Personalie 13.01.2022, 08:40 Uhr

WhatsApp-Mitgründer wird Signal-Chef

Brian Acton, der den Messenger WhatsApp einst mitbegründet hatte, wird vorübergehend Chef des konkurrierenden Chatdienstes Signal.
(Quelle: Michele Ursi/Shutterstock)
WhatsApp-Mitgründer Brian Acton übernimmt die Führung beim konkurrierenden Chatdienst Signal – zumindest bis ein dauerhafter neuer Chef gefunden wird. Signal-Gründer Moxie Marlinspike kündigte am Montag an, dass er den Spitzenjob binnen eines Monats aufgeben werde. Er wolle jemanden «mit frischer Energie reinbringen» und werde sich auf die Suche nach einem Nachfolger konzentrieren.
Signal kommt auf rund 40 Millionen aktive Nutzer im Monat. Die App setzt auf sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der Chat-Inhalte nur für die beteiligten Nutzer im Klartext verfügbar sind. Im vergangenen Jahr profitierte Signal mit einem Zustrom neuer Nutzer von der Kontroverse um die neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp. Damals ging es um Befürchtungen, WhatsApp würde mehr Daten mit der Konzernmutter Facebook teilen – was der Dienst stets zurückwies.
Der bei Signal entwickelte Verschlüsselungs-Algorithmus wird auch von WhatsApp eingesetzt. Acton engagiert sich bei Signal, seit er den Facebook-Konzern einige Jahre nach der WhatsApp-Übernahme verliess und auf Distanz zum Online-Netzwerk ging.
Signal schwenkte zuletzt auf ein umstrittenes Projekt ein mit dem Plan, nicht nachverfolgbare Digitalzahlungen für die Nutzer verfügbar zu machen. Nach US-Medienberichten befürchteten einige Signal-Mitarbeiter, dass dies dem Chatdienst grosse Problemen unter anderem mit US-Regulierungsbehörden einbringen könne. Als US-Dienstleister unterliegt Signal dem sogenannten Cloud Act, der besagt, dass die US-Regierung Zugriff auf Daten US-amerikanischer Firmen erhalten kann, auch wenn diese ausserhalb der USA gespeichert sind.

Stephan  von Voithenberg
Autor(in) Stephan von Voithenberg




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