News 08.10.2013, 10:28 Uhr

LG produziert flexible Displays

Der koreanische Tech-Gigant LG ist bereit für die Massenproduktion von flexiblen Smartphone-Panels. Der Begriff «flexibel» ist mit Vorsicht zu geniessen.
Im Rennen um das erste gebogene Smartphone aus Korea hat LG einen Gang zugelegt und beginnt mit der Massenproduktion flexibler Panels. Das neue Panel ist «vertikal konkav» und beschreibt eine Kurve mit einem Radius von 70 Zentimeter. Auf die 6 Zoll eines grösseren Smartphones berechnet entsteht so eine Biegung mit etwa 4 Millimetern Tiefe. Das OLED-Panel soll zudem eines der weltweit dünnsten und leichtesten sein; 0,44 Millimeter dick und 7,6 Gramm leicht soll das 6-Zoll-Modell sein.
Das LG-Panel soll von oben nach unten gebogen sein. Im Gegensatz zu Samsungs geplanten Panels, die von Seite zu Seite gebogen werden sollen. In einem Smartphone könnte LGs Modell bereits dieses Jahr auftauchen. Laut Berichten von CNET und Reuters soll LG ein erstes Smartphone mit gebogenem Display bereits im November dieses Jahres vorstellen. Es soll den Namen G Flex tragen.

Bedingt flexibel

Der Begriff flexibel ist im Zusammenhand mit OLED-Displays etwas heikel. Wird ein Produkt mit dem Zusatz «flexibles Display» angepriesen startet das Kopfkino einen falschen Film. In diesem Film hält jemand ein Smartphone in der Hand, mit einem Display so dünn wie ein Blatt Papier. Das Display des Smartphones lässt sich in alle Richtungen verbiegen und bei Bedarf aufrollen wie eine Zeitung.
Für grössere Bildschirme ist OLED aufgrund des hohen Preises nur bedingt brauchbar
Die Realität der flexiblen Displays sieht aber anders aus. Papierartig biegbare Displays sind mit dem aktuellen Stand der Technologie noch weit entfernt. Das liegt hauptsächlich an den elektronischen Komponenten im Inneren. Flexible OLED-Displays verändern nicht viel im Vergleich zu herkömmlichen OLEDs. Statt auf Glas werden die elektronischen Komponenten auf ein dünnes, biegbares Stück Plastik aufgetragen. Zwar lässt sich die Plastik-Basis fast nach Belieben verformen, die Komponenten darauf aber nicht. Mehr als eine leichte Kurve ist daher bis heute nicht möglich.
Dazu kommt eine weitere Limitierung: Bei einem Smartphone wird über das Display eine Glasschicht für die kapazitive Eingabe gelegt. Diese Schicht ist wiederum unbeweglich und hält das OLED-Display in einer fixen Position fest. Das Display mag zwar flexibel sein, selbst biegen darf der Nutzer es aber nicht. Auch die Prototypen von Samsung und LG sind nicht mehr als ein flexibles Display, das in eine bestimmte Form gebogen wurde.


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