News 19.04.2013, 08:26 Uhr

Mobile Webseiten vs. Apps

Informieren Sie sich lieber über mobile Webseiten oder Apps? Neuste Zahlen aus der Schweiz zeigen: Mobile Webseiten haben mehr Nutzer, doch Apps werden häufiger frequentiert.
Die neuste Mobile-Studie von NET-Metrix hat die beliebtesten mobilen Webseiten und Apps der Schweiz ausfindig gemacht. Interessant an den Resultaten sind vor allem die Unterschiede zwischen Webseiten und Apps. Was die Unique Clients anbelangt, also die Anzahl der Nutzer (resp. der einzelnen Geräte, um genau zu sein), die auf ein Angebot zugreifen, haben mobile Webseiten die Nase vorn: Die Mobile-Site von 20 Minuten kam im März auf 920'000 Unique Clients, gefolgt von der mobilen Blick-Webseite mit 803'000 Clients. Erst auf Rang drei folgt die erste App, und zwar die iPhone-App von 20 Minuten (653'000 Nutzer). Die Zahlen zeigen auch, dass die Schweiz nach wie vor ein iPhone-Land ist: So kommt die Android-App der grössten Schweizer Gratiszeitung auf lediglich 276'000 User.
20 Minuten dominiert
Net-Metrix hat aber nicht nur die Anzahl Nutzer untersucht, sondern auch die Anzahl Besuche. Und hier zeigt sich ein anderes Bild, denn hier werden die Top 10 von Apps dominiert: Lediglich zwei mobile Webseiten schaffen es in die Liste. An der Spitze steht die iOS-App von 20 Minuten mit 19,6 Millionen Visits. Schon deutlich abgeschlagen auf Rang zwei liegt die mobile Webseite vom Blick mit 11 Millionen Besuchen im März. Android-Nutzer der 20-Minuten-App sorgen immerhin noch für 8,7 Millionen Besuche, Rang drei. Bemerkenswert: Nicht weniger als sechs der Top-10-Platzierungen gehen aufs Konto von 20 Minuten mit seinen verschiedenen Apps und der Mobile-Webseite.
Mobile Webseiten vs. Apps
Die Unterschiede zwischen Unique Clients und Visits sind aber relativ einfach zu erklären: Die mobilen Webseiten sind plattformunabhängig, entsprechend werden Nutzer von Geräten mit Android, iOS und anderen mobilen Betriebssystemen zusammengezählt. Die Apps werden in der NET-Metrix-Studie hingegen nach Betriebssystem aufgeschlüsselt. Zählt man beispielsweise die Unique Clients der 20-Minuten-Apps für iOS und Android zusammen, kommt man auf fast genau die gleiche Anzahl Nutzer (929'000) wie bei der mobilen Webseite.
Umgekehrt ist aber offensichtlich, dass Apps von den jeweiligen Nutzern häufiger aufgerufen werden als mobile Webseiten. Dies dürfte daran liegen, dass der Griff zur App, die sich jederzeit startbereit auf dem Homescreen präsentiert, für viele Nutzer unkomplizierter erscheint als das Aufrufen einer mobilen Webseite.
NET-Metrix hat für die neuste Mobile-Studie über 70 Schweizer Mobile-Websites und Apps untersucht. Insgesamt wurden auf diesen Plattformen im März über 75 Millionen Visits und über 1 Milliarde Seitenaufrufe (Page Impressions) gemessen.


Kommentare

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Nebuk
19.04.2013
Umgekehrt ist aber offensichtlich, dass Apps von den jeweiligen Nutzern häufiger aufgerufen werden als mobile Webseiten. Dies dürfte daran liegen, dass der Griff zur App, die sich jederzeit startbereit auf dem Homescreen präsentiert, für viele Nutzer unkomplizierter erscheint als das Aufrufen einer mobilen Webseite. Seit ich mit einem Windows Phone 8 Gerät unterwegs bin, nutze ich die 20min App gar nicht mehr. Dies liegt nicht daran, dass die 20 Minuten App nicht funktioniert oder schlecht ist, sondern weil ich nicht einsehe weshalb ich mir für sowas eine extra App installieren muss. Bei WP8 habe ich den Vorteil, dass ich einzelne Webseiten direkt auf den Homescreen pinnen kann (sozusagen ein Lesezeichen auf dem Desktop). Durch einfaches anklicken der Kachel öffne ich den Browser mit der entsprechenden Webseite. Solche Lesezeichen lassen sich von beliebigen Seiten anpinnen und sind - soviel ich weiss - nicht beschränkt. Apps lade ich mir eigentlich nur herunter um eine Zusatzleistung, einen Mehrwert gegenüber der normalen Webseite zu erhalten. Ein Mehrwert könnte sein, dass die normale Webseite nicht Mobile optimiert ist oder durch die App sich sehr viel besser bedienen lässt... Da doch einige Apps einfach ein Abklatsch des mobilen Webauftritts sind oder gar einfach ein link auf diese, spare ich mir den Aufwand den ich durch solche Apps habe (herunterladen, Updates, etc.) und verzichte darauf. Ein Vorteil von optimierten Webseiten ist, dass es mit einem relativ geringen Aufwand für verschiedene Plattformen entwickelt werden kann. Zudem ist damit sichergestellt, dass alle User immer den aktuellsten Content sehen (oder damit Arbeiten) und es auf allen Plattformen gleich aussieht. Natürlich nur sofern keine speziellen nativen Funktionen gebraucht werden. Wenn die anderen Plattformen in Zukunft eine ähnliche Lesezeichenfunktion integrieren könnte dies genau so komfortabel bedient werden wie die heutigen Apps. Riesen Fortschritt.

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Goeoenkzwei
19.04.2013
Mobile Website vs. Apps In meinem Umfeld erlebe ich es leider häufig, dass Otto(Ottilie)-Normal-Smartphone-User/In bald gar nicht mehr weiss, dass es neben den Apps auch normalen Internetzugang gibt auf dem Smartphone. Ich fürchte, mit dem App-Hype, der durch alle Medien flimmert, wird dieser Umstand künftig noch gewichtiger. Apps haben den Vorteil, dass man ortsbasierte Dienste anbieten kann dank dem GPS im Gerät. Dies ist auch der besten Responsive-Web-Website nicht möglich. Hier kann man klar einen Mehrwert generieren mittels App. Wird aber leider heute nur selten genutzt. Ebenfalls leider: noch sind nur wenige Webseiten für mobile Devices optimiert, was die User natürlich rasch zu einem App greifen lässt, wenn denn eines vorhanden ist.

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Emmure
19.04.2013
Ich bevorzuge ganz klar die Vollwertige Webseite. Jedes mal wenn ich auf einer Mobilen Website lande ist das erste was ich suche, wie ich die Desktop Ansicht wiederherstellen kann. Und bei PCTipp hab ich mir das sowieso angewöhnt mit dem Browser, weil man via App nicht ins Forum kann :)

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Schorschl
19.04.2013
ich habe hier das zwar schon oft gesagt aber ich sage es immer wieder gerne. bei newsseiten sind apps völlig sinnfrei. eine mobile ansicht ist gut, muss aber jederzeit gegen die desktop ansicht getauscht werden können. das hängt mit der rasanten entwicklung der browser zusammen und der grösser werdenden displays, welche mit pinch to zoom das volle webseitenerlebnis bieten. weshalb sollten in einer app besucher weniger infos erhalten als ein normaler surfer? und bei apps ist das nunmal so. apps für newsportal sind jahre zu spät und heute überflüssig.

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dzs
23.04.2013
Ob das nun nötig war? Link zum Thema Responsive Design: [Werbelink entfernt] Mich hätte dieser Link eigentlich interessiert. Wenn er exzessiv werbend gewesen wäre hätte ich auf einfach auf 'eine Seite zurück' geklickt. Eigentlich brauche ich wirklich keine Nanny mehr. Keine grosse Sache, kein Grund für grosse Diskussionen, aber ich stehe halt auf liberale Moderation. Nur so ein Denkanstoss.

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Gaby Salvisberg
23.04.2013
Mich hätte dieser Link eigentlich interessiert. Wenn er exzessiv werbend gewesen wäre hätte ich auf einfach auf 'eine Seite zurück' geklickt. Eigentlich brauche ich wirklich keine Nanny mehr. Keine grosse Sache, kein Grund für grosse Diskussionen, aber ich stehe halt auf liberale Moderation. Nur so ein Denkanstoss. Was für ein Signal geben wir jenen, die sich nur anmelden, um ihre Seite zu bewerben? Wir würden damit solche in Scharen anziehen. Aber wenns dich interessiert, hier die entlinkte Adresse: www[dot]cloudweb[dot]ch/verandert-responsives-webdesign-die-mobile-welt/

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dzs
24.04.2013
Vielen Dank. Es ist wie immer: An einer Antwort von Gaby hat man einfach Freude! :)

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no1
01.05.2013
Viele "Äpps" sind schlicht verkappte Webseiten mit zusätzlicher "Trojaner-Funktion". Für mich ist ganz klar die (mobile) Webseite der Anlaufpunkt Nummer 1 - die Webseite will weder Zugriff auf meine Kontaktdaten noch meinen genauen GPS Standort ermitteln noch andere unnötige Übergriffe auf meine Daten machen. Wenn man noch ein Auge auf die Plugins des Browsers, die Javascript Einstellung und die Cookies wirft, ist die mobile Webseite imho definitiv zu bevorzugen. (mag nicht ganz so "einfach" und "praktisch" sein, kostet dafür auch nur ein Minimum an Privatsphäre)