Jubiläum 21.12.2020, 09:10 Uhr

Wikipedia feiert bald 20-jähriges Bestehen 

Aktivitäten rund um den Enzyklopädie-Geburtstag gibt es am 15. Jänner mit Österreich-Bezug. In Österreich schreiben 575 Menschen regelmässig Wikipedia-Artikel. Ausserdem startete Wikipedia im DACH-Raum die Aktion #1lib1ref, welche sich an Bibliothekare richtet.
Die Aktion #1lib1ref richtet sich insbesondere an Bibliothekare, denn diese sitzen an der Quelle, um fehlende Belege in Wikipedia-Artikeln nachzutragen.
(Quelle: Pixabay)
Die Online-Enzyklopädie Wikipedia feiert am 15. Januar 2021 einen runden Geburtstag. An diesem Tag vor zwanzig Jahren ging die englische Sprachversion online, die deutsche folgte bereits am 16. März 2001. Seitdem wurden fast 52 Millionen Wikipedia-Artikel veröffentlicht und der freie Zugang zu Wissen revolutioniert. In Österreich wird das Jubiläumsjahr mit einer Reihe von Aktivitäten begangen. Während der deutschsprachige Wikipedia-Artikel zur Covid-19-Pandemie inzwischen weit über 5,3 Millionen Seitenaufrufe verzeichnet, setzt die Online-Enzyklopädie bei ihren Feierlichkeiten auf einen Remote-Zugang. Die Wikipedia-Aktiven beschenken sich gegenseitig bei einem Engerl-Bengerl-Spiel. Dabei dürfen sie sich bestimmte neue oder überarbeitete Wikipedia-Artikel wünschen und erfahren am 15. Jänner, wer den Wunsch erfüllt hat – vorausgesetzt eigener Wikipedia-Beiträge für jemand anders. Auch ohne jede aktive Wikipedia-Erfahrung lässt es sich am 15. Jänner ab 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit bei einem globalen YouTube-Livestream mitfeiern, bei dem Wikipedia-Gründer Jimmy Wales die letzten zwanzig Jahre Revue passieren lässt und einen Blick in die Zukunft wagt.

Virtuelle Ausstellung zum Geburtstag 

Eine virtuelle Ausstellung der Deutschen Digitalen Bibliothek, die am 16. März veröffentlicht wird, versammelt zwanzig Objekte aus der Wikipedia-Geschichte in Deutschland, Österreich und der Schweiz und dazugehörige persönliche Geschichten. Für eine Tour durch Kultur- und Bildungsinstitutionen in Österreich steht eine Pop-Up-Ausstellung bereit. Diese vom Linzer Studio MOOI Design gestaltete Installation präsentiert Wissenswertes und Kurioses aus zwanzig Jahren österreichischer Wikipedia-Geschichte. Dazu zählt eine der ausuferndsten Diskussionen in der Wikipedia-Community, die sich 2009 um die scheinbar einfache Frage drehte, ob der Wiener Donauturm ein Fernsehturm ist oder nicht.

Aktion #1lib1ref an Bibliothekare gerichtet

Gezielt Bibliothekare werden bei der Aktion #1lib1ref zwischen 15. Jänner und 5. Februar angesprochen. Der Hintergrund: Diese würden besonders nah an geeigneten Quellen sitzen, um fehlende Belege in Wikipedia-Artikeln nachzutragen. An ein breiteres Zielpublikum richtet sich eine digitale Aktionswoche ab 16. März, bei der konkrete Mitmach-Möglichkeiten aufgezeigt werden. «Wikipedia ist ein Ehrenamt, das wie alle Freiwilligen-Leistungen in unserer Gesellschaft mehr Anerkennung verdient», fordert Raimund Liebert, Geschäftsführer der heimischen Wikipedia-Gesellschaft Wikimedia Österreich. 

Wikipedia und Frauen

In Österreich sind etwa 575 Menschen, die regelmässig Beiträge in der Online-Enzyklopädie leisten. Davon kommen rund 70 auf über 100 Bearbeitungen im Monat. Nach wie vor hat das Projekt Schwierigkeiten, Frauen zur Mitarbeit zu gewinnen. Weltweit wird der Frauen-Anteil unter den Wikipedia-Aktiven auf 12 Prozent geschätzt, unter den neuen Mitwirkenden sind es aktuell rund 22 Prozent. Wikipedia-Projekte wie «Frauen in Rot» für biografische Artikel und Kampagnen rund um den Frauentag am 8. März sollen gezielt Frauen ansprechen. Für alle Menschen, die sich in ihrer Freizeit online engagieren möchten, kann das Wikipedia-Jubiläumsjahr jedenfalls ein neuer Ansporn sein.

Wikipedia in der Schweiz

Der Verein Wikimedia CH wurde am 14. Mai 2006 gegründet. 2007 wurde er offiziell von der Wikimedia Foundation als sogenanntes nationales Chapter anerkannt. Laut Webseite konzentriert sich Wikimedia CH nebst Öffentlichkeitsarbeit auf drei Hauptbereiche: Bildung, GLAM sowie Community. Dies, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Der Verein arbeitet mit hiesigen Schulen und Kulturinstitutionen zusammen, um Schweizer Kulturgut zu erhalten, wie es auf der Webseite heisst.
Ein Beispiel für das Bildungsprogramm ist OpenEdu.ch, eine Open-Education-Plattform für die Schweiz. Dort finden sich Projekte, Trainings sowie Bildungsprogramme für Studierende, Dozenten und Erwachsene. Des weiteren gehören Wiki days, Wiki campus oder Hackathons zum Programm. Mehr dazu finden Sie hier.



Elisa Krisper
Autor(in) Elisa Krisper



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