Happy Birthday, Mac

Gründe für den mangelnden Markterfolg gibt ...

Gründe für den mangelnden Markterfolg gibt es viele: Der wohl wichtigste ist der, dass Apple es verpasst hatte, die Macintosh-Technik zu lizenzieren. Erst 1990, als Microsoft mit Windows 3.0 ihre erste brauchbare grafische Benutzeroberfläche für ihr Disk Operating System (DOS), das auf allen IBM-Clones lief, veröffentlichte und Apple in Bedrängnis brachte, wurde die Idee einer Lizenzierung und Portierung auf IBM-Rechner in Erwägung gezogen. Doch Apples Führungsriege verwarf die Idee als «zu spät».
Auch das Clone-Intermezzo von 1995 bis 1997, als Firmen wie Power Computing Macintosh-Nachbauten in Lizenz herstellen durften, brachte nicht die erhoffte Verbreiterung der Mac-Betriebssystem-Anwenderbasis. Vielmehr schnitten die Cloner sich einen guten Teil des hochmargigen Highend-Marktes ab.
Mac heute: Sieht gleich viel besser aus.
CEO-Verschleiss
Überhaupt waren die 1990er Jahre eine turbulente Zeit für Apple. John Sculley wurde 1993 durch Michael Spindler ersetzt. Scully half den Mac etablieren, wurde von Jobs an Bord geholt und schickte diesen 1985 in die Wüste. Spindler, der ehemalige Apple-Deutschland-Chef, war nicht gerade ein charismatischer Führer, aber er verpasste den Macs einen neuen, schnelleren Prozessor, den Power-PC. Doch finanziell ging es dem Konzern zunehmend schlechter. Ende 1995 wurde der Schuldenberg so gross, dass die Aktionäre nach einem Führungswechsel verlangten.
Anfang 1996 stieg Gilbert Amelio auf den Apple-Thron. Der Sanierer von National Semiconductor kehrte auch in Cupertino mit eisernen Besen. Er spaltete Apple in eigenständige Bereiche auf und entliess Teile der Belegschaft. Ende 1996 erzielte die Firma wieder knapp Gewinne. Gleichzeitig kündigte Apple an, Jobs Neugründung Next, die einen Rechner mit dem Unix-Derivat Nextstep entwickelt hatte, zu übernehmen und damit Jobs wieder an Bord zu holen.
Amelios anfänglicher Finanzerfolg schlug sich 1997 ins Gegenteil um. Apple erwirtschaftete riesige Verluste, worauf Amelio gehen musste. Jobs wurde CEO, zunächst ad interim. Unter Jobs Ägide konnte Apple sich aufrappeln. Zu diesem Turnaround haben zunächst die kunterbunten iMac-Modelle beigetragen. Danach aber konnte Jobs mit dem iPod und schlussendlich mit dem iPhone neue Anwenderschichten anzapfen. Dies wiederum hatte zur Folge, dass auch die Macintosh-Rechner wieder mehr nachgefragt wurden.
Jobs hätte den Mac beinahe verhindert
Der Macintosh sei das Kind von Apple-Chef Steve Jobs, meinen viele. Kein Wunder: Hat doch der erste Mac 1984 von Jobs mit seinem synthetischen Stimmchen geschwärmt, dieser sei «wie ein Vater» zu ihm gewesen.
Nach Recherchen von Owen Linzmayer, der in seinem Buch «Apple Confidential 2.0» die Geschichte der Firma minutiös festhält und sich mit vielen Apple-Mitarbeitern der ersten Stunde unterhalten hat, ist dieser Eindruck allerdings falsch. Vielmehr habe Jobs den Macintosh fast verhindert, als dessen Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckte. Der eigentliche Vater des Mac sei Jef Raskin. Der zum Berater mutierte Uniprofessor wurde von Apple 1978 angeheuert, um Handbücher zu schreiben. Ab etwa 1979 baute er einen 500 Dollar teuren Game-Computer, was ihm aber wenig Spass bereitete. Daneben begann er ein neues Projekt, das er Macintosh nannte. «Ich wollte einen Rechner bauen, der auf die Bedürfnisse des Anwenders Rücksicht nimmt, was damals unvorstellbar war», erinnert sich Raskin. Er skizzierte also einen Computer für den «Mann auf der Strasse». Raskin geniesste zwar die Unterstützung des Aufsichtsrats. Ansonsten werkelte er allein am Mac.
Vor allem Jobs frotzelte gegen Raskins Projekt, besonders nachdem dieser sich seinen Schüler Bill Atkinson als Programmierer, der auch für Jobs Unternehmensrechner Lisa Software schrieb, sowie Apples Mitgründer und Technologiepapst Steve Wozniak an Bord holte. «Jobs hasste die Idee», wird Raskin zitiert. «Er rannte durch die Flure und schrie 'Nein! Das wird nie funktionieren'». An jeder Aufsichtsratssitzung versuchte er, das Mac-Projekt kleinzureden.
Doch später lässt sich Jobs überzeugen und war dann Feuer und Flamme für den Mac. So sehr, dass er, als Apple-CEO Mike Markkula ihn vom Lisa-Projekt abzieht, ins Mac-Lager wechselte. Dort war er zunächst für die Hardware-Entwicklung zuständig, während Raskin die Software-Programmierung managte. Der charismatische Jobs setzte das Mac-Projekt schnell zuoberst auf die Apple-Traktandenliste. Als er 1982 auch den Software-Arm übernehmen wollte, kündigt Raskin und Jobs erhiehlt die alleinige Erziehungsberechtigung für das Baby.



Kommentare
Avatar
pagefault
26.01.2009
Wie ich das hasse: "Wir haben das erfunden und waren mit jenem zuerst" oder halt wie hier: «Heute ist eigentlich jeder Computer auf der Welt ein Mac» Falsch! - Heute ist jeder Computer mit einer grafischen Oberfläche - auch oder speziell die Macs - ein Kind von Xerox Alto aus dem Jahr 1973. - Liebe Mac-Fans: 2009 - 25 gibt bloss 1984; wer hat da also was erfunden? (Ricolaa ;) ) Aber in der heutigen Zeit, wo jeder Journi kräftig mit cut&paste vom andern abkupfert und die Öffentlichkeit anscheinend die Aufmerksamkeitsspanne von der Länge eines MTV - Clips und das Erinnerungsvermögen von der Dauer einer Wahlveranstaltung zu haben scheint, kommt man damit wohl durch ...

Avatar
Vialli
27.01.2009
@pagefault: Nimms nicht so genau.... ;-) Läck, das waren noch Zeiten! Und öfters kam mal das "Bömbeli"! Aber besten hat mir dann immer Word und Excel auf dem Mac gefallen... uupps, dass hätte ich jetzt wohl nicht sagen dürfen! Nein, im Ernst. Die Oberfläche war für die damalige Zeit schon eine Sensation. Und in der Werbung waren die Apfel-Priester schon immer super! Schön, herzliche Gratulation zum Geburtstag. Macht weiter so und belebt die Konkurrenz! Ich bleibe aber trotzdem bei meinen VISTA!

Avatar
sybil.
27.01.2009
Auch 1984 gab es wahnsinnig hitzige Diskussionen um Mac und PC. Fundamentalistisch bis Eklektisch. Der eklektische Apfel ging ja dann fort, weil die einen Leitenden Angestellten von Pepsi geholt hatten. Man stelle sich 'Flaming Queen' vor. Es entstand die Firma Next. Mit einem wahnsinnig erfolgreichen Produkt. Next..... WER? Würde der Journi CUT und paste machen, würden wir das Abkupfern nicht erkennen. Mac.... I'm Lovin' It..... Rülps.