Gegen Greenwashing 10.07.2023, 11:00 Uhr

Konsumentenschutz reicht u. a. Beschwerde gegen Swisscom ein

Der Konsumentenschutz hat gegen Firmen wie Coca-Cola, Hipp und Swisscom insgesamt elf Beschwerden eingereicht. Die Konsumenten würden in die Irre geführt.
Symbolbild
(Quelle: Ksenia Chernaya/Pexels)
Der Konsumentenschutz hat elf Beschwerden gegen Schweizer Firmen wegen Greenwashing eingereicht. Die Beschwerden richten sich gegen die Klima-Werbeaussagen von Swisscom, Agent Selly, Avis, Coca-Cola Schweiz, Eliteflights, Hipp, Kübler und Zoo Zürich. Acht Beschwerden wurden auf Grundlage des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) beim SECO eingereicht, drei bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) wegen unlauterer Werbung.
Beispielsweise sollen Handyabos «klimaneutral» oder soll Heizöl «CO₂-neutral» sein. Eine Analyse von mehreren Beispielen zeige nun allerdings, dass viele Werbeaussagen entweder übertrieben oder sogar haltlos seien, schreibt der Konsumentenschutz. Weder werden sie genauer erklärt, noch nachgewiesen. «Damit werden Konsumentinnen und Konsumenten in die Irre geführt», findet Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes.
Dagegen vorzugehen wird unter anderem deshalb erschwert, weil in der Schweiz keine Regeln zur Verwendung sogenannter «Green Claims» bestehen. Anders in der EU: Das Europäische Parlament möchte künftig die Verwendung von Slogans wie «umweltfreundlich» oder «CO₂-neutral» grundlegend verbieten. Mehr Details zu den Beschwerden finden Sie hier.

Was ist Greenwashing?

Greenwashing bedeutet übersetzt «grünwaschen» und wird für eine umstrittene PR-Methode verwendet, die ein Produkt oder eine Firma in der Öffentlichkeit als umweltfreundlich, nachhaltig und fair präsentieren, ohne Nachweise dafür anzuführen. Meist bezahlen diese Unternehmen eine CO₂-Kompensation an Projekte irgendwo im Ausland. Selbst unternimmt die Firma jedoch nichts, um nachhaltiger zu werden. Stattdessen versucht das Unternehmen durch gezieltes Marketing, sich ein nachhaltiges Image zu verpassen.

Wie erkennen Sie Greenwashing?

Tipps, wie Sie Greenwashing erkennen, finden Sie hier:

PCtipp meint

Gut, wenn diese PR-Strategien genauer unter die Lupe genommen werden. Es könnte allerdings schwierig werden, da es rechtlich derzeit keinen Hebel gibt. Lassen Sie sich von PR-Geschwurbel nicht beeindrucken und schauen Sie genauer hin, zum Beispiel auf die Labels. Allerdings gibt es mittlerweile deren so viele, dass man die Übersicht leicht verlieren kann. Übersicht im Label-Dschungel bietet zum Beispiel die Webseite labelinfo.ch, die unter anderem vom WWF, dem Konsumentenschutz und dem BAFU unterstützt wird. Dort finden Sie die Kategorien Lebensmittel, Textilien, elektronische Geräte, Papier, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Weitere.
Labelinfo.ch, gefiltert nach elektronischen Geräten
Quelle: Screenshot/PCtipp.ch



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