar, zu welchen Tageszeiten man bevorzugt telefoniert.
Ein weiterer Vorteil: Dschungelkompass.ch vergleicht nicht nur die verfügbaren Abos und Prepaid-Tarife aller wichtigen Anbieter, sondern zieht auch noch allenfalls erhältliche Sparoptionen in die Berechnungen mit ein. Insgesamt werden so auf Knopfdruck über 200 Preispläne berechnet und angezeigt. Ebenfalls nützlich: Die jeweiligen Kosten der Preispläne werden transparent in die Kategorien Grundgebühr, Gespräche, SMS und Internet aufgeteilt. Dazu gibts wichtige Hinweise und Informationen wie «Anrufe auf Lebara sind nur für die ersten 30 Minuten gratis. Aufhängen und neu anrufen!».
PCtipp.ch meint
Der Selbsttest von PCtipp.ch zeigt: Der Tarifrechner von dschungelkompass.ch lässt sich viel besser auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden als die der anderen Schweizer Vergleichsportale und liefert daher wesentlich zuverlässigere Resultate. Zwar muss man sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um die Parameter realistisch abzustimmen, dann aber erhält man genau die Preispläne, die auch wirklich am günstigsten sind.
Allerdings scheint ausgerechnet das Abo des Autors falsch berechnet worden zu sein. Möglicherweise hat sich in die Berechnungsmodelle also noch der eine oder andere kleine Fehler eingeschlichen, was bei einem derart komplexen Modell, das von einer Privatperson erstellt wurde, auch nicht weiter verwunderlich ist. Dennoch: Wer zu einem neuen Abo wechseln möchte, sollte der Webseite von Oliver Zadori unbedingt einen Besuch abstatten. Und dass sich ein Wechsel durchaus auszahlen kann, dürfte nicht erst seit dem neusten Comparis-Bericht bekannt sein.


Kommentare

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Hannes Weber
04.01.2012
1. Zu komplex? Finde ich nicht. Wer sich nicht die Zeit nimmt, sich kurz Gedanken zu seinem effektiven Handygebrauch zu machen, kann auch nicht das für ihn günstigste Angebot ausfindig machen. 2. Wie ich ja auch geschrieben habe, haben sich sicherlich noch einige kleinere Fehler eingeschlichen. Das von mir beschriebene Abo war das MTV Mobile Next. Den Fehler habe ich Oliver Zadori per Mail mitgeteilt und er hat ihn nach eigenen Angaben umgehend gefunden und behoben. 3. Gut, alles nimmt einem auch diese Seite nicht ab. Aber das kann ja noch werden... :)

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iRoniPod
04.01.2012
Also ich habe ja mal den Vergleichsdienst von Comparis ausprobiert: Furchtbar, da werden Äpfel mit Birnen verglichen!

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losalamos
04.01.2012
1. Zu komplex? Finde ich nicht. Wer sich nicht die Zeit nimmt, sich kurz Gedanken zu seinem effektiven Handygebrauch zu machen, kann auch nicht das für ihn günstigste Angebot ausfindig machen. wäre diese form nicht zu komplex, dann hätten es comparis und co. schon längst. technisch gesehen sind das nur ein paar zusätzliche variabeln die abgefragt werden. wenn man anfangen muss prozentual auszurechnen mit welchem netz man um wieviel uhr wie lange telefoniert hat um ein günstiges abo zu finden, dann geht das 99% der ottonormalverbraucher zu weit. man müsste sogar wissen was für ein netz der angerufene überhaupt benutzt. man sieht das ja an den eben gerade veröffentlichten zahlen wieviel herr und frau schweizer bei der telekommunikation aus dem fenster schmeissen. sie nutzen nichtmal die einfacheren rechner. 2. Wie ich ja auch geschrieben habe, haben sich sicherlich noch einige kleinere Fehler eingeschlichen. Das von mir beschriebene Abo war das MTV Mobile Next. Den Fehler habe ich Oliver Zadori per Mail mitgeteilt und er hat ihn nach eigenen Angaben umgehend gefunden und behoben. also falsche berechnungen und falsche ranglisten bei einem vergleichsdienst haben mit "kleineren fehlern" defintiv nichts zu tun! auch nicht mit viel gutem willen, den ich diesem projekt wirklich zu gute halte. 3. Gut, alles nimmt einem auch diese Seite nicht ab. Aber das kann ja noch werden... :) ich sagte ja bereits, dass ich auf die zukunft dieses projekts gespannt bin und es auf keinen fall madig machen will.

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OliverZ
04.01.2012
Guten Tag losalamos Ich habe Ihr Beispiel nachgerechnet, kann Ihr angegebenes Resultat jedoch nicht nachvollziehen. Beim Swisscom Liberty Uno wird pro Anruf/Stunde auf das eigene Netz der Tarif von 0.80 berechnet. Auf andere Netze wird pro MINUTE 0.70 berechnet. Wie viele Minuten und welche Netze haben Sie denn ausgewählt? Ich habe 5 Minuten mit 5 Anrufen zu 100% Swisscom eingegeben. Dies ergibt 5x0.80 = 4 (wie in der Tabelle ersichtlich). Verteilen Sie 50% auf ein Fremdnetz, werden (weil es eine unlogische Eingabe mit 5 Anrufen ist) 3x die Stunde = 2.40 und 3 Minuten = 2.10 Total als 4.50 angegeben. Vielleicht probieren Sie es nochmals aus. Beim Sunrise MTV Mobile Next ist mir eine Variable durcheinander gekommen, so hat es die Gespräche auf das eigene Netz nicht abgezogen. Ich muss dazu noch sagen, dass ich diese Berechnung vor über einem Jahr geschrieben habe. Hinter der angezeigten Tabelle stehen über 200 einzeln angefertigte Berechnungen. Ich habe sie alle mehrmals kontrolliert, aber es kann sein, dass es bei einzelnen Abos kleiner Fehler gibt. Deshalb schreibe ich auch auf der Seite, dass alle Angaben ohne gewähr sind und man sich vor einem Abschluss nochmals über die (womöglich geänderten) Preise nochmals informieren soll. Wenn Sie noch weitere finden, würde ich mich über ein Feedback freuen, dann kann ich sie beheben. Klar sind die Eingaben nicht sehr detailliert. Ich habe sie so gestaltet, dass sie genug vielfältig für die Berechnungen und so einfach wie möglich zum Eingeben sind. Ich kann für die vielfältig und komplizierten Angebote auf dem Markt auch nichts dafür. Ich wüsste auch nicht, wie man es noch einfacher und doch korrekt berechnen kann. Ich versuche lediglich Ordnung zu schaffen. Viel Spass damit weiterhin! Freundliche Grüsse Oliver Zadori

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ralfbeyeler
04.01.2012
Also ich habe ja mal den Vergleichsdienst von Comparis ausprobiert: Furchtbar, da werden Äpfel mit Birnen verglichen! Guten Tag Wo vergleichen wir in unserem Mobilfunk-Vergleich Äpfel mit Birnen? Können Sie mir bitte ein konkretes Beispiel sagen, dann werden wir Ihrem Vorwurf gerne nachgehen. Liebe Grüsse Ralf Beyeler Telecom-Experte von comparis.ch

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iRoniPod
04.01.2012
Guten Abend Herr Beyeler :D Ich habe mich sicher zu weit aus dem Fenster gelehnt, aber: Der Kassensturz hat ja mit Ihnen schon ein paar Mal verschiedene Anbieter mit Abos und Prepaid ausprobiert und Testresultate veröffentlicht wo man am besten telefoniert je nach Bedürfnis Und die Resultate welche veröffentlicht wurden, haben mich sehr überrascht, weil gewisse Faktoren nicht berücksichtigt worden sind: Beispielweise dass ein Anruf in andere Netze nicht gleich teuer ist wie in ein gleiches Netz. Vor allem die Resultate der Swisscom, die beim Kassensturz oft als teuerster Schweizer Anbieter dargestellt wird. Dies aber nur teilweise stimmt, da man vergleichsweise fast nichts zahlt wenn man ins gleiche Netz anruft. Ich weiss nicht wie diese Tests durchgeführt wurden, aber man hätte doch deklarieren müssen, das Resultat von anderen Netzen unabhängig sind. Es gibt ja sehr viele Personen die nicht genau wissen, was sie brauchen, und anhand der Testresultate könnte jemand glauben, er müsse ein anderer Anbieter wählen wenn er Swisscom-Kunde ist und sieht, dass die Swisscom teurer als die anderen da stehen. Aber vielleicht telefoniert diese Person nur aufs Swisscom-Netz, und somit wäre die Person negativ überrascht über die Kosten-Konsequenzen da die Person weniger zahlen muss als Swisscom-Kunde weil sie ja ins gleiche Netz anruft.

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schrepfer
04.01.2012
Die Seite ist ein netter Versuch, ein Überblick in die verschiedenen Abos zu bringen. Die ganzen Eingaben sind zu komplex; der Ottonormalverbraucher gibt nun mal lieber ein wenig mehr Geld aus, anstatt sich genau zu informieren oder komplexe Formulare auszufüllen. Deshalb würde ich zusätzlich zur bestehenden Form noch ein direktes Einlesen einer csv-Datei der detaillierten Monatsabrechung anbieten. Zumindest bei Swisscom kann diese Datei für die letzten paar Monate (ganz einfach - auch für Technik-Dummies) heruntergeladen werden. Dieses Format kann sehr gut in ein Programm eingelesen werden, es gibt hierfür Parser für verschiedenste Programmiersprachen. Wie es bei den anderen Anbietern aussieht, kann ich leider nicht sagen. Dies würde jedoch die Komplexität auf einen Schlag gegen Null senken und gleichzeitig die Genauigkeit enorm erhöhen. Bezüglich des Datenschutzes wird es vermutlich auch kein Problem. Wenn man nur einmal die Anzahl Leute betrachtet, die die Login-Daten von Facebook weitergeben nur um ein Video zu sehen und dabei alle Rechte an Fotos, besuchten Orten usw. freigeben. (http://www.forbes.com/sites/kashmirhill/2011/10/18/take-this-lollipop-and-get-your-very-own-creepy-facebook-stalker/) Der nächste Weg, wäre dann ein App mit denselben Möglichkeiten, wobei man so mit Werbung sehr gut Geld verdienen kann. ;) Beim Design würde ich jedoch noch einiges machen. Webseiten werden grundsätzlich viel frequentierter besucht, wenn sie professionell gestaltet sind. Auch die Glaubwürdigkeit der Daten - was bei diesem Projekt enorm wichtig ist - ist viel eher gegeben, wenn die Seite designmässig etwas hergibt. Dazu braucht es nur wenige, zusammenpassende Farben, einen schlichten klaren Aufbau und keine kitschig wirkenden Elemente. Das ganze noch ohne Tabellen ausgegeben und das Problem ist gelöst. Viel Erfolg!

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ralfbeyeler
04.01.2012
Besten Dank für Ihre Rückmeldung. Ich nehme gerne direkt Stellung dazu. Ich habe mich sicher zu weit aus dem Fenster gelehnt, aber: Der Kassensturz hat ja mit Ihnen schon ein paar Mal verschiedene Anbieter mit Abos und Prepaid ausprobiert und Testresultate veröffentlicht wo man am besten telefoniert je nach Bedürfnis Und die Resultate welche veröffentlicht wurden, haben mich sehr überrascht, weil gewisse Faktoren nicht berücksichtigt worden sind: Beispielweise dass ein Anruf in andere Netze nicht gleich teuer ist wie in ein gleiches Netz. Vor allem die Resultate der Swisscom, die beim Kassensturz oft als teuerster Schweizer Anbieter dargestellt wird. Dies aber nur teilweise stimmt, da man vergleichsweise fast nichts zahlt wenn man ins gleiche Netz anruft. Wir berücksichtigen selbstverständlich Anrufe in verschiedene Netze. Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass 40% der Anrufe ins Festnetz (davon 70% zu Swisscom-Festnetz-Anschlüssen und 30% zu Festnetz-Anschlüssen von Alternativ-Anbietern), 30% zu Swisscom-Handys, 10% zu Orange-Handys und 10% zu Sunrise-Handys gehen. Ausserdem gehen wir davon aus, dass zusätzlich 10% ins eigene Handynetz gehen. Im Falle von Swisscom werden 68% (70% von 40% = 28% + 30% + 10%) der Gespräche mit Swisscom-Anschlüssen geführt, 32% mit Fremdnetz-Anschlüssen. (bei den aktuell verkauften Abos, bei anderen Abos hat Swisscom eine andere Regelung, die wir auch berücksichtigen). Sie schreiben, dass man bei Swisscom vergleichsweise fast nichts zahlt, wenn man ins gleiche Netz anruft. Dies trifft so nicht ganz zu. So werden z.B. mit dem Medio 50 Rappen pro angefangene Stunde verrechnet. Diese 50 Rappen muss man auch bezahlen, wenn man nur eine halbe Minute telefoniert. Vorteilhaft ist dieser Stundentarif für Kunden, die praktisch ausschliesslich sehr lange Gespräche am Stück führen. Der durchschnittliche Schweizer Kunde telefoniert gemäss offizieller Statistik - in der auch Swisscom-Zahlen enthalten sind - im Schnitt weniger als 2 Minuten. Es wird also ein theoretischer Minutentarif von durchschnittlich rund 25 Rappen pro Minute bezahlt (ich habe vereinfacht und mit 2 Minuten gerechnet). Ich weiss nicht wie diese Tests durchgeführt wurden, aber man hätte doch deklarieren müssen, das Resultat von anderen Netzen unabhängig sind. Wir deklarieren unsere Berechnungsgrundlagen ganz klar, in dem wir unterhalb der Tabelle offen unsere Annahmen deklarieren. Es gibt ja sehr viele Personen die nicht genau wissen, was sie brauchen, und anhand der Testresultate könnte jemand glauben, er müsse ein anderer Anbieter wählen wenn er Swisscom-Kunde ist und sieht, dass die Swisscom teurer als die anderen da stehen. Aber vielleicht telefoniert diese Person nur aufs Swisscom-Netz, und somit wäre die Person negativ überrascht über die Kosten-Konsequenzen da die Person weniger zahlen muss als Swisscom-Kunde weil sie ja ins gleiche Netz anruft. Selbst wenn die Person ausschliesslich ins Swisscom-Netz anruft, ist Swisscom ein teurer Anbieter. Ich habe die Kosten für unser Profil "Durchschnitssnutzer mit Internet" mal ausgerechnet, unter der Annahme, dass sämtliche Anrufe auf Swisscom-Handys gehen. Das Resultat: Mit Primo bezahlt man 73.20 Franken, mit Medio 76.60 Franken. Mit OK Mobile (die keine Unterscheidung zwischen den Netzen der grossen Anbieter machen) bezahlt man hingegen nur rund 45 Franken im Monat. Eine Preisdifferenz um die 30 Franken. Erst wenn man im Schnitt etwas über 5 Minuten pro Anruf telefoniert, wäre Swisscom gleich teuer wie OK Mobile (unter der Annahme, dass keine Anrufe auf Fremdnetz-Handy gingen würden). Diese Annahmen sind für die allermeisten Kunden jedoch unrealistisch. Wir müssen Annahmen verwenden, die auf eine breite Masse der Kunden zutrifft. Ein wichtiges Anliegen ist uns, auch versteckte Kosten wie z.B. Effekt durch die Taktung zu berücksichtigen. Denn ein Kunde von Sunrise und Orange bezahlt pro Anruf im Schnitt eine halbe Minute mehr als er effektiv telefoniert. Der Kunde bezahlt also für warme Luft ohne irgendwelche Gegenleistung. Selbstverständlich berücksichtigen wir auch diese versteckten Gebühren. Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit aufzeigen, wie wir rechnen. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Liebe Grüsse Ralf Beyeler Telecom-Experte von comparis.ch

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schrepfer
04.01.2012
Für mich persönlich ist der comparis-Rechner nicht brauchbar, da Spezialangebote für Personen unter 26 nicht angezeigt werden. Vielleicht wäre es auch noch sinnvoll eine grundsätzliche Ausrichtung angeben zu können, auf welche Abo's man am meisten kommuniziert.

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losalamos
05.01.2012
ich probiers morgen noch mal aus, ich weiss nicht mehr wie ich das aufgeteilt hatte. möglich dass ich auch noch etwas auf mobile fremdnetze hatte. der fehler könnte also auch bei mir liegen. ich teste es nochmal