Tschüss, Postdrohnen! 01.06.2022, 11:50 Uhr

Post übergibt den Drohnen-Betrieb an Matternet

Nach fünf Jahren hat die Post offenbar genug und übergibt ihr Drohnenprojekt dem kalifornischen Drohnenentwickler Matternet. Der Drohnenhersteller wird die Dienstleistung für Spitäler weiterhin anbieten.
Gehört bald nicht mehr der Post: Drohne
(Quelle: Schweizerische Post AG)
Seit 2017 flogen Post-Drohnen in verschiedenen Schweizer Städten im Dienst von Spitälern. Die Post war eines der ersten Unternehmen, das Drohnen für den Transport von Laborproben zwischen Spitälern und Laboren verwendete. Meist transportierten sie diese zuverlässig. Zwischendurch machten die Post-Drohnen allerdings mit Abstürzen von sich reden. Beispielsweise Anfang 2019 stürzte eine Drohne über dem Zürichsee ab, im Mai desselben Jahres war es über dem Zürcher Waldgebiet (PCtipp berichtete). Anschliessend blieben die Fluggeräte eine Weile auf dem Boden. Nach monatelangen Untersuchungen von Aviatik-Experten hoben sie wieder ab.

Nicht rentabel und breit genug einsetzbar

Doch diese Rückschläge sind nicht der Grund, warum die Post ihr Drohnenprojekt nach nur fünf Jahren aufgibt. Die autonomen Drohnen würden zwar weltweit auf Interesse stossen, «sind aber im derzeitigen regulatorischen Umfeld für unbemannte Luftfahrzeuge für die Post in der Schweiz nicht breit genug einsetzbar und nicht rentabel zu betreiben», heisst es im Communiqué. Das Unternehmen konzentriere sich mit der neuen Strategie auf Logistiklösungen im Kerngeschäft sowie darauf, den Service Public für die Schweiz mit eigenen Mitteln zu finanzieren. «Aus diesem Grund ist dieser strategische Entscheid ein logischer Schritt», so die Post.

Matternet wird Dienstleistung weiterhin anbieten

Die Post wird ihr Drohnenprojekt per Ende Dezember 2022 an den Drohnenentwickler Matternet übergeben. Das kalifornische Unternehmen übernimmt den operativen Betrieb per 1. Januar 2023. Matternet ist der Hersteller der Drohnen und war Projektpartner in der Schweiz.
Die bestehenden Kunden, das Universitätsspital Zürich, die Universität Zürich sowie der Tessiner Spitalverbund EOC, haben laut Mitteilung die Möglichkeit, die Drohnentransporte auch künftig bei Matternet weiter zu beziehen. Ob sie diese Dienstleistung auch weiterhin nutzen, ist nicht erwähnt.
Obwohl man nach fünf Jahren aufgibt, zieht die Post ein positives Fazit aus dem Drohnenprojekt. Man habe wertvolle Pionierarbeit für die Branche und die Schweiz geleistet, heisst es im Communiqué weiter.



Kommentare

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nimmersatt
03.06.2022
Finde ich einen vernünftigen Entscheid, sinnvoller ist, wenn die normale Postzustellung besser klappen würde.