Tiefpreisstapler Salt
28.01.2026, 15:00 Uhr
Salt Business lanciert Corporate Internet
Im Zürcher Aura-Event-Saal hat «Salt Business» seinen neuen Corporate-Internet-Service für den Geschäftskunden lanciert. Neue Mediengesellschaft Zürich AG war am 26. Januar vor Ort und kennt die Details.
(Quelle: NMGZ)
Nichts Geringeres als ein neues Kapitel in der digitalen Vernetzung von Unternehmen will der ISP Salt respektive ihre Business-Sparte mit «Corporate Internet» aufschlagen. Der Telekommunikationsanbieter Salt hat dazu in der Schweizer Wirtschaftsmetropole sein neuestes Angebot für das Corporate Internet Business offiziell lanciert. Der Fingerzeig geht in Richtung Konkurrenz, namentlich Sunrise respektive Platzhirsch Swisscom, um mit ihrem neuen Dienst die Präsenz im lukrativen und vor allem umkämpften Geschäftskundensegment auszubauen. Wie massiv das Ganze vonstattengeht? Man könnte sagen: Der Neuling geht «all in» und setzt dazu die Konkurrenz mit massiven Preisnachlässen (dafür ist Salt übrigens auch im Endkundengeschäft bekannt) deutliche Nadelstiche. Aber auch punkto Technologie/Anbindung will man Druck aufbauen. Der Reihe nach.
«Der Grund für diesen strategischen Schritt», so ihr CEO Massimiliano Nunziata, «liegt in der rasant wachsenden Nachfrage nach hohen Bandbreiten und stabilen Verbindungen. Moderne Unternehmen sind heute mehr denn je auf eine Infrastruktur angewiesen, die Cloud-Dienste, künstliche Intelligenz und globale Videokommunikation ohne Verzögerungen unterstützt», so der Salt-Chef in seiner Eröffnungsrede. Das neue Angebot umfasst eben nicht nur den «einfachen» Internetanschluss, sondern beinhaltet auch Serviceleistungen, etwa Cybersecurity-Lösungen vom Spezialisten Fortinet, womit eben gezielt kleine und mittlere Unternehmen sowie Grosskonzerne erschlossen werden sollen (siehe Bild unten). Prompt folgte der Sicherheitsprofi Fortinet der Einladung in Form ihres Senior-VP Thomas Desrues, der bei seinem Live-Auftritt nochmals das Engagement für die neue Salt-Business-Sparte hervorhob, indem sich Fortinet um die Belange bezüglich der sicheren Infrastruktur bis zu sensiblen Kundendaten annehmen will.
Quelle: NMGZ
Zu den weiteren Besonderheiten des neuen Salt-Dienstes gehören, so der ISP aus dem Waadtland, aber auch die technischen Kapazitäten, die Kunden ab sofort angeboten werden sollen. Salt setzt konsequent auf die moderne Glasfasertechnologie und bietet im neuen Portfolio Geschwindigkeiten von bis zu 40 Gigabit pro Sekunde an (siehe Bild unten). Dies ist ein Wert, der derzeit (noch) über dem marktüblichen Standard liegt und die Effizienz in der Datenverarbeitung massgeblich steigern soll. Das neue Standbein des Anbieters zeichnet sich durch symmetrische Geschwindigkeiten aus. Das bedeutet, dass Daten ebenso schnell hochgeladen wie heruntergeladen werden können. Für Betriebe, die täglich grosse Backups durchführen oder komplexe Datenmodelle in die Cloud verschieben, ist dies ein wichtiger Punkt wie auch ein Vorteil gegen wiederum ihren Mitbewerbern. Ausserdem Bestandteil des Salt-Pakets sind flexible Telefonielösungen («Corporate Voice»). Letztlich positioniert sich das Unternehmen damit als Vollsortimenter, der die gesamte Kommunikationstechnik aus einer Hand liefert.
Quelle: NMGZ
Zur Konkurrenz: In der Wettbewerbslandschaft trifft Salt nun, wie bereits angedeutet, auf etablierte Schwergewichte wie die Swisscom und Sunrise. Diese Konkurrenten beherrschen seit Jahrzehnten den Markt für Firmenanschlüsse und verfügen über sehr dichte Infrastrukturen. Speziell Swisscom punktet oft über ihre umfassenden Servicepakete und die langjährige Erfahrung in diesem IT-Segment. Welche Hebel jetzt Salt ausspielt, um diese Beziehungen aufzubrechen? Mithilfe einer sehr aggressiven Preispolitik. Zumindest gibt ihr Chef dieses Kommando bei der Lancierung im Aura-Saal bekannt. Dazu wurde eine grosse Folie an die Leinwand geworfen, in der man gegenüber einem ähnlichen Swisscom-Angebot um 50 Prozent günstiger sei (siehe Bild unten). Aber auch technologisch lässt sich Salt Business nicht zweimal bitten: So hat man bei der reinen Bandbreite ebenso die Nase vorn. Die Konkurrenz bietet zwar ebenfalls schnelle Glasfaseranschlüsse an, doch die Kombination aus 40 Gigabit und den angebotenen Konditionen ist im Konkurrenzkampf um die Schweizer KMU ein deutlicher Fingerzeig.
Quelle: NMGZ
Was gerade Firmen lieben dürften: Die Preisstruktur ist bewusst einfach und transparent gestaltet, um Unternehmen den Wechsel zu erleichtern. Für kleinere Betriebe gibt es Einstiegsangebote im Rahmen von Pro Office, die bereits für rund 40 bis 60 Franken pro Monat erhältlich sind, sofern sie mit Mobilfunkverträgen kombiniert werden. Die neuen Hochleistungsanschlüsse mit 40 Gigabit pro Sekunde bewegen sich preislich in einem Bereich von etwa 130 Franken monatlich. Im direkten Vergleich zur Konkurrenz erweist sich dies als sehr konkurrenzfähig. Oftmals verlangen andere Anbieter für deutlich geringere Bandbreiten höhere Beträge oder binden die Kunden an komplizierte Zusatzverträge. Salt nutzt hier seinen Vorteil als reaktionsschneller Herausforderer und drückt die Kosten für High-End-Internet spürbar nach unten.
Kommentar: Kunde ist König!
Daniel Bader, Redaktor PCtipp und Computerworld
Quelle: NMGZ
Salt setzt mit dem neuen Business-Dienst ein starkes Ausrufezeichen. Der Anbieter fokussiert auf Infrastruktur-Lösungsanbieter und bietet mit hohem Speed, umfassenden Sicherheitslösungen sowie aggressiven Preisen ein massives Fundament. Ob das allerdings reicht, bestehende Marktanteile im Geschäftskundensegment nachhaltig zu verschieben, muss die Zeit als Zünglein an der Waage zeigen. Der Gesamteindruck ist schon mal positiv. Das Angebot schliesst eine (Preis-)Lücke bei gleichzeitiger Anhebung technischer Innovationen für eine breitere Schicht von Unternehmen. Ob sich das etablierte Grössen wie Swisscom und Sunrise allerdings gefallen lassen? Bleibt abzuwarten. Genauso wie auch die Tatsache, dass Salt Business ab sofort auch an Taten (nach ihren Worten) gemessen werden darf. Die Gretchenfrage dabei: Hält Salt Business die versprochene Servicequalität auch bei einer steigenden Anzahl von Grosskunden? So, oder so: Für den Wirtschaftsstandort Zürich und die gesamte Schweiz ist Wettbewerb ein Gewinn für die digitale Infrastruktur, von der vorwiegend Unternehmen künftig profitieren.
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