Künstliche Intelligenz 02.12.2021, 09:00 Uhr

System hört, wenn Maschinen heiss laufen

Forscher der litauischen Technischen Universität Kaunas haben ein KI-basiertes Überwachungssystem vorgestellt, das erkennt, wenn Maschinen in der Industrieproduktion überstrapaziert werden. Damit sollen sich Milliarden an Kosten einsparen lassen.
Schadenserkennung anhand von Mikrofonaufnahmen
(Quelle: Maik Jonietz/Unsplash)
Eine neue KI-Überwachungsanlage von Forschern der Technischen Universität Kaunas (KTU) in Litauen analysiert wie einst Maschinenführer die Schallemissionen, um sich anbahnende Schäden frühzeitig zu erkennen. Denn unvorhergesehene Ausfälle von Maschinen kosten die Industrie weltweit jährlich rund eine Billion Dollar, schätzen  Fachleute.

Teurer Maschinenstillstand

«Da Schalldaten aufgrund der relativ geringen Installationskosten von Mikrofonen für bestehende Anlagen leicht zu sammeln sind, sind klangdatenbasierte Methoden von grossem Interesse», erklärt KTU-Informatiker Rytis Maskelinas. In sehr lauten Fabriken würden Schallemissionen von Maschinen jedoch überlagert von Fremdgeräuschen, was oft zu Fehlinterpretationen führe. So würden Schäden angezeigt, die es gar nicht gibt. Die Folge sei wiederum ein teurer Maschinenstillstand.
Maskelinas und seine Mitarbeiter setzen eine Schadenserkennungsmethode ein, die sich auf reale Klangdaten von perfekt in Schuss befindlichen Industriemaschinen stützt. Diese vergleicht der Algorithmus, den die Forscher in Litauen entwickelt haben, mit den Schallemissionen der Maschine, an der Fehler erkannt werden sollen. In einem Trainingsprozess lernt die Software gewissermassen, sich nur auf die Geräusche «ihrer» Maschine zu konzentrieren und anderen Lärm auszublenden.

Autor(in) Wolfgang Kempkens, pte



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